Börsenschluss Wende ins Plus geschafft

Der Dax kreuzte heute vom Plus ins Minus und wieder zurück. Für den Anleger endet der anstrengende Tag an der Börse unter dem Strich positiv. Ausschlaggebend für den Schlusskurs waren unter anderem die Aktien von MAN.

Frankfurt am Main - Die meisten Aktien im deutschen Leitindex Dax  starteten zwar voll Schwung in den Donnerstag, mussten aber nach der Veröffentlichung von US-Konjunkturdaten ihre Gewinne teilweise wieder abgegeben. In den USA ist der Einzelhandelsumsatz im August überraschend gestiegen. Zugleich stiegen aber auch die Importpreise stärker als erwartet.

Kurz vor Handelsbeginn an der New Yorker Wall Street notierte der Dax  noch 0,2 Prozent leichter bei 5895 Punkten. Sein Tageshoch hatte der Index bereits am Morgen bei 5935 Zählern erreicht, um dann bei 5907 zu schließen. Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, legte im Verlauf des Tages dagegen um 0,5 Prozent auf 8266 Punkte zu. Der TecDax  stieg um 0,53 Prozent.

Versuch einer Erklärung des Hin und Her: "Die Anleger haben die US-Konjunkturdaten als willkommenen Anlass genommen, nach dem Kursanstieg der letzten drei Tage Gewinne mitzunehmen", sagte ein Händler. Neue Impulse dürften von der Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche ausgehen.

Tagesgewinner im Dax waren die Wertpapiere von MAN . Sie wurden von der geplanten Übernahme durch den schwedischen Konkurrenten Scania  in neue Höhen getrieben und hielten mit einem Plus von über fünf Prozent über den Nachmittag die Spitzenposition im Dax. Zuletzt war aus Branchenkreisen zu hören, die Scania-Anteilseigner Volkswagen  und die Beteiligungsgesellschaft Investor  wollten bei der Entscheidung über das erwartete MAN-Übernahmeangebot gemeinsam handeln. Sollte die Scania-Übernahme scheitern, so denke MAN offensichtlich auch über den Erwerb eines anderen Wettbewerbers nach. Im Gespräch sei der US-Nutzfahrzeugbauer Navistar. Papiere von Continental schlugen sich gleichfalls gut, legten um fast 2,5 Prozent zu.

Dagegen litten Titel von ThyssenKrupp  unter einer negative Analystenstudie und Warnstreiks in der Stahlindustrie und fielen zuletzt noch um ein halbes Prozent. Die Analysten der Credit Suisse hatten den Dax-Wert von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft und das Kursziel von 30 auf 23 Euro gesenkt. Der Stahlmarkt leide derzeit weltweit unter einem Überangebot, hieß es.

Im MDax  stieg der Wert der Aktien von Wincor Nixdorf zuletzt um rund 3 Prozent auf rund 112 Euro und führten damit den Index an. Der Geldautomaten- und Kassensystemhersteller hat von der China Construction Bank einen Folgeauftrag zur Lieferung von 900 Geldautomaten erhalten.

Aktien von Evotec  waren mit minus 3,6 Prozent größter Verlierer im TecDax . Zeitweilig hatten die Verluste hier rund 12 Prozent betragen. Das Biotechunternehmen führt die Entwicklung des Alzheimer-Wirkstoffkandidaten EVT 301 nicht fort. Händler werteten den Entwicklungsstopp sehr negativ, auch wenn sich der Alzheimer-Wirkstoffkandidat noch in einer sehr frühen Phase befunden habe.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ddp

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