Börsenschluss DaimlerChrysler-Aktie zieht ab

Auch die kräftigen Kursgewinne bei DaimlerChrysler verhinderten nicht, dass der Dax zum Handelsschluss ins Minus drehte. Sie hielten den Autokonzern jedoch an der Index-Spitze. Mit Kurszuwächsen honorierte die Börse zudem den Rückzug von ThyssenKrupp aus dem Bietergefecht um den kanadischen Stahlhersteller Dofasco.

Frankfurt am Main - Unter dem Eindruck eines nervösen Starts an den US-Börsen hat der Dax  am Dienstag mit leichten Kursverlusten geschlossen. Der deutsche Leitindex ging 0,3 Prozent tiefer bei 5334 Punkten aus dem Handel, der MDax  kletterte hingegen 0,4 Prozent auf 7653 Zähler. Der TecDax  gewann 0,2 Prozent auf 645 Zähler.

"Die Märkte sind immer noch dabei, sich auszupendeln. Die Korrekturphase ist noch nicht abgeschlossen", sagte ein Händler. Für Unterstützung sorge zudem der leicht nachgebende Ölpreis. Ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl kostete gegen Mittag 67,50 Dollar, nachdem zu Wochenbeginn zeitweise mehr als 69 Dollar bezahlt werden musste.

Mit etwas festeren Aktienkursen präsentiert sich die New Yorker Wall Street am Dienstag im frühen Handelsverlauf. Bis zum Handelsschluss in Deutschland gewann der Dow Jones  0,3 Prozent auf 10.716 Zähler. Der Nasdaq Composite  verbesserte sich um 0,6 Prozent auf 2261 Punkte.

Größter Gewinner an der Frankfurter Börse waren mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 44,28 Euro die Papiere von DaimlerChrysler . Der Konzern teilte am Mittag mit, seine Personalkosten mit einer neuen Führungsstruktur deutlich senken zu wollen. Die Zahl der Mitarbeiter in Verwaltungsfunktionen will der Autobauer in den nächsten drei Jahren um bis zu 20 Prozent oder rund 6000 Beschäftigte senken. "Der Stellenabbau ist größer ausgefallen als erwartet", sagte ein Händler. Am Markt sei über den Abbau von 5000 Stellen spekuliert worden.

Mit Erleichterung nahmen die Anleger den Rückzug von ThyssenKrupp  im Bieterwettstreit mit dem Stahlriesen Arcelor um Dofasco auf. "Auf dem derzeitigen Preisniveau wäre die Übernahme von Dofasco für ThyssenKrupp zu teuer geworden", sagte ein Börsianer. ThyssenKrupp-Aktien legten 2,9 Prozent auf 19,26 Euro zu. Der Mischkonzern kündigte an, trotz der gescheiterten Übernahme des kanadischen Konkurrenten im nordamerikanischen Stahlmarkt weiter wachsen zu wollen und schloss dabei auch Zukäufe nicht aus.

Infineon-Aktie trotz schwachen Ausblicks im Plus

Gefragt waren trotz pessimistischer Geschäftsaussichten auch die Papiere von Infineon, die sich um 1,3 Prozent auf 7,89 Euro verteuerten. "Der Ausblick sieht moderat aus, nicht gerade fantastisch", urteilte Analyst Scott Geels von Bernstein Research. "Der saisonale Abschwung in der Kommunikationssparte ist normal. Ich denke, sie sind jetzt konservativ", fügte er hinzu. Der Chiphersteller hatte am Freitag die Finanzmärkte mit einem unerwartet hohen Quartalsverlust geschockt.

Relativ zurückhaltend reagierten die Anleger der Deutschen Bank  auf das Gerichtsurteil im Fall Kirch. Die Titel von Deutschlands größtem Bankhaus gaben zuletzt rund 0,9 Prozent auf 81,89 Euro ab. "Der Schaden ist nach dem Urteil ganz offensichtlich limitiert", sagte ein Analyst. Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) sind die Deutsche Bank und ihr früherer Chef Rolf Breuer nicht für die gesamte Pleite des Medienkonzerns von Leo Kirch verantwortlich.

Vodafone-Ausblick belastet T-Aktie

Vodafone-Ausblick belastet T-Aktie

Zu den größten Dax-Verlierern zählten mit einem Abschlag von 2,0 Prozent auf 12,96 Euro die Aktien der Deutsche Telekom . Händler machten für den Kursrückgang den Ausblick des britischen Mobilfunkkonzerns Vodafone  zur Entwicklung des Wettbewerbs im Mobilfunk verantwortlich. "Der Vodafone-Chef hat ein düsteres Bild vom Mobilfunkmarkt gezeichnet und von hohem Konkurrenzkampf und anhaltendem Margendruck gesprochen. Das belastet natürlich auch eine Deutsche Telekom", sagte ein Händler. Börsianer sprachen zudem von vagen Spekulationen über eine Platzierung von Telekom-Aktien.

Linde  rutschten mit einem Minus von 3,1 Prozent auf 62,40 Euro ans Dax-Ende. Das britische Unternehmen BOC hatte am Mittag mitgeteilt, ein Übernahmeangebot von Linde erhalten zu haben, das jedoch zurückgewiesen worden sei. Linde-Titel waren schwächster Wert im Dax.

Wincor Nixdorf im MDax gefragt

Bei den Nebenwerten im MDax  standen die Papiere von Wincor Nixdorf  mit einem Kursanstieg von 4,7 Prozent an der Spitze. Der Geldautomatenhersteller hat für das erste Quartal 2005/06 einen überraschend starken Anstieg bei Umsatz und Gewinn bekannt gegeben.

Gekauft wurden angesichts zahlreicher positiver Analystenkommentare auch die Papiere des Fernsehgeräteherstellers Loewe . Einen Tag nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen legten die im Kleinwerteindex SDax  notierten Loewe-Titel 8,5 Prozent auf 15,89 Euro zu.

Im TecDAX lag mit Q-Cells weiter ein Solarwert an der Spitze. Der Wert stieg um 8,5 Prozent auf 83,02 Euro. Ersol  gewannen 1,6 Prozent auf 66,01 Euro. Solarworld  verloren hingegen 2,9 Prozent auf 160,87 Euro.

manager-magazin.de mit Material von ddp, rtr, vwd

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