Märkte Daimler, Ifo und Zinsen im Blick

Der Dax ist mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Das Geschäftsklima in Deutschland dürfte sich nur leicht eintrüben, während DaimlerChrysler-Anleger schon mit größerer Sorge die Quartalszahlen erwarten. Die US-Leitzinsen dürften indessen unverändert bleiben.

Frankfurt am Main - Der Dax  notierte um 9.30 Uhr etwas schwächer bei 6238 Punkten - am Vortag hatte der deutsche Leitindex 0,1 Prozent auf 6.247 Zähler hinzugewonnen.

Die Vorgaben sind uneinheitlich: Der US-Leitindex Dow Jones  schloss am Vorabend gut behauptet (plus 0,1 Prozent) auf neuem Rekord und hatte nach Xetra-Schluss noch 10 Punkte auf 12127 Punkte zugelegt. Der Nasdaq Composite gab dagegen um 0,5 Prozent Zähler nach. In Tokio sackte der Nikkei  am Mittwoch um 0,4 Prozent ins Minus.

Im Fokus stehen laut Händlern heute vor allem der ifo-Geschäftsklimaindex am Vormittag, die Zahlen von DaimlerChrysler  am Mittag sowie der US-Zinsentscheid am Abend.

Anleger erwarten, dass die Fed die US-Leitzinsen heute unverändert bei 5,25 Prozent belassen wird. Eine Zinssenkung bereits zu diesem Zeitpunkt ist nach Ansicht der meisten Beobachter unwahrscheinlich.

Ifo-Index behauptet erwartet

Die sehr lebhafte Konjunktur dürfte das deutsche Geschäftsklima nach Ansicht von Experten trotz weiter eingetrübter Konjunkturerwartungen stabilisiert haben Bankenvolkswirte gehen davon aus, dass der vom Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung berechnete Geschäftsklimaindex im Oktober nur leicht von 104,9 auf 104,5 Punkte gefallen ist. Die Daten werden heute um 10.00 Uhr veröffentlicht.

Der Ifo-Index hatte im Juni mit 106,8 Punkten den höchsten Stand seit gut 15 Jahren erreicht und befindet sich seitdem wieder in einem Abwärtstrend. Der unter rund 7000 Unternehmen erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als eines der wichtigsten Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft.

Zahlen von DaimlerChrysler: Probleme mit US-Sparte

Die Aktien von DaimlerChrysler dürften außerdem im Fokus stehen. Der Automobilkonzern legt am Mittag (12.30 Uhr) Zahlen vor. DaimlerChrysler ist nach Einschätzung von Analysten im dritten Quartal wegen der erneuten Probleme bei der US-Tochter Chrysler unter Druck geraten. "Bei Mercedes sieht es wieder ganz gut aus, aber dafür ist jetzt Chrysler die Baustelle", sagte ein Analyst. Der Konzern hatte wegen der Probleme in den USA Mitte September seine Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr gekappt.

Wegen Absatzproblemen und Produktionskürzungen hat Chrysler im September für das dritte Quartal überraschend einen operativen Verlust von 1,2 Milliarden Euro und für das Gesamtjahr von rund 1,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Aufgrund der stark gestiegenen Kraftstoffpreise bevorzugen die US-Kunden kleinere, verbrauchsärmere Pkw und lassen die einst beliebten Geländewagen, Pick-ups und Minivans mit vergleichsweise hohem Benzinbedarf, auf die 71 Prozent des Chrysler-Produkte entfallen, links liegen.

DaimlerChrysler  rechnet nur noch mit einem operativen Gewinn von 5,0 Milliarden Euro statt mit 6,0 Milliarden Euro nach knapp 5,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Darin sind mögliche Ergebnisbelastungen durch die Beteiligung am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, der mit der Airbus-Krise zu kämpfen hat, noch nicht einmal enthalten.

manager-magazin.de mit Material von dpa/reuters

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