Börsenschluss Vor der 5900-Punkte-Marke gestoppt

Deutschlands Aktienmärkte haben sich heute in guter Verfassung präsentiert. Fast alle wichtigen Börsenbarometer schlossen im Plus, der Deutsche Aktienindex nur knapp vor der 5900-Punkte-Marke. Besonders gefragt waren die Anteilsscheine von MAN, Eon und BMW.

Frankfurt am Main - Unterstützt von Kursgewinnen der amerikanischen Börsen, der Aussicht auf ein anhaltend robustes US-Wirtschaftswachstum und überraschenden Firmenneuigkeiten aus Deutschland hat der Deutsche Aktienindex (Dax)  heute zugelegt. Deutschlands bedeutendstes Börsenbarometer gewann 0,47 Prozent auf 5897,48 Punkte. Der MDax  der mittelgroßen Aktiengesellschaften stieg 0,75 Prozent auf 8499,49 Zähler. Einzig der Technologieindex TecDax  büßte 0,09 Prozent auf 727,92 Zähler ein.

"Wir stehen kurz vor der 6000er-Marke beim Dax, wir könnten möglicherweise morgen daran kratzen", sagte Marktstratege Markus Morsch von der Commerzbank . Insbesondere die Technologiewerte in den USA sorgten für Schwung. In Deutschland hätten mehrere Dax-Schwergewichte Potenzial, weiter zu steigen.

Auf dem Börsenparkett in Frankfurt am Main sorgten heute vor allem die Altana-Aktien  für Aufsehen. Ihr Kurs stieg bis zum Abend um 5,14 Prozent auf 49,70 Euro und damit an die Spitze der Dax-Liste. Händler spekulierten offenbar nicht nur auf gute Geschäftszahlen des Bad Homburger Unternehmens, die morgen veröffentlicht werden sollen. Einige Börsianer erwarten scheinbar auch, dass Altanas Pharmasparte das Interesse anderer Firmen wecken könnte.

Zu den Spitzenwerten gehörten auch Infineon-Aktien  mit einem Plus von 2,37 Prozent auf 8,21 Euro. Händler verwiesen auf positive Vorgaben aus der Halbleiterbranche und inzwischen dementierte Spekulationen am Markt, wonach der Chiphersteller einen Käufer für seine DRAM-Sparte gefunden habe. "Das Thema bleibt dennoch weiter interessant", sagte ein Händler.

Gut entwickelten sich auch die MAN-Aktien  Sie gewannen 1,89 Prozent auf 54,51 Euro an Wert, nachdem MAN-Chef Hakan Samuelsson den Verkauf der Druckmaschinensparte Roland ankündigte. Der Mischkonzern gibt die Mehrheit an seinem Tochterkonzern an die Allianz-Tochter Capital Partners ab. Die Anteilsscheine von MAN setzten sich mit weitem Abstand an die Dax-Spitze, viele Händler hat die Nachricht überrascht.

An der Spitze der wichtigsten deutschen Aktien stehen heute auch die Papiere von BMW . Sie notieren derzeit 1,98 Prozent im Plus bei 42,70 Euro, nachdem sie zwischenzeitlich sogar ein Dreieinhalbjahreshoch bei gut 44 Euro erreicht hatten. Der Münchener Autobauer peilt für 2006 einen Anstieg des operativen Gewinns auf einen Rekordwert von vier Milliarden Euro an.

Besonders gefragt sind auch die Titel des Dax-Schwergewichtes Eon , die sich um 2,2 Prozent auf 94,60 Euro verteuern. Analysten der Deutschen Bank  hatten zuvor mitgeteilt, in den kommenden Wochen Kurssteigerungen der Aktie bis auf 105 Euro zu erwarten, die Wertpapierexperten der Investmentbank Goldman Sachs  auf 102 Euro.

Abgaben von 0,37 Prozent auf 33,46 Euro mussten dagegen die Besitzer von Bayer-Aktien  hinnehmen. Zuvor waren Spekulationen aufgetaucht, dass Bayer für Schering  bieten werde. Bayer wollte die Spekulation nicht kommentieren.

Der größte Verlierer unter den deutschen Standardwerten waren heute allerdings die Schering-Aktien . Die Anteilsscheine des Pharmaunternehmens gaben mit 1,36 Prozent auf nunmehr 82,61 Euro einen kleinen Teil ihres 26-prozentigen Kursgewinns vom Montag ab. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA  hatte ein Übernahmeangebot für seinen Berliner Konkurrenten abgegeben.

Hohes Nebenwertekursplus

Hohes Nebenwertekursplus

Aus dem Nebenwerteindex MDax ragte heute unter anderem die Kursentwicklung von Beiersdorf  heraus. Die Titel des Hamburger Unternehmens gewannen 4,76 Prozent auf 123,66 Euro hinzu. Wertpapierexperten der Deutschen Bank  hatten Anlegern erneut empfohlen, die Aktie zu kaufen.

Im Technologieindex TecDax  sticht unter anderem die Kursentwicklung der Aixtron-Aktie  hervor; sie legt um 3 Prozent auf 3,43 Euro hinzu. Der tief in die roten Zahlen geratene Anlagenbauer will im laufenden Jahr mit Hilfe von Einsparungen wieder die Gewinnzone erreichen. Die Titel von GPC Biotech  geben dagegen 2,34 Prozent auf 13,76 Euro nach - und rutschen damit an das Ende des deutschen Technologieindexes. Das Unternehmen hat seinen Verlust im vergangenen Jahr wegen hoher Forschungsausgaben ausgeweitet.

Die Aktien des SDax-Neulings Thielert  bauten ihre Vortagesgewinne kräftig aus und verteuerten sich um gut 8 Prozent auf 21,95 Euro. Der Flugzeugmotorenhersteller will den US-Wettbewerber Superior Air Parts kaufen. Außerdem peilt Thielert für 2006 ein Umsatzplus von 50 Prozent an. Das Zusatzgeschäft durch die Akquisition sei dabei nicht eingerechnet.

Der Euro gewann heute gegenüber den wichtigsten übrigen Währungen der Welt an Wert. Ein Euro kostet derzeit etwa 1,2030 Dollar. Damit hat die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Vortagesreferenzkurs der Europäischen Zentralbank um nahezu einen US-Cent zugelegt.

Der Preis für Rohöl des Förderkartells der Organisation exportierenden Länder (Opec) ist am Dienstag deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) aus den Opec-Fördergebieten 57,69 US-Dollar im Vergleich zu 56,41 Dollar am Montag. Experten begründeten den Preisanstieg mit den jüngsten Produktionseinbußen im unruhegeschüttelten Opec-Staat Nigeria.

In den USA gewann der Dow-Jones-Aktienindex  zum Börsenschluss in Deutschland 0,02 Prozent auf 11154 Punkte. Für die technologieorientierte Nasdaq Composite  ging es um 0,05 Prozent auf 2297 Zähler nach oben. Der EuroStoxx 50  stieg um 0,23 Prozent auf 3842,16 Punkte.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa, dpa-afx und ddp

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