Börsenschluss Dax zeigt Stärke

Eine Stunde lang stand der Dax am Morgen im Minus. Dann setzte er seinen Aufwärtstrend der vergangenen Handelstage fort. Steigende Unternehmenserträge und der Übernahmepoker in der Stahlbranche sorgten für Kursgewinne. Stark gefragt waren die Aktien von Continental.

Frankfurt am Main - Der Deutsche Aktienindex (Dax)  hat heute erneut zugelegt. Der Leitindex notiert nach einem Plus um weitere 0,23 Prozent mittlerweile bei 5660,03 Punkten, dem höchsten Stand seit August 2001. Der MDax  der mittelgroßen deutschen Aktiengesellschaften gewann ebenfalls an Wert, und zwar um 0,1 Prozent auf 8049,23 Zähler. Und der Technologieindex TecDax  erreichte ein Plus in Höhe von 0,57 Prozent auf 678,08 Zähler.

Händler begründeten die Marktstimmung mit den guten Geschäftsberichten wichtiger Firmen und den am Freitag bekannt gewordenen Übernahmeplänen im Stahlsektor; der Branchenprimus Mittal Steel  hat ein Kaufangebot für den weltweit zweitgrößten Stahlproduzenten Arcelor  unterbreitet. Durch die Fusion könnte ThyssenKrupp  im Rennen um den kanadischen Konkurrenten Dofasco  doch noch zum Zuge kommen. Die zuletzt hohen Handelsumsätze führten Börsianer auf das starke Engagement ausländischer Investoren zurück.

Die Titel des Reifenherstellers Continental  führten die Gewinnerliste im Dax mit einem Plus von 2,88 Prozent auf 80,09 Euro an. Händler erklärten den Aufschlag unter anderem mit der Erhöhung des Kursziels durch die Analysten der Citigroup  auf 90 Euro. Zudem habe das Überspringen der Marke von 80 Euro weitere Käufe ausgelöst, sagte ein Altienhändler. "Die Aktie ist in den vergangenen Tagen hinter den Autowerten zurückgeblieben, das wird jetzt aufgeholt."

Kräftig gekauft wurden auch die Papiere von Adidas , die um 2,51 Prozent auf 174,11 Euro teurer wurden. Auslöser der starken Nachfrage war offenbar die Mitteilung des Sportartikelherstellers, mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz allein durch die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland zu rechnen. Wichtiger sei Händlern zufolge aber die Charttechnik: Der aktuelle Rekordkurs spreche für weiter anziehende Notierungen der Aktie. Zudem könnte die Übernahme von Reebok früher als erwartet abgeschlossen werden.

Die ex Dividende gehandelten Papiere von ThyssenKrupp notierten dagegen 3,87 Prozent tiefer bei 21,10 Euro. Bereinigt um die Auszahlung gaben die Papiere lediglich 0,09 Prozent auf 21,13 Euro nach. "ThyssenKrupp-Titel sind nach wie vor günstig bewertet", sagte ein Broker, der bald mit steigenden Kursen des Düsseldorfer Stahlunternehmens rechnet.

Zu den Verlierern zählten mit einem Abschlag von 0,8 Prozent auf 75,65 Euro die Titel des Dax-Schwergewichts Siemens . Börsenexperten sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem der Technologiekonzern die Finanzmärkte vergangene Woche mit einem hohen Auftragseingang positiv überrascht hatte.

Linde-Papiere  verloren am Dax-Ende 2,91 Prozent auf 66,89 Euro. Der Gasespezialist muss nach einem Zeitungsbericht bei der geplanten Übernahme des britischen Konkurrenten BOC  mit einem Loch in dessen Pensionskasse rechnen.

Unsicherheit vor Opec-Treffen

Unsicherheit vor Opec-Treffen

Im MDax standen die Titel von Premiere  in der Gunst der Anleger ganz oben. Die Aktien des Bezahlfernsehsenders gewannen bei hohen Umsätzen 4,66 Prozent auf 13,94 Euro. Händler erklärten das Plus mit einem Bericht in "Euro am Sonntag", wonach Premiere mit der Telekom über Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga verhandelt. Der Bericht nähre Spekulationen, dass Premiere bei der Bundesliga doch noch zum Zug komme, sagte ein Händler.

Übernahmespekulationen ließen zudem die Anteilsscheine von Salzgitter  um 3,43 Prozent auf 57,63 Euro steigen. Am Freitag hatten die Papiere des Stahlkonzerns bereits mehr als 8 Prozent an Wert gewonnen. "Salzgitter könnte das nächste Übernahmeziel sein, das treibt die Aktie", sagte ein Händler. Ein Salzgitter-Sprecher sagte, es gebe derzeit keine Verhandlungen wegen einer möglichen Übernahme.

An das Ende der MDax-Liste rutschten dagegen die Anteilsscheine von ProSiebenSat1 , die 2,74 Prozent auf 18,87 Euro einbüßten.

Der Euro gab gegenüber dem Dollar nach. Der Referenzkurs der Gemeinschaftswährung wurde mit 1,2082 Dollar festgesetzt nach 1,2172 Dollar am vergangenen Freitag. Dagegen hat die Furcht vor einer möglichen Kürzung der Förderung des Ölkartells Opec den Ölpreis leicht nach oben getrieben. Einen Tag vor der Ministerkonferenz der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in Wien war ungewiss, ob das Kartell seine bisherige offizielle Förderquote von 28,5 Millionen Barrel täglich (ohne Irak) beibehalten wird.

Der Preis für ein Fass (159 Liter) der US-Sorte WTI legte um 7 Cent auf 67,42 Dollar zu. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete 65,42 Dollar und damit 14 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

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