Börsenschluss 5000-Punkte-Marke knapp verteidigt

Frankfurts Börsenhändler mussten heute einen Dämpfer hinnehmen. Die Kurse der meisten deutschen Aktien stiegen nicht weiter - trotz günstigerer Euro-Notierungen und passabler Unternehmensnachrichten. Gegen den Trend gefragt waren vor allem die Altana-Aktien.

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt konnte heute nicht an die Kursgewinne der vergangenen Tage anknüpfen. Der Leitindex Dax  büßte heute 0,31 Prozent seines gestrigen Wertes ein und notiert damit nur noch acht Punkte über der 5000-Zähler-Marke. Kursverluste musste auch der TecDax  hinnehmen. Deutschlands Technologieindex verlor 0,23 Prozent auf 581 Indexpunkte. Einzig der MDax  der mittelgroßen Aktiengesellschaften gewann heute leicht um 0,1 Prozent auf 6959 Punkte hinzu.

An die Spitze der Dax-Werte setzten sich heute die Anteilsscheine von Altana . Die Titel des Pharma- und Chemiekonzerns profitierten von Fusionsgerüchten mit dem Schweizer Unternehmen Serono . Die Biotechnologiefirma hatte zuvor mitgeteilt, mit Hilfe der Investmentbank Goldman Sachs strategische Optionen für die Zukunft zu prüfen - genau zu einer Zeit, in der auch Altana nach Zukunftschancen für seine Pharmasparte Ausschau hält.

"Es sieht so aus, als ob einige Leute in Richtung eines Altana-Serono-Deals spekulieren", sagte Analyst Peter Düllmann vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Die Altana-Aktie legte bis zum Handelsschluss um 2,09 Prozent auf 47,98 Euro zu. Auch eine Erhöhung des Kursziels durch die Investmentbank Lehman Brothers half nach Ansicht des Sal. Oppenheim-Analysten dem Papier.

Auf das Interesse der Anleger stießen heute auch die Titel von MAN . Die Aktien gewann 2,04 Prozent auf 41,08 Euro. Händler spekulierten auf ein gutes Ergebnis der MAN-Druck-Sparte, nachdem der Wettbewerber Heidelberger Druck  die Börsianer mit seinem Zwischenbericht überzeugte.

Gut entwickelten sich heute zudem die Anteilsscheine der deutschen Autohersteller. Mit deutlichen Gewinnen von bis zu gut zwei Prozent zählten die Titel von BMW  (plus 1,69 Prozent auf 76,70 Euro), Volkswagen  (plus 1,16 Prozent auf 46,99 Euro) und DaimlerChrysler  (plus 0,53 Prozent auf 42,53 Euro) zu den stärksten Dax-Aktien. Nach Meinung vieler Aktienhändler sollte das Amerikageschäft der deutschen Autofirmen von niedrigeren Euro-Kursen profitiert.

Auf der Verliererseite standen dagegen vor allem die RWE-Aktien . Die Anteilsscheine des Essener Energieversorgungsunternehmens büßten 2,35 Prozent ihres gestrigen Schlusskurses ein - und rutschten damit ans Ende der heutigen Dax-Liste. RWE-Aktien kosten jetzt 55,87 Euro. Die RWE-Titel gaben somit einen kleinen Teil ihrer jüngsten Gewinne wieder ab. Das Unternehmen hatte angekündigt, das amerikanische und britische Wassergeschäft des Konzerns verkaufen zu wollen.

Gewinnmitnahmen an den US-Börsen

Gewinnmitnahmen an den US-Börsen

Deutlichere Verluste mussten zudem die Besitzer von Lufthansa-Aktien  verkraften. Die Anteilsscheine der bedeutendsten deutschen Luftverkehrsgesellschaft drehten nach dem Rückgang der Passagierzahlen im Oktober ins Minus und verloren heute 1,18 Prozent auf 11,69 Euro.

In der zweiten Börsenliga, der MDax-Klasse, gerieten vor allem die Aktien von Heidelberger Druck  in den Fokus der Börsenhändler. Deren Titel führten mit einem Plus von 5,21 Prozent auf 29,33 Euro die Gewinnerliste im MDax an. Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller hatte bei Umsatz und Gewinn im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres die Prognosen übertroffen.

Ans MDax-Ende rutschten dagegen die Anteilsscheine des Hamburger Fondsanbieters MPC Capital . Die Aktien der Firma drehten mit 4,93 Prozent auf 57,99 Euro ins Minus, nachdem CDU und SPD durchblicken ließen, Fonds-Steuersparmodelle zum 10. November 2005 auslaufen zu lassen. MPC Capital zählt zu den renommierten Anbietern auch solcher Investmentangebote.

Im TecDax stiegen dagegen die Aktien von Mobilcom  und Freenet  um 3,02 Prozent sowie 2,58 Prozent auf nunmehr 17,75 Euro und 19,95 Euro. Die Quartalszahlen der beiden Unternehmen seien über den Erwartungen ausgefallen, sagte Analyst Andreas Heinold von der Landesbank Baden-Württemberg.

Unter Druck gerieten dagegen die Qiagen-Aktien . Sie verloren 5,08 Prozent auf 9,88 Euro an Wert, nachdem der Biotechnologiekonzern seine Umsatzprognose erneut senkte. Mit einem noch größeren Abschlag von 10,39 Prozent auf 19,25 Euro rutschten die Aktien des Anbieters digitaler Karten, Tele Atlas , an das TecDax-Ende.

In New York sind die US-Börsen am Dienstag knapp behauptet in den Handel gestartet. Gewinnmitnahmen nach dem gestrigen Kursplus und weniger gute Geschäftszahlen amerikanischer Firmen drückten auf die Indizes. So verlor der Dow-Jones-Aktienindex  0,54 Prozent auf 10.528 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index  gab 0,47 Prozent auf 1217 Zähler ab. An der Nasdaq notiert der alle Werte umfassende Composite-Index  bisher 0,35 Prozent tiefer bei 2170 Zählern.

Der Euro gab weiter an Wert nach unter fiel zeitweise auf ein Zweijahrestief von 1,1709 Dollar. Die Europäische Zentralbank legte ihren Referenzkurs mit 1,1741 Dollar fest.

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