Börsenschluss Schlussspurt gescheitert

Der Dax hat die 5700-Punkte-Marke heute nicht überwunden. Erst kurz vor Handelsschluss nahm der Index noch einmal Fahrt auf, doch auch der letzte Anlauf verpuffte. Besonders gefragt waren die Papiere der Lufthansa und der Deutschen Börse.

Frankfurt am Main - Nachdem der Dax  am Dienstagmorgen mit 5697 Punkten den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren erreicht hat, rutschte der Index im weiteren Handelsverlauf ab. Mittlerweile rangiert der Leitindex 0,25 Prozent im Plus bei 5674,15 Punkten. Der MDax  verliert dagegen an Wert und präsentiert sich 0,56 Prozent leichter bei 8004,1 Punkten. Zudem büßt der Technologie-Index TecDax  0,81 Prozent auf 672,6 Zähler ein.

Mit Spannung wird am Markt auf die letzte Sitzung der US-Notenbank unter ihrem scheidenden Präsidenten Alan Greenspan gewartet. Erwartet wird eine Zinserhöhung auf 4,5 Prozent. Dies sorge aber nur für ein Nachlassen der Dynamik am Markt - es ändere nichts an dem positiven Trend. "Technisch sieht der Markt gut aus und auch fundamental gibt es noch Luft nach oben", sagte Markus Morsch von der Commerzbank.

Gekauft wurden heute vor allem Aktien der Lufthansa . Ihr Kurs stieg um 2,5 Prozent auf rund 13,10 Euro. Händler verwiesen auf einen positiven Analystenkommentar. Wertpapierexperten der Citigroup  hatten den Titel zuvor Anlegern zum Kauf empfohlen und als ein "Top Pick" unter Europas Luftfahrtwerten bezeichnet. Das Kursziel wurde von 11,20 auf 15,80 Euro erhöht.

Ebenfalls im Spitzenfeld der deutschen Aktien etablierten sich heute die Titel der Deutschen Börse , die sich um 3,1 Prozent auf 104,40 Euro verteuern. "Einige Anleger schielen offensichtlich darauf, dass die Börsenumsätze im Januar kräftig gestiegen sind", erklärte ein Händler. Die Deutsche Börse als Betreiber des Frankfurter Aktienmarktes profitiert von steigenden Handelsumsätzen.

Auf der Verliererseite standen hingegen die Papiere des Index-Schwergewichts Siemens  mit einem Abschlag von 0,53 Prozent auf 75,22 Euro. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Die Titel des Technologiekonzerns hatten in der vergangenen Woche nach Bekanntgabe eines hohen Auftragseingangs deutlich an Wert gewonnen.

Zu den schwächsten Papieren im Leitindex zählten darüber hinaus die Aktien von Tui , die sich um 1,42 Prozent auf 17,40 Euro verbilligten. Equinet-Analyst Thomas Nagel begründete die Kursverluste mit der Enttäuschung der Anleger, dass die Aktie in den vergangenen Tagen nicht aus ihrer aktuellen Handelsspanne zwischen 17,10 und 17,70 Euro ausbrechen konnte.

Größter Dax-Verlierer waren mit einem Kursrückgang von 1,97 Prozent auf 111,48 Euro die Papiere der Münchener Rück . Händler erklärten den Abschlag mit trüben Geschäftsaussichten des Rückversicherers PartnerRe. "PartnerRe sieht Preisdruck für die gesamte Branche der Rückversicherer", sagte ein Händler.

MTU Aero Engines führen MDax an

Aktien von MTU Aero Engines  setzten sich mit einem Plus von 5,99 Prozent auf 27,99 Euro an die Spitze des MDax . Die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs  hatte zuvor mitgeteilt, den bisherigen 29,3 Prozent-Anteil des Investmenthauses Kohlberg Kravis & Roberts an MTU Aero Engines bereits verkauft zu haben. Nach vorläufigen Zahlen erwartet MTU Aero Engines ein Umsatzplus in Höhe von gut 10 Prozent verglichen mit dem Vorjahreswert von 1,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) werde voraussichtlich um mehr als 30 Prozent gegenüber der Vorjahresziffer von 172 Millionen Euro anziehen.

Die Titel der Norddeutschen Affinerie  konnten ihre hohen Verluste vom Morgen eindämmen, gaben aber noch rund 2,19 Prozent auf 23,77 Euro ab. Negativ überraschte Händlern zufolge die geplante Kapitalerhöhung in Höhe von 10 Prozent des Grundkapitals. Diese soll zur Effizienssteigerung und der Expansion in China verwendet werden. "Die Höhe sei eine nette Hausnummer", sagte ein Marktteilnehmer. Diese Nachricht belaste den Kurs der Aktie. Die Zahlen und der Ausblick hätten zudem nur die Erwartungen erfüllt und seien daher kein Impulsgeber für den Titel.

Schlusslicht bei den Nebenwerten bildeten mit einem Abschlag von 4,82 Prozent auf 83,48 die Papiere von Heidelberg Cement . Börsianer verwiesen auf das 17-prozentige Kursplus der vorangegangenen Tage und sprachen von Gewinnmitnahmen.

Im TecDax stieg der Preis für Medigene-Aktien  heute zwischenzeitlich um bis zu 9,6 Prozent auf ein Sechs-Monats-Hoch von 9,60 Euro. Die Biotechnologiefirma hat für eines ihrer Medikamente eine Vermarktungs- und Entwicklungspartnerschaft mit dem US-Pharmaunternehmen Bradley geschlossen. Zum Handelsschluss blieb ein Kursgewinn in Höhe von 4,91 Prozent auf 9,19 Euro.

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