Börsenschluss Auto-Aktien beschleunigen Dax

Deutschlands Anleger haben heute einen guten Wochenstart erlebt. Nach anfänglichen Verlusten drehte der Frankfurter Aktienleitindex Dax deutlich ins Plus – und überwandt die 5750-Punkte-Marke. An die Spitze des Leitindexes setzen sich die Anteilsscheine der Autokonzerne Volkswagen, DaimlerChrysler und BMW.

Frankfurt am Main - Deutschlands wichtigster Aktienindex Dax  startete mit Kursgewinnen in die Handelswoche. Der Leitindex Dax  legte um 0,96 Prozent auf 5765 Punkte zu. Der Nebenwerteindex MDax gewann zugleich 0,17 Prozent auf 8154 Zähler und der Technologieindex TecDax  kletterte um 0,4 Prozent auf 706 Zähler.

An der Spitze aller Dax-Werte etablierten sich heute die Anteilsscheine von Volkswagen . Aktionäre des größten Autokonzerns Europas freuten sich über einen Wertzuwachs ihres Investments um 5,18 Prozent auf 58,27 Euro.

Volkswagen plant Medienberichten zufolge wegen der schwachen Ertragslage bei der Kernmarke VW längere Wochenarbeitszeiten. VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder und Marken-Chef Wolfgang Bernhard wollten mit dem Betriebsrat bei der Marke Volkswagen über die Rückkehr zur Fünf-Tage-Woche mit 35 Stunden verhandeln. Die Mitarbeiter sollen zum gleichen Lohn länger arbeiten.

Deutliche Kursgewinne verbuchten zudem die DaimlerChrysler-Anteilsscheine , die um 4,08 Prozent auf 50 Euro zulegten. Ebenfalls gut präsentierten sich die Titel von BMW : Sie gewannen heute 2,63 Prozent an Wert auf 40,63 Euro.

Die Papiere von ThyssenKrupp  haben nach einem kräftigen auf und ab mit einem Wertzuwachs von 3,64 Prozent bei 20,50 Euro geschlossen. Der Stahlkonzern hatte heute zwar mitgeteilt, wegen sinkender Erträge in den Bereichen Stainless und Automotive mit einem Fünftel weniger Gewinn ins neue Geschäftsjahr 2005/06 gestartet zu sein. Doch die Orders seien verglichen mit dem Vorjahr deutlich in die Höhe gegangen - offenbar genug gute Aussichten für die Börsianer.

Knapp im Plus hielten sich die BASF-Aktien , die 0,14 Prozent auf 63,81 Euro gewannen. Einem Pressebericht zufolge hat der Chemiekonzern sein Angebot für die Bauchemiesparte von Degussa  auf 2,8 Milliarden Euro erhöht. Der Nachschlag sei notwendig geworden, um mit Konkurrenzangeboten von Finanzinvestoren gleich zu ziehen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkreise. Noch immer sollen die übrigen Bieter aber zwischen 100 Millionen und 200 Millionen Euro mehr für die Degussa-Bauchemiesparte bieten als BASF.

An das Ende der Dax-Liste rutschten heute die Titel von SAP . Die Papiere des Walldorfer Softwarehauses verloren 0,72 Prozent auf 166,21 Euro, nachdem SAP einen wichtigen Auftrag in den USA nicht erhalten hat. Statt dessen kam Erzrivale Oracle  zum Zuge.

Im MDax überzeugten heute vor allem die Aktien von Leoni . Sie gewannen 4,22 Prozent auf 28,95 Euro. Dagegen schlossen die Puma-Papiere  nach anfänglich hohen Gewinnen mit 290,25 nur noch knapp über Vortagsniveau. Die Analysten der Deutschen Bank  hatten Anlegern die Aktien heute zum Kauf empfohlen.

Ebenfalls auf Vortagskurs hielten sich Fraport-Titel , die sich bei einem Kurs von 58,50 Euro einpendelten. Der Frankfurter Flughafenbetreiber hat im vergangenen Monat wegen Flugausfällen durch Schnee und Streiks im Ausland etwas weniger Passagiere abgefertigt als im Vorjahr. Mit 3,7 Millionen Passagieren sind an Deutschlands größtem Airport Frankfurt am Main 0,5 Prozent weniger Fluggäste registriert worden. Konzernweit ging die Zahl der Passagiere bei dem Flughafenbetreiber um 4,8 Prozent auf 4,765 Millionen zurück.

Amerikas Börsen unter Druck

Amerikas Börsen unter Druck

Die Premiere-Aktie  rutschte mit 7,42 Prozent ins Minus und an das MDax-Ende. Einen Tag vor der Veröffentlichung des Jahresergebnisses des Unternehmens zeigten sich die Anleger skeptisch. Zum Ende des elektronischen Handels kostete eine Premiere-Aktie heute 14,09 Euro.

Aktien von Börsenneuling Primion Technology  sind am Montag in Frankfurt mit einem Kurs von 14,75 Euro in den Xetra-Handel gestartet. Damit lagen sie über dem Ausgabepreis von 14,50 Euro. Zuletzt notierten die Titel allerdings mit 14,47 Euro knapp unter ihrem Ausgabepreis. Laut Unternehmen waren die Primion-Aktien mehrfach überzeichnet. Der Börsengang ist der erste des Jahres im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse.

Die US-amerikanischen Aktien haben sich am Montag bei nachrichtenarmem Handel uneinheitlich entwickelt. Während sich die Standardwerte zumindest knapp behaupteten, standen die Technologietitel nach einem negativen "Barrons"-Artikel über Google  überwiegend unter Druck.

So hält beispielsweise der Dow-Jones-Aktienindex  mit 10.920 Zählern sein Vortagsniveau. Der deutlich mehr Aktien umfassende S&P-500-Index dagegen büßt allerdings 0,1 Prozent auf 1265 Punkte ein. Und der Composite-Index  der Technologiebörse Nasdaq verliert 0,5 Prozent auf 2250 Punkte.

Zur Stütze der New Yorker Börse entwickeln sich heute die Aktien der Investmentbank Merrill Lynch , die um 1,75 Prozent auf 74,05 Dollar an Wert zulegen. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge befindet sich die US-Großbank in fortgeschrittenen Gesprächen zum Kauf eines Minderheitsanteils am Vermögensverwalter Black Rock  für rund acht Milliarden Dollar.

Unter den Technikwerten verloren Google-Aktien als schwächster Wert im Nasdaq-Auswahlindex 4,3 Prozent auf 346,91 Dollar. Durch die wachsende Konkurrenz von Microsoft  und Yahoo  könne sich der Kurs der Aktie halbieren, hieß es in dem Bericht. Problematisch sei auch der zunehmende Preisdruck im Online-Werbegeschäft.

Die Titel von Agilent Technologies  gerieten nach Zahlenvorlage ebenfalls unter Druck. Das US-Unternehmen für Mess- und Testtechnik hatte Analysten zufolge die Erwartungen für das erste Quartal übertroffen. Es sei mit einem Reingewinn von 30 Cent je Aktie gerechnet worden, Agilent habe hingegen 32 Cent erwirtschaftet. Der Kurs der Papiere sank um 3,65 Prozent auf 34,56 Dollar.

Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung Euro schwankte am Abend um die Marke von 1,19 Dollar. Damit erholte sich der Euro ein wenig, verglichen mit den Mittagnotierungen. Da hatte die Europäische Zentralbank noch einen Referenzkurs von 1,1888 Dollar festgestellt.

manager-magazin.de mit Material von dpa, dpa-afx und reuters

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