Märkte Von Übernahmen und Fusionen

Der Börsenindex Dax steht heute ganz unter dem Eindruck der Übernahmeofferte von Eon an Endesa sowie der Fusionspläne der Deutschen Börse mit Euronext. Belastet von negativen Vorgaben aus Übersee verharrt der Leitindex auf Vortagesniveau.

Frankfurt am Main - Nach anfänglichen Verlusten hat sich der Dax  am Mittwoch wieder gefangen und notierte mit 5802 Zählern in etwa auf Vortagesniveau. Der MDax  gab 0,1 Prozent auf 8238 Punkte ab, der TecDax  kletterte um 733 Zähler. Der US-Leitindex Dow Jones  hatte am Vorabend nach Xetra-Schluss mehr als 25 Punkte verloren. Auch die Börse in Tokio schloss im Minus.

Die am Vortag gefragten Eon-Aktien  legten erneut 0,8 Prozent auf 96,36 Euro zu, obwohl der spanische Stromversorger Endesa  die Übernahmeofferte des deutschen Energiekonzerns als unangemessen bezeichnet hat. Das Angebot über 29,1 Milliarden Euro spiegele den tatsächlichen Wert Endesas nicht angemessen wider, hatte das Unternehmen erklärt.

Die Deutsche Börse  hat am Mittwoch leicht positiv auf die Bilanz 2005 reagiert. Vor allem die Fusionsfantasien trieben den Kurs. Die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers gewannen 0,4 Prozent auf 106,00 Euro. Bei 108,56 Euro wurde im frühen Handel ein neuer Rekordstand erreicht. Die Bilanz fiel laut Händlern "wie erwartet bis etwas besser" aus, bringe aber nicht die erhofft positiven Überraschungen. Fusionsfantasie nach dem ungewöhnlich klaren Bekenntnis zu Gesprächen mit Euronext bringe aber offenbar weiteres Aufwärtspotenzial, sagten Händler. Die Deutsche Börse hatte mitgeteilt, sie "befürwortet unverändert den Dialog mit Euronext mit der Vorstellung einer Fusion unter Partnern". Nach dem steilen Kursanstieg könnte das Ausbleiben einer positiven Überraschung aber auch im Verlauf Gewinnmitnahmen auslösen.

BASF-Aktien  sind am Mittwoch nach Vorlage der Bilanz aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr leicht gestiegen. Die Papiere des weltgrößten Chemiekonzerns legten um 0,3 Prozent auf 63,20 Prozent zu. Die Bilanz von BASF fiel einer ersten Analysteneinschätzung zufolge "etwas besser als erwartet" aus. "Abgesehen vom Nettogewinn haben alle Daten leicht über den Prognosen gelegen und auch der Ausblick klingt gut", sagte ein Analyst am Morgen. Die geplanten Übernahmen von Engelhard und der Bauchemie-Sparte von Degussa  drängten die Zahlen aber in den Hintergrund.

Aktien von DaimlerChrysler  sind am Mittwoch wegen einer Abstufung unter Druck geraten. Die Papiere des Autobauers gaben 1,3 Prozent auf 46,68 Euro ab. Händler verwiesen übereinstimmend auf einen negativen Analystenkommentar als Hauptbelastungsfaktor. Credit Suisse hatte die Aktien am Morgen abgestuft. Mit diesem negativen Impuls setze sich die jüngste Korrektur fort, sagten Händler. Seit dem jüngsten Zwischenhoch vom vergangenen Donnerstag bei 50,45 Euro stünden mehr als minus sieben Prozent zu Buche.

Fresenius Medical Care  haben am Mittwoch nach Zahlen etwas an Wert gewonnen. Die Titel legten 0,9 Prozent auf 92,80 Euro zu. Der Dialyse-Spezialist hat im vierten Quartal 2005 die Umsatzerwartungen leicht übertroffen und will nun die Dividende erhöhen. Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) bestätigte die Aktien mit "Marketperformer". Das Kursziel legten sie in einer aktuellen Studie bei 95 Euro fest. Überschuss und Umsatz für das vierte Quartal hätten die LRP-Erwartungen getroffen. Der Klinikverkauf limitiere allerdings die Wachstumsstory.

dpa, dpa-afx

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