Märkte Telekom belastet, Bayer stützt

Die deutschen Aktien haben sich am Mittwoch uneinheitlich entwickelt. Während sich der Dax mit Bayer an der Spitze gut behauptete, verloren die Titel im MDax leicht an Wert. Der Euro verlor zugleich weiter leicht an Wert.

Frankfurt am Main - Der Frankfurter Aktienmarkt kann sich heute nicht entscheidend verbessern. "Der Markt scheint derzeit etwas zu stagnieren", sagte ein Händler. Der Dax  gewann zum Handelsschluss 0,05 Prozent auf 5011 Punkte. Dagegen ging es für den MDax  der mittelgroßen Werte um 0,53 Prozent auf 6923 Punkte nach unten. Der TecDax  sank um 0,09 Prozent auf 581 Punkte. Der L-Dax legte allerdings noch 25 Punkte zu, ging mit 5036 Punkten aus dem Handel.

"Ohne klare Vorgaben aus den USA kann der deutsche Markt im Moment keine Richtung finden", sagte ein Händler. Viele Investoren seien angesichts der starken Kursbewegungen in den vergangenen Wochen verunsichert und hielten sich auch mit Blick auf die laufende Berichtssaison zurück.

Unangefochtener Spitzenreiter in Deutschlands Aktienleitindex sind heute die Titel von Bayer mit einem Gewinn von 3,61 Prozent auf 30,41 Euro. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern hatte überraschend gute Quartalszahlen präsentieren können. "Operativ haben alle Segmente sehr gut ausgesehen", stimmte Analyst Karl-Heinz Scheunemann vom Bankhaus Metzler zu. Im Sog der Bayer-Aktien konnten sich anschließend auch die Anteilsscheine von BASF  gut entwickeln. Sie gewannen bisher gut 1,4 Prozent auf 41,60 Euro.

Dagegen konnte die Deutsche Telekom  die Anleger nicht überzeugen. Mit minus 3,06 Prozent auf 14,56 Euro war das Papier schwächster Dax-Wert. Der zurückhaltende Ausblick für das kommende Jahr überschatte die etwas besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen, sagten Analysten. Die Jahresziele seien wegen hoher Marketingkosten etwas schwächer als erwartet ausgefallen.

Mit Kursgewinnen von 5,11 Prozent auf 61,28 Euro stiegen MPC-Capital-Aktien  nach Vorlage von Zahlen an die Spitze des MDax. Händler und Analysten äußerten sich positiv zur Bilanz des Fondsanbieters. Dieser hatte am Morgen seine Prognose für das laufende Jahr erhöht und sich zuversichtlich für 2006 geäußert.

EADS, deren Aktien im MDax am schwersten gewichtet sind, konnten von der erwarteten Anhebung der Geschäftsprognosen für das laufende Jahr heute ebenfalls nicht profitieren. EADS-Titel verloren bisher 1,45 Prozent auf 29,54 Euro. Die Aktien des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns, die vor allem an der Pariser Börse gehandelt werden, sind im MDax im bisherigen Jahresverlauf um fast 40 Prozent gestiegen.

Postbank-Aktien gaben nach der Vorlage insgesamt enttäuschender Quartalszahlen sogar 2,65 Prozent auf 46,20 Euro ab. Die WestLB äußerte sich kritisch zu den veröffentlichten Zahlen: Die Bilanz für das dritte Quartal habe unter den Erwartungen gelegen.

Schlusslicht im MDax waren allerdings die Titel von Gea . Der Maschinen- und Anlagenbauer werde durch den Verkauf des Autozulieferers Dynamit Nobel Kunststoffe (DNK) an den schwedischen Autozulieferer Plastal ein Verlust in Höhe von 45 Millionen Euro entstehen. Damit rutsche Gea in die roten Zahlen, sagte Vorstandschef Jürg Oleas am Mittwoch in Düsseldorf. Nach Steuern rutschte der Konzern im Quartal mit 138,9 Millionen Euro in die Verlustzone, nach einem Gewinn von 371,1 Millionen Euro im Vorjahr.

Oleas verteidigte die Trennung von der Autozulieferersparte dennoch, die zwar gut 900 Millionen Euro Umsatz machte, aber nur "leicht positive" Gewinne erwirtschafte. Erst mit dem DNK-Verkauf sei die Neuausrichtung auf die Sparten Maschinen- und Anlagenbau abgeschlossen.

Der Eurokurs fiel heute weiter, wenn auch nur leicht. Die Europäische Zentralbank setzte ihren Referenzkurs auf 1,1738 Dollar fest, nach 1,1741 Dollar am Vortag. Damit kostet ein US-Dollar heute 0,8519 Euro.

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