Börsenschluss Dax weit über 5600, MDax über 8000

Die Rally geht weiter: Der Dax hat die Marke von 5600 Punkten übersprungen, der MDax erreichte zeitweise 8000 Zähler. Die Indizes folgen damit den beeindruckenden Vorgaben aus den USA und Japan.

Frankfurt am Main - Glänzende Verbraucherstimmung, neue Fusionsfantasien und gute Vorgaben der Wall Street: Die Anleger am deutschen Aktienmarkt waren zum Wochenausklang glänzend aufgelegt.

Der Dax , der Donnerstag mit einem satten Gewinn von 2,2 Prozent auf 5548 Zähler geschlossen und seit Mittwoch um mehr als vier Prozent zugelegt hat, hat seine Klettertour am Freitag fortgesetzt. Erstmals seit August 2001 übersprang er die Marke von 5600 Zählern. Er schloss mit einem Plus von 1,78 Prozent auf dem Jahreshöchststand von 5.647,42 Zählern. Der MDax verbesserte sich um 1,62 Prozent auf 8.041,89 Zähler, und der TecDax  stieg um 0,87 Prozent auf 674,25 Punkte.

ThyssenKrupp  schossen um knapp 8,2 Prozent nach oben. Der Düsseldorfer Stahlkonzern kommt jetzt bei dem kanadischen Konkurrenten Dofasco möglicherweise doch noch zum Zuge.

Hintergrund: Der weltgrößte Stahlhersteller Mittal will die Nummer zwei, die Luxemburger Arcelor, übernehmen und erklärte sich bereit, ThyssenKrupp in diesem Fall seinen Anteil an Dofasco zu verkaufen.

Linde und Commerzbank auf der Gewinnerseite

Linde  legten 5,0 Prozent zu und Commerzbank  verteuerten sich um 3,9 Prozent. Gegen den Trend verloren Infineon  (minus 1,3 Prozent) und Tui  (minus 0,23 Prozent).

An der Wall Street in New York sorgten gute Geschäftszahlen von Microsoft  und Procter & Gamble  für gute Stimmung bei den Börsianern. Der Dow-Jones-Index der führenden Industriewerte verbesserte sich in den ersten Handelsstunden um 0,45 Prozent auf 10.857,66 Punkte. Der technologieorientierte Nasdaq-Index legte 0,98 Prozent auf 2.305,43 Punkte zu.

In Tokio stiegen die Kurse kräftig. Der Nikkei-Index stieg bis zum Handelsschluss um 3,58 Prozent auf 16.460,68 Zähler. Angeführt wurde der Anstieg von Sony . Die Aktie stieg nach unerwartet guten Zwischenbilanzzahlen des Elektronikriesen um 14,2 Prozent.

Der Finanzkonzern Allianz  übernimmt Finanzkreisen zufolge für eine Milliarde Dollar 2,5 Prozent an der chinesischen Großbank ICBC. Mit rund sieben Prozent für 2,6 Milliarden Dollar erhalte die US-Investmentbank Goldman Sachs  den größten Teil des zum Verkauf stehenden zehnprozentigen Pakets, erfuhr die Nachritenagentur dpa-afx am Freitag aus Finanzkreisen, die damit einen Bericht in der "Financial Times" bestätigten. Offiziell solle die Transaktion noch am Freitag bekannt gegeben werden, hieß es. Die Allianz-Aktie legte um 1,6 Prozent auf 132,48 Euro zu.

Aktien von Porsche  kletterten um 2,0 Prozent auf 642,50 Euro. Die am Freitag bekannt gegebenen Halbjahreszahlen des Sportwagenherstellers sind Analysten zufolge sehr überzeugend gewesen. Der Umsatz sei auf 3,25 Milliarden Euro gestiegen, erwartet wurden lediglich 3,108 Milliarden. Für das komplette Geschäftsjahr, das im Juli endet, ist das Unternehmen zuversichtlich.

Siemens zahlt 1,35 Euro Dividende

Siemens zahlt 1,35 Euro Dividende

Ins Minus drehte am Nachmittag die Siemens-Aktie . Sie verlor 0,3 Prozent auf 75,77 Euro. Die Titel von Siemens werden heute Ex-Dividende gehandelt. An die Anteilseigner schüttet Siemens 1,35 (Vorjahr 1,25) Euro je Aktie aus. Am gestrigen Tag der Hauptversammlung hatte das Papier um mehr als 6 Prozent zugelegt. Zur HV überraschte der Vorstand die Aktionäre mit einem unerwartet hohen Auftragspolster.

Für den Pharma- und Chemiekonzern Altana  kommt als Partner für die Pharmasparte nur ein Unternehmen mit eigener Forschung in Frage. Man gehe nicht ausschließlich nach dem höchsten Preis, sagte der Vorstandsvorsitzende Nikolaus Schweickart der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitagausgabe). "Es muss ein innovatives, forschungsgetriebenes Unternehmen sein, das global aufgestellt ist oder mit uns global aufgestellt werden kann." Ein Unternehmen ohne eigene Forschung sei als Partner nicht geeignet. Die Aktie kletterte um 0,3 Prozent auf 45,21 Euro.

Dritter Tag der Dax-Rally

Den Startschuss zur Kursrally im Dax hatten am Mittwoch ein zuversichtlicher Geschäftsausblick des deutschen Softwarehauses SAP  sowie die vom Ifo-Institut gemessene deutliche Verbesserung des Geschäftsklimas in Deutschland auch ausländische Investoren wieder an den Markt gelockt.

Unterstützung bekamen die Kurse auch von guten Konjunkturnachrichten aus Deutschland selbst: Der einsetzende Wirtschaftsaufschwung, die neue Regierung und die Vorfreude auf die Fußball-WM haben zu Jahresanfang den Pessimismus der deutschen Verbraucher vertrieben. Eine so positive Grundstimmung habe es seit dem Frühsommer 2001 nicht mehr gegeben, erklärte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Freitag zu ihrer monatlichen Umfrage. Der für Februar berechnete Konsumklima-Indikator kletterte um 0,6 auf 4,6 Zähler. Die Bürger fassten eine ungewöhnliche Zuversicht in den Aufschwung und ihre eigenen Finanzen. Deshalb denken jetzt auch viele über große Anschaffungen nach.

manager magazin.de mit Material von dpa, ddp und rtr

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