Börsenschluss Neun Punkte fehlen zur 5000

Nur knapp unterhalb von 5000 Punkten ist der Dax aus dem Handel gegangen. Starke Quartalszahlen von Allianz und Lufthansa sowie deutliche Kursgewinne der Energieversorger hatten ihn zuvor im Eiltempo auf die magische Grenze zugetrieben. Neue Übernahmegerüchte katapultierten die Commerzbank-Aktie an die Dax-Spitze.

Frankfurt am Main - Unterstützt von guten Bilanzzahlen wichtiger Unternehmen sowie von erneut aufgeflammten Übernahmespekulationen hat der Dax  am Mittwoch nur knapp unter der 5000-Punkte-Marke geschlossen. Der Leitindex kletterte um 1,7 Prozent auf 4991 Punkte und damit auf ein Dreijahreshoch. Der MDax  gewann 1,0 Prozent auf 6863 Punkte. Der TecDax  legte um 0,6 Prozent auf 593 Punkte zu. "Einige Anleger sind doch sehr überrascht, dass der Markt eine so starke Aufwärtsdynamik an den Tag legt", sagte Aktienhändler Heinz- Bernd Schmitz von der NordLB in Hannover.

Größter Gewinner im Dax war die Commerzbank  mit einem Kurssprung um 8,8 Prozent auf 21,79 Euro. "Gerüchte um eine Übernahme gibt es immer wieder, insbesondere dann, wenn die Anleger sowieso in Kauflaune sind", kommentierte ein Händler. Diesmal soll angeblich BNP Paribas die Frankfurter übernehmen.

Lufthansa  Titel schlossen als zweitstärkster Wert mit einem Plus von 5,1 Prozent auf 11,29 Euro. Die Fluglinie hat im ersten Halbjahr 2005 ihren operativen Gewinn nahezu verachtfacht. Trotz der hohen Ölpreise übertraf das Unternehmen damit die Prognose der meisten Analysten. Nach 33 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten 2004 wurden nun 253 Millionen Euro ausgewiesen.

Die am Vorabend vorgelegten Zahlen der Allianz (Kurswerte anzeigen) wurden am Markt positiv aufgenommen. "Die Daten sehen durch die Bank deutlich besser als erwartet aus", sagte ein Händler. Vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung habe sich die Combined Ratio überraschend stark verbessert. Die Allianz hatte den Nettogewinn im zweiten Quartal auch dank geringerer Abschreibungen und einer niedrigeren Steuerquote um 65 Prozent gesteigert. Die Aktie des Finanzkonzerns gewann zuletzt 3,5 Prozent auf 110,10 Euro.

Der Kurs des führenden deutschen Versorgers Eon  stieg nach Zahlen um 3,1 Prozent auf 78,34 Euro, während sich die Aktien des Konkurrenten RWE  um 3,0 Prozent auf 56,20 Euro verteuerten. Eon hatte im vergangenen Halbjahr einen bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 4,297 Milliarden Euro erzielt, nach 4,022 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Nettogewinn kletterte auf 3,026 (2,815) Milliarden Euro.

Hypo Real Estate gewinnen 8 Prozent

Hypo Real Estate gewinnen 8 Prozent

Bayer-Aktien fielen trotz deutlicher Anhebung der Jahresziele um 1,2 Prozent auf 30,09 Euro. "Letztendlich lagen die Zahlen leicht unter unseren Erwartungen", sagte Helaba-Analyst Dennis Nacken. Die Erhöhung des Ausblicks sei nicht sehr überraschend gewesen. Vor allem das Kunststoff- und Chemiegeschäft (MaterialScience) sowie die Gesundheitssparte HealthCare verzeichneten kräftige Zuwächse. Börsianer hatten allerdings auf noch mehr Gewinn gesetzt.

Aktien der ebenfalls im MDax  notierten Hypo Real Estate  (HRE) gewannen nach Zahlenvorlage am Nachmittag noch 8,1 Prozent auf 38,20 Euro hinzu und markierten ein Rekordhoch. Seit ihrem Börsengang im Oktober 2003 stieg der Börsenwert der ehemaligen HVB-Tochter um 242 Prozent auf etwas mehr als fünf Milliarden Euro - die Hypo Real Estate ist damit einer der teuersten MDax-Werte. Die Zahlen des Gewerbeimmobilienfinanzierers sind laut Händlern besser als erwartet ausgefallen. "Vor allem der Provisionsüberschuss und der Vorsteuergewinn sehen gut aus", sagten Marktteilnehmer.

Die Aktien des Flughafenbetreibers Fraport  drückten hingegen kritische Analystenkommentare einen Tag nach der Vorlage der Zwischenbilanz um 3,0 Prozent auf 37,50 Euro.

Trotz gestiegener US-Rohölvorräte kletterte der Ölpreis am Abend auf mehr als 64 Dollar je Barrel. Die Bestände hätten sich um 2,8 Millionen Barrel (je 159 Liter) auf 320,8 Millionen Barrel erhöht, teilte das US-Energieministerium am Mittwoch in Washington mit. Der US-Ölpreis für ein Barrel der Sorte WTI sank unmittelbar nach den Zahlen, legte dann aber auf den Rekordstand von 64,45 Dollar zu.

Zum Handelsende in Europa waren die Indizes in den USA jeweils fester. Der Dow Jones  stieg um 0,8 Prozent auf 10.700 Punkte und der Nasdaq Composite  gewann 0,4 Prozent auf 2183 Punkte hinzu. Der EuroStoxx  war bei 3371 Punkten um 1,2 Prozent höher. Die Börsen in London und Paris schlossen jeweils freundlich. Der Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2377 (Dienstag: 1,2367) Dollar fest.

Die Zuversicht über Japans Wirtschaftserholung hatte der Börse in Tokio am Mittwoch weitere deutliche Gewinne beschert. Der Nikkei  kletterte über die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten auf den höchsten Stand seit April vergangenen Jahres.

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