Märkte Dax steigt auf Jahreshoch

Kräftige Kursgewinne der Finanzwerte haben den Dax zu Fronleichnam auf ein neues Jahreshoch klettern lassen. Auslöser sind Übernahmegerüchte um die HypoVereinsbank. Im Sog des HVB-Kursprungs gewinnen auch die Titel der Commerzbank.

Frankfurt - Spekulationen über eine Übernahme der HypoVereinsbank  haben am Donnerstag die Anleger in Kauflaune versetzt und dem deutschen Aktienmarkt Kursgewinne beschert. Die Aktien der Münchener Großbank schossen zeitweise um 7,5 Prozent in die Höhe. Händler führten den Kurssprung auf aufgeflammte Gerüchte über ein Kaufangebot der italienische Großbank Unicredito zurück.

Der Dax  stieg bis zum Handelsschluss auf Xetra um 1,1 Prozent auf 4436 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand in diesem Jahr. Auch die US-Börsen tendierten fest.

In einem vom Feiertag geprägten Handel machten Börsianer die Übernahmespekulationen im Bankensektor für die positive Stimmung am deutschen Aktienmarkt verantwortlich. "Die Gerüchte um einen Kauf der HVB überwiegen derzeit die Sorgen über den zuletzt wieder ansteigenden Ölpreis", sagte ein Händler.

Die Aktien der HVB (HypoVereinsbank) stiegen um bis zu 7,6 Prozent auf ein Jahreshoch bei 20,65 Euro. Börsianern zufolge will Unicredito offenbar 22 Euro je HVB-Papier bieten. Beide Banken wollten sich zu den Spekulationen nicht äußern. Obwohl ein Zusammengehen des italienischen Bank mit der HVB bereits wiederholt Thema war, schenken Börsianer den Spekulationen nun erhöhte Aufmerksamkeit. "Das große Handelsvolumen bei der HVB deutet darauf hin, dass an der Geschichte um ein Angebot von Unicredito doch etwas dran sein könnte", sagte ein Händler.

In einer Kolumne der italienischen Finanzzeitung "Il sole 24 Ore" hieß es, an am Vortag aufgekeimten entsprechenden Gerüchten könne etwas dran sein. Auch die Anwesenheit von Unicredito-Chef Alessandro Profumo auf der Hauptversammlung der Deutschen Börse am Mittwoch in Frankfurt habe die Spekulationen genährt. Profumo sitzt im Aufsichtsrat der Börse.

Auch Eon und RWE gewinnen deutlich hinzu

Im Schlepptau der HVB zogen die Aktien der Commerzbank  um 3,3 Prozent auf 16,81 Euro an. Händler verwies darauf, dass Deutschlands drittgrößte börsennotierte Bank bei einer fortschreitenden Konsolidierung der europäischen Bankenlandschaft ebenfalls Ziel einer Übernahme werden könnte. Die Aktien der Münchener Rück  gewannen 2,3 Prozent auf 87 Euro. Der weltgrößte Rückversicherer ist Großaktionär bei der HVB. Aktien der Deutsche Bank  verteuerten sich um rund 1 Prozent auf 62,37 Euro. Allianz  gewannen 0,63 Prozent auf 94,08 Euro hinzu.

Gefragt waren auch Aktien der Energieversorger Eon  und RWE . Beide Titel gewannen jeweils rund 1,70 Prozent hinzu. Die Aktien der Energiekonzerne waren bereits kurz nach der Wahl in NRW und der Ankündigung von Neuwahlen zum Bundestag kräftig angestiegen. Im Falle eines Regierungswechsels zu Gunsten der CDU/CSU im Herbst dürften Energiekonzerne von einer neuen Energiepolitik profitieren.

Lufthansa und Deutsche Börse ex Dividende gehandelt

Auf der Verliererseite standen die Aktien der Lufthansa  mit einem Abschlag von 1,9 Prozent sowie die Papiere der Deutschen Börse  mit einem Minus von 0,6 Prozent. Beide Papiere wurden ex Dividende gehandelt. Ohne den Dividendenabschlag hätten sowohl die Aktien der Fluggesellschaft wie auch die Papiere des Frankfurter Börsenbetreibers im Plus notiert.

Unter den Nebenwerten im MDax  stachen die Aktien von Salzgitter mit einem Kursanstieg von 2,1 Prozent auf 18,48 Euro hervor. Der Vorstandschef des Stahlkonzerns, Wolfgang Leese, bekräftigte auf der Hauptversammlung die Ergebnisprognose für das laufende Jahr. Allerdings sieht er die Verkaufspreise allmählich unter Druck.

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