Börsenschluss Kursexplosion bei HeidelbergCement

Eine feste Wall Street und deutliche Kursgewinne der HVB-Aktie haben den Dax am Montag gestützt. Der Index schloss knapp unter der Marke von 4600 Zählern, während der MDax seine Rekordjagd fortsetzte. Hier schossen die Titel von HeidelbergCement um knapp 20 Prozent in die Höhe.

Frankfurt/Main - Dank einer starken Wall Street haben die deutschen Aktienindizes am Montag fest im Plus geschlossen. Der Dax  beendete den Handel knapp unter der Marke von 4600 Punkten: ein Aufschlag von 0,30 Prozent. Der MDax  kletterte um 1,5 Prozent auf 6203 Zähler, das ist Rekordhoch. Der TecDax  gewann 0,4 Prozent auf 534 Zähler hinzu. Bei Börsenschluss in Frankfurt lagen der Dow Jones  und der Nasdaq Composite  jeweils 0,6 Prozent im Plus.

Nach Bekanntgabe des Zusammenschlusses von HypoVereinsbank  und UniCredito Italiano  stand erneut der Bankensektor im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Rückenwind komme zudem vom weiter gestiegenen Dollar und vom leicht nachgebenden Ölpreis, sagte ein Händler.

Der Euro setzte seine Talfahrt fort und näherte sich der Marke von 1,20 US-Dollar. Am Nachmittag rutschte die Gemeinschaftswährung zeitweise auf ein Jahrestief von 1,2029 US-Dollar. Gegen 18 Uhr kostete ein Euro 1,2044 US-Dollar. Am Mittag hatte die Europäische Zentralbank einen Referenzkurs von 1,2062 US-Dollar festgestellt.

Im Dax  waren Aktien der HypoVereinsbank  mit einem Plus von 2,6 Prozent auf 20,53 Euro Tagesgewinner. Unicredito bietet den HVB-Anteilseignern für jede Aktie fünf eigene Papiere an. Die bisher genannten Details entsprächen den Erwartungen, sagten Händler. Mit Aufschlägen von 1,1 Prozent auf 18,27 Euro reagierten Commerzbank  auf die Neuigkeiten. Mit der Fusion komme weitere Übernahmefantasie in den Bankenbereich, hieß es.

Post-Papiere litten unter Aktien-Platzierung

Papiere der Deutschen Post  gerieten unter Druck, nachdem die KfW Aktien des einstigen Staatsunternehmens platziert hatte. Die Transaktion komme überraschend, sagte ein Händler. Deutsche Post verloren 1,9 Prozent auf 19,12 Euro. Infineon  gaben gut 1 Prozent auf 7,63 Euro nach.

MDax-Überflieger HeidelbergCement

HeidelbergCement kletterten um knapp 20 Prozent

Im MDax  reagierten HeidelbergCement  mit einer regelrechten Kursexplosion auf ein Übernahmeangebot von Spohn Cement. Sie verteuerten sich um rund 19 Prozent auf 59,75 Euro. Spohn hatte am Freitag mitgeteilt, für alle Aktien von HeidelbergCement jeweils 60 Euro bieten zu wollen. Das wären unter dem Strich 6,5 Milliarden Euro für Deutschlands größten Zementhersteller.

"Wir gehen davon aus, dass das Angebot wahrscheinlich von den meisten Anlegern angenommen wird", urteilten die Analysten der WestLB in einem Marktkommentar. Sie rechneten nicht mit einer Gegenofferte eines Wettbewerbers. Im Gefolge stiegen Bilfinger Berger  um 2,7 Prozent auf 39,52 Euro.

Werner Harder, alleiniger Geschäftsführer der Spohn Cement GmbH und Vorstand der Kötitzer Ledertuch- und Wachstuchwerke AG sagte, sein Unternehmen habe bereits die Finanzierungszusage einer Großbank. Die bislang unbekannte Spohn Cement gehört zur Firmengruppe des Unternehmers Adolf Merckle, der mit seinem direkt gehaltenen Aktienbesitz von zuletzt knapp 13 Prozent als einflussreichster Aktionär bei HeidelbergCement gilt. Analysten gehen jedoch davon aus, dass der wenig bekannte 70-Jährige über Beteiligungsfirmen und Familienmitglieder deutlich höhere Kapitalanteile am drittgrößten Zementhersteller Europas hält.

Die ebenfalls im MDax notierten Aktien des Flughafenbetreibers Fraport  stiegen nach Vorlage von Verkehrszahlen um 0,67 Prozent auf 34,65 Euro. Die Daten erfüllten insgesamt die Erwartungen die Erwartungen der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) und der Nord/LB.

Titel der Hypo Real Estate gefragt

Ein Kandidat für die Nachfolge der HVB im Dax ist die einst von der HVB abgespaltene Hypo Real Estate  (HRE). "Wir gehen davon aus, dass HRE bis zum Abschluss der HVB-Übernahme im Herbst auf den Rangliste der Börsenumsätze so weit nach oben klettern wird, dass sie in den Dax aufsteigt", sagte Index-Experte Uwe Streich von der LBBW. "Denn bei der Marktkapitalisierung liegt HRE bereits vor dem zweiten Aufstiegskandidaten Merck." Die HRE-Aktien verbuchten ein Plus von 0,5 Prozent. Aktien der Merck KGaA  stiegen um 1,1 Prozent.

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