Märkte Börsentag mit Happy End

Die Stimmung am Frankfurter Aktienmarkt war am Donnerstag zwischenzeitlich im Keller. Siemens und DaimlerChrysler hatten den Dax nach unten gezogen, der erst nach neuen Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke wieder drehte.

Frankfurt am Main - Die deutschen Aktien haben am Donnerstag ihre Tagesverluste eingedämmt und lediglich etwas schwächer geschlossen. "Die Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke haben den Markt deutlich beruhigt", sagte ein Händler. Die US-Notenbank könnte ihre Leitzinserhöhungen demnach auch bei weiter bestehenden Inflationsrisiken aussetzen. Allerdings würde eine Pause keinesfalls ein Ende der Zinserhöhungen bedeuten, so Bernanke vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongress.

Der Leitindex Dax  gab zum Handelsschluss 0,64 Prozent auf 6068 Zähler ab, nachdem er zwischenzeitlich sogar auf bis zu 6021 Zähler abgerutscht war. Zuvor hatten Unternehmenszahlen die Stimmung im Tagesverlauf getrübt. Der MDax  mittelgroßer Werte sank um 0,49 Prozent auf 8785 Zähler. Der TecDax  verlor 1,80 Prozent auf 727 Punkte.

Schwächster Wert im Dax waren nach der Vorlage von Zahlen DaimlerChrysler  mit einem Minus von 3,94 Prozent auf 44,83 Euro. Händler bezeichneten die vorgelegten Quartalszahlen in ersten Einschätzungen als sehr enttäuschend. Insbesondere das operative Ergebnis bei Mercedes belastete die Stimmung deutlich, hieß es. Zudem bleibe der Ausblick unter den bisherigen Markterwartungen.

Klarer Gewinner waren die Titel von Bayer  mit plus 3,49 Prozent auf 36,75 Euro. Der Chemie- und Pharmakonzern hat dank eines robusten Gesundheitsgeschäfts das operative Ergebnis überraschend gesteigert. Händler bezeichneten die Zahlen auf Umsatz- sowie auf operativer Ebene als besser als erwartet.

Siemens  mussten hingegen deutliche Verluste hinnehmen und gaben 3,05 Prozent auf 77,34 Euro ab. Nach unerwartet positiven Zahlen hatten die Titel Händlern zufolge mit Gewinnmitnahmen zu kämpfen.

Versorgertitel standen ebenfalls unter Druck. Eon  verloren 1,12 Prozent auf 96,10 Euro. Der weltweit größte Gasförderer Gazprom hat einen ursprünglich für April angestrebten Vertragsabschluss mit Eon Ruhrgas über ein gemeinsames Förderprojekt in Westsibirien verschoben. Auch RWE  verloren 2,26 Prozent auf 68,81 Euro.

Im MDax kletterten Aktien von Merck KGaA  um 3,79 Prozent auf 85,00 Euro. Die Papiere profitierten von einem kräftigen Gewinnanstieg im ersten Quartal und einer angehobenen Prognose. Marktteilnehmer äußerten sich positiv zu den Zahlen.

HeidelbergerCement  begaben sich auf Berg- und Talfahrt. Die Papiere gingen mit minus 1,22 Prozent auf 96,10 Euro aus dem Handel, waren aber zwischenzeitlich bis auf 98,50 Euro gestiegen. Deutschlands größter Baustoffhersteller hatte zuvor überraschend die Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. "Die Zahlen sind relativ deutlich über den Erwartungen ausgefallen", kommentierte ein Händler. Allerdings dürften auf dem hohen Kursniveau einige Anleger zuschlagen und nach guten Nachrichten Kasse machen.

dpa

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