Märkte Dax schwächer, Autowerte im Blick

Der Dax kühlt nach dem gestern erreichten Sechsjahreshoch ab. Die Inflationssorgen der Notenbank wirkten an der Wall Street wie eine kalte Dusche. Nach den US-Absatzzahlen für 2006 stehen Autohersteller im Blick.

Frankfurt am Main - Der Dax  ist am Donnerstag schwächer in den Handel gestartet. Bis 9.45 Uhr verlor der Index 55 Punkte auf 6635 Zähler, ein Minus von 0,8 Prozent.

Am Vortag hatte der deutsche Leitindex 0,15 Prozent auf 6.691,32 Punkte gewonnen und damit auf dem höchsten Stand seit rund sechs Jahren geschlossen. Das am Vortag veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank sorgte jedoch für einen Dämpfer.

Der US-Leitindex Dow Jones  hatte zwar gut behauptet geschlossen, nach Börsenschluss in Europa aber noch fast 100 Punkte eingebüßt. Ursache war die Veröffentlichung des jüngsten Sitzungsprotokolls der US-Notenbank - der Fed-Minutes. Die Inflation gebe weiterhin Anlass zur Sorge und daher seien Zinserhöhungen möglich, hieß es in dem Protokoll.

Der Nikkei  in Tokio schloss dagegen nach einer verkürzten Sitzung etwas fester. Händler verwiesen auf den schwächeren Yen.

Autotitel: Mehr Absatz in den USA

Die neuesten US-Autoabsatzzahlen für 2006 dürften die Kurse der entsprechenden Unternehmen bewegen. Während die deutschen Autobauer im vergangenen Jahr steigende Absatzzahlen aufwiesen, konnten die US-Konkurrenten ihre Position auf ihrem Heimatmarkt nicht verbessern.

Mercedes-Benz erhöhte den Absatz in den Vereinigten Staaten um elf Prozent auf 248.080 Stück. BMW  konnte im Gesamtjahr 313.603 (Vorjahr: 307.020) Fahrzeuge verkaufen. Dies sei ein Rekordwert, teilte BMW mit. Allerdings senkte die Citigroup  den Titel des Münchener Konzerns von "Buy" auf "Hold".

Volkswagen  legte 2006 auf dem schwierigen US-Markt um 4,9 Prozent auf 235.140 Fahrzeuge zu. Die VW-Tochter Audi  hat in den USA 2006 erstmals mehr als 90.000 Fahrzeuge verkauft. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge sei in dem Rekordjahr um 8,5 Prozent auf 90.116 Stück gestiegen. Porsche  konnte 2006 in Nordamerika einen Absatzrekord eingefahren.

MDax: Merck gefragt

Im MDAX sollten die Aktien der Merck KGaA im Auge behalten werden. Der Pharma- und Chemiekonzern prüft einen Rückzug aus dem Geschäft mit patentfreien Nachahmer-Medikamenten (Generika). Wie das "Handelsblatt" aus Kreisen erfuhr, hat der Gesellschafterrat von Merck bereits grünes Licht für die Suche nach einem Käufer gegeben.

Ein Sprecher von Merck wollte am Mittwoch die Informationen nicht kommentieren, hieß es weiter. Lege man die Bewertungen bei anderen Generika-Transaktionen zu Grunde, kann Merck mit einem Verkaufserlös von gut vier Milliarden Euro rechnen. Händler bewerteten die Neuigkeit positiv. Der Preis erscheine angemessen.

Die Aktien von Douglas  stehen aufgrund einer Commerzbank-Studie im Blick. Laut Händlern haben die Analysten das Kursziel um 7,2 Prozent auf 43 Euro erhöht. Ein Börsianer wies zudem auf die positive Kaufsignale der Aktie hin, die die Papiere bereits am Vortag gegeben hätten.

Auch die Titel von Praktiker  könnten von einem positiven Analystenkommentar bewegt werden. Die Deutsche Bank hatte den Titel von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 28,00 auf 32,60 Euro erhöht.

manager-magazin.de mit dpa

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