Börsenschluss Autowerte verlieren

Belastet von US-Konjunkturdaten sind deutsche Aktien am Mittwoch schwach aus dem Handel gegangen. Nach negativen Einschätzungen durch Analysten gehörten insbesondere Autotitel zu den Verlierern.

Frankfurt am Main - Sorgen vor weiter steigenden Zinsen in den USA haben am Mittwoch laut Händlern die Aktienmärkte belastet. "Der überraschend starke Anstieg der US-Lohnstückkosten im zweiten Quartal schürt die Zinsängste am Markt", sagte ein Börsianer. Der Dax  verlor zum Handelsschluss 1,21 Prozent auf 5813 Zähler. Auch für den MDax  ging es um 0,43 Prozent auf 8192 Punkte nach unten. Der TecDax  gab 0,87 Prozent auf 643 Zähler ab.

Aktien von ThyssenKrupp  verloren 1,87 Prozent auf 26,74 Euro. Händler verwiesen auf eine Abstufung durch die HSBC von "Overweight" auf "Underweight". Zudem äußerten sich die Analysten zum gesamten Stahlsektor skeptisch. "Der Handel ist extrem ruhig, da reicht eine negative Studie aus, um einen Titel zu belasten", sagte ein Börsianer.

Stärkster Verlierer im DAX waren die Papiere der Deutschen Börse , die 2,3 Prozent auf 118,15 Euro abgaben. Continental-Aktien  büßten 2,1 Prozent auf 81,81 Euro ein.

Auch die Titel des Nutzfahrzeugherstellers MAN  hielten sich an der Dax-Spitze und gewannen 0,77 Prozent auf 61,26 Euro. Unterstützend wirkte sich Händlern zufolge ein positiver Analystenkommentar von UBS aus. Börsianer sprachen zudem von einem charttechnisch positiven Bild bei dem Titel, nachdem die jüngste Seitwärtsbewegung nach oben aufgelöst worden sei.

Autowerte gaben deutlich nach. Die Aktien von DaimlerChrysler  verloren 1,72 Prozent auf 40,59 Euro. Händler verwiesen auf eine Abstufung durch Lehman Brothers. Da auch die Einschätzung für den französischen Autohersteller Peugeot  gesenkt wurde, werde der ganze Sektor belastet.

BMW  fielen um 1,98 Prozent auf 39,62 Euro, VW  gaben 0,50 Prozent auf 63,35 Euro ab - hier stützte der starke Absatz in China den Kurs. Titel des Sportwagenherstellers Porsche  verloren 1,64 Prozent auf 776,00 Euro.

Salzgitter  gewannen 1,42 Prozent auf 74,10 Euro. Einem Händler zufolge sind die Titel des Stahlherstellers günstig bewertet. "Aktuell weist Salzgitter ein relativ niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis auf - somit besteht Aufholpotenzial", sagte der Börsianer.

Beige Book: US-Wirtschaft wächst langsamer

Die US-Wirtschaft ist der Notenbank Fed zufolge von Mitte Juli bis Ende August durch die Bank weiter gewachsen. In fünf von zwölf Regionen habe sich das Wachstum aber verlangsamt, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht "Beige Book" der Fed.

Es gebe zwar in einigen Bereichen Preissteigerungen, die aber offenbar nicht zu einem generellen Anstieg der Verbraucherpreise führten. Den Bericht erstellte dieses Mal die Fed des Bezirks New York auf Basis von Daten bis einschließlich 28. August. Die US-Börsen regierten kaum auf den Bericht.

Postbank rückt in den Dax auf

Postbank rückt in den Dax auf

Wie von den meisten Börsianern erwartet gewann die Postbank  das Rennen mit dem Pharmakonzern Merck  um den Aufstieg in den Leitindex Dax. Die Postbank nimmt den Platz des Pharmakonzerns Schering  ein, der nach der Übernahme durch Bayer  in den Nebenwerteindex MDax absteigt.

Auf die Aktienkurse wirkten sich die Änderungen aber kaum aus, da vieles schon vorweg genommen worden war. Die Postbank-Aktien, die ab dem 18. September in der ersten Börsenliga spielen werden, schlossen 1,2 Prozent im Minus. Die Papiere von Merck fielen um 0,6 Prozent, Schering schlossen kaum verändert.

Überraschend kam für einige Börsianer der Aufstieg von Deutz  in den MDax. Die Aktien des Motorenbauers gewannen ein Prozent. Deutz ersetzt den Immobilienkonzern Vivacon , dessen Anteilsscheine nach dem geplatzten Börsengang eines Ablegers in London massiv unter Druck geraten waren. Die Vivacon-Papiere führten mit einem Minus von 4 Prozent die Verliererliste im MDax an.

Im TecDax verdrängen der Anbieter von Internetzahlungssystemen Wirecard und der Netzwerkausrüster Adva  die Biotechfirma Medigene  und den Internetsoftware-Entwickler Combots . Die Anteilsscheine von Medigene und Combots verloren mehr als 2 Prozent.

m SDax kommt es zu einem größeren Stühlerücken. Die Aktien des erst seit Mai börsennotierten Billigfliegers Air Berlin  steigen wie erwartet in den Kleinwerteindex auf. Sie legten 3,4 Prozent zu. Neben Air Berlin schafften auch die Börsenneulinge Cat Oil , Demag Cranes und Klöckner & Co.  den Sprung in den SDax. Darüber hinaus rückt die Immobilienfirma Deutsche Wohnen in den Kleinwerteindex auf.

Aus dem SDax herausfallen werden die Aktien des Glücksspielanbieters Fluxx , des Keramikproduzenten Villeroy + Boch & Boch, des Kuvertieranlagenhersteller Böwe Systec, des Tiefdruckkonzerns Schlott  und des Maschinenbauers Klöckner-Werke .

Der Euro verlor am Mittwoch gegenüber dem Dollar deutlich an Wert und notierte am Abend bei 1,2790 Dollar. Am Vormittag war die Gemeinschaftswährung kurzzeitig bei 1,2836 Dollar gehandelt worden. Die Europäische Zentralbank hatte am Mittag einen Referenzkurs von 1,2793 Dollar festgestellt.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa, reuters

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