Märkte Dax gedrückt, Daimler im Blick

Der hohe Ölpreis hat den Dax zum Handelsauftakt gebremst. Anleger blicken auf DaimlerChrysler - der Konzern ist ins Visier der Hedgefonds geraten. Volkswirte rechnen mit einem steigenden ZEW-Index: Behalten sie recht, dürfte sich der Index rasch wieder erholen.

Frankfurt am Main - Wenig inspirierende US-Vorgaben und der weiterhin hohe Ölpreis haben den Dax  am Dienstag zum Start leicht belastet. Der Dax gab zum Start 20 Punkte auf 4921 Zähler ab. Am Montag war der Index mit einem Plus von 0,24 Prozent auf 4.941 Punkte aus dem Handel gegangen.

Die Aktien von Tui  könnten am Morgen erneut unter Druck geraten. Wegen der milliardenschweren Übernahme der kanadischen Reederei CP Ships stufte die Schweizer UBS die Aktie des Touristik- und Schifffahrtsunternehmens von "Buy" auf "Neutral" ab und senkte das Kursziel von 25 auf 20 Euro.

Hedgefonds kaufen DaimlerChrysler-Aktien

Automobilwerte bleiben im Fokus der Anleger, nachdem sie am Vortag die Spitze des Kurszettels besetzt hatten. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" halten Hedge Fonds inzwischen 20 Prozent an DaimlerChrysler , während es im Mai noch 10 bis 15 Prozent gewesen sein sollen.

Mit der US-Sparte Chrysler plant zudem Volkswagen  für den nordamerikanischen Markt den Bau eines Kleinlasters. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, könnte der Vertrag bereits zur Automobilmesse IAA unterzeichnet werden.

Konjunkturdaten stützen - ZEW stärker erwartet

Konjunkturdaten könnten den Dax im Handelsverlauf stützen. Impulse für den Markt können am späten Vormittag von den ZEW-Konjunkturerwartungen für August ausgehen. Volkswirte rechnen damit, dass sich die Stimmung unter den befragten Finanzmarktteilnehmern erneut aufgehellt hat - der ZEW-Index könnte ein neues Jahreshoch markieren.

Voraussetzung ist allerdings, dass der Markt die hohen Ölpreise weiterhin ignoriert. Skeptiker gehen wegen der hohen Ölpreise sogar von einem Rückgang des ZEW aus.

Das Haushaltsdefizit Detuschlands betrug im ersten Halbjahr nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 39,0 Milliarden Euro. Damit lag es um etwa vier Milliarden Euro niedriger als im ersten Halbjahr 2004 - die Einnahmen sind gewachsen, doch bleibt die Defizitquote mit 3,6 Prozent noch immer klar über den EU-Stabilitätskriterien.

Anleger warten außerdem auf den US-Auftragseingang für langlebige Güter (Mittwoch) sowie den ifo-Index, der am Donnerstag bekannt gegeben wird.

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