Börsenschluss Dax hält Druck stand

Deutschlands Wertpapiermarkt bleibt auf Kurs. Der Dax schloss nach einem kräftigen auf und ab wieder in der Nähe seines Vortagsniveaus. Zuvor war er kurzzeitig über 5800 Punkte geklettert. Besonders gefragt waren die Aktien der Deutschen Börse, der Deutschen Telekom und der Lufthansa.

Frankfurt am Main - Der Deutsche Aktienindex (Dax)  ist heute zwar mit Gewinnen in den Handel gestartet und hat zwischenzeitlich sogar die Marke von 5807 Indexpunkten genommen; damit bauten die bedeutendsten Aktien an Frankfurts Wertpapiermarkt nicht nur ihre Vortagsgewinne aus, sie erreichten auch ein Jahreshoch. Dann allerdings rutschte der Dax ins Minus. Erst gegen Handelsschluss nahm er wieder Fahrt auf notierte ein leichtes Plus von 0,1 Prozent auf 5763 Zähler.

Einbußen müssen MDax-Anleger hinnehmen. Das Börsenbarometer der mittelgroßen deutschen Aktiengesellschaften  verlor verglichen mit dem gestrigen Schlusskurs 0,5 Prozent und rangiert nunmehr bei 8112 Zählern. Der Technologieindex TecDax  legte um 0,5 Prozent auf 711 Indexpunkte.

Aus dem wichtigsten deutschen Aktiensegment, dem Dax, raget am Dienstag vor allem die Anteilsscheine der Deutschen Börse  heraus, die um 2,0 Prozent auf 102,30 Euro hinzugewinnen. Ebenfalls gut entwickeln sich die Titel des Indexschwergewichts Deutsche Telekom . Ihr Kurs steigt um 1,3 Prozent auf 13,65 Euro. Händler verwiesen zur Begründung auf die positiv aufgenommene Jahresbilanz des Wettbewerbers France Telecom , die auch die zuletzt verbesserte Stimmung für T-Aktien aufhellten. Zudem gewann das Investment von Lufthansa-Anlegern an Wert. Die Aktien der bedeutendsten deutschen Fluggesellschaft  legen heute um 1,3 Prozent auf den neuen Kurs von 13,88 Euro zu.

Ins Minus rutschten dagegen vor allem die Titel der deutschen Autofirmen, die gestern zu den Tagesgewinnern der Börse zählten. Händler erklären ihre heutigen Kursverluste deshalb mit Gewinnmitnahmen jener Anleger, die an den Vortagen mit ihren Autoinvestments bereits Geld verdient haben. Volkswagen-Anteilsscheine verloren 0,7 Prozent auf 57,89 Euro, DaimlerChrysler-Aktien  büßen rund 0,2 Prozent an Wert ein auf 49,90 Euro und der Kurs der BMW-Titel  sank um 1,4 Prozent auf 40,05 Euro.

Zögerliche Geschäftsausblicke

Zögerliche Geschäftsausblicke

Schwach präsentierten sich auch die Commerzbank-Aktien , nachdem das Management des Frankfurter Geldhauses seine vorläufigen Jahreszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2005 präsentiert hatte. Verglichen mit dem Vorjahr konnte das Geldinstitut zwar seinen Gewinn verdreifachen und die Dividendenzahlung an seine Aktionäre verdoppeln. Der Gewinn sei aber "lediglich im Rahmen der Erwartungen" gestiegen, kommentierten mehrere Händler das Geschäft der Bank. Einige Analysten hätten zudem auf eine etwas höhere Dividende spekuliert. Commerzbank-Aktien gaben 1,0 Prozent ab auf bei 29,13 Euro.

Die Continental-Aktie  gab um 0,9 Prozent auf 85,63 Euro nach. Händler sprachen von einer Reaktion auf die negativ aufgenommenen Zahlen von Michelin . Bei dem französischen Reifenhersteller hatte der operative Gewinn 2005 laut Analysten unter den Erwartungen gelegen. Michelin-Aktien büßen daraufhin 5,6 Prozent ihres bisherigen Wertes auf 51,65 Euro ein.

Im Blickpunkt der meisten Marktbeobachter stand allerdings die Kursentwicklung einiger mittelgroßer Aktiengesellschaften: Depfa-Anteilsscheine  geben 7,1 Prozent auf 13,61 Euro nach. Hier monierten Händler das zuvor veröffentlichte schwächere Nettoergebnis des Bankhauses. Die Depfa-Aktien rutschen damit auf den letzten MDax-Platz.

Kaum besser schlugen sich die AWD-Aktien . Die Titel verloren nach anfänglichen Kursgewinnen 6,0 Prozent auf 26,91 Euro. Aktienhändler zeigen sich enttäuscht, dass der Hannoveraner Finanzdienstleister vorerst keine eigenen Aktien kaufen und so den Preis seiner Anteilsscheine tendenziell steigern wolle. Offenbar hatten viele Marktteilnehmer aber darauf spekuliert.

"AWD hat genügend Geld für Aktienrückkäufe, und auch die Genehmigung seiner Aktionäre dafür", sagte HVB-Analyst Lucio di Geronimo der Nachrichtenagentur dpa-afx. "Trotzdem will AWD erst den Verlauf des ersten Quartals 2006 abwarten. Dafür hat der Markt kein Verständnis." Enttäuschend sei zudem, dass AWD heute keinen konkreten Geschäftsausblick für das Jahr 2006 gegeben habe.

Dagegen gewannen Techem-Titel  2,4 Prozent auf 38,14 Euro. Der Energiedienstleister hat trotz teils schlechter als erwartet ausgefallener Quartalszahlen seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2005/06 (September) bestätigt.

Kursgewinne an den US-Börsen

Kursgewinne an den US-Börsen

Premiere-Papiere  gaben nach zeitweisen Kursgewinnen 0,1 Prozent auf 14,07 Euro ab. Dank der auf rund 3,57 Millionen gestiegenen Zahl von Abonnenten und einer stabilen Kündigungsrate von jährlich 13,5 Prozent steigerte der Bezahlfernsehsender im vergangenen Jahr das operative Ergebnis (Ebitda) um mehr als 70 Prozent auf 137,5 Millionen Euro. Allerdings blieb das Premiere-Management einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr schuldig.

Der Ölpreis ist am Dienstag im asiatischen Handel unter 61 Dollar gefallen. Ein Barrel der US-Sorte WTI wurde zwischenzeitlich mit 60,99 Dollar gehandelt. Dies waren 25 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Euro-Kurs bleibt derweil deutlich unter der Marke von 1,19 Dollar pro Euro. Derzeit wird die Gemeinschaftswährung zum Preis von 1,18961 Dollar gehandelt - und damit in etwa auf Vortagsniveau. Ein Dollar kostet somit 0,84061 Euro.

Nach unerwartet starken Zahlen zum US-Einzelhandel ist die Wall Street am Dienstag mit Gewinnen in den Börsentag gestartet. Der Dow-Jones-Aktienindex der Standardwerte legte in den ersten Handelsstunden um 0,4 Prozent auf 10.935 Zähler zu. Der breiter gefasste S&P-500-Index  steigt um 0,15 Prozent auf 1265 Punkte. Der Composite-Index  der US-Technologiebörse Nasdaq liegt derzeit mit 0,3 Prozent im Plus bei 2246 Indexpunkten.

Vor Börsenbeginn hatte das Handelsministerium mitgeteilt, die Umsätze der US-Einzelhändler seien im Januar dieses Jahres so stark gestiegen wie seit mehr als anderthalb Jahren nicht mehr. Die Umsätze des Einzelhandels gelten als wichtiger Indikator für die US-Wirtschaft, da sie etwa ein Drittel der gesamten Verbraucherausgaben ausmachen.

manager-magazin.de mit Material von afp, dpa, dpa-afx und reuters

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