Märkte Ölpreis sinkt, der Dow Jones auch

Der Dow Jones sackte bis kurz vor Börsenschluss um 1,2 Prozent, die Technologiebörse Nasdaq verbuchte noch höhere Verluste. Das Bruttoinlandsprodukt hat sich nach vorläufigen Angaben ungünstig entwickelt - die amerikanischen Konsumenten verhalten sich zurückhaltender als erwartet.

New York - Die US-Börsen sind am Donnerstag weiter ins Minus gerutscht. Der sinkende Ölpreis konnte Händlern zufolge die Enttäuschung über das unerwartet schwach ausgefallene US-Wirtschaftswachstum im ersten Quartal nicht aufwiegen. Die Stimmung wurde außerdem getrübt durch enttäuschende Bilanzzahlen großer Firmen wie Exxon Mobilcom und Nextel Communications  .

Der Dow Jones  sank bis kurz vor Börsenschluss um mehr 1,2 Prozent auf rund 10.050 Punkte, der technologielastige Nasdaq Composite  verlor 1,3 Prozent auf rund 1900 Punkte.

Die schon am Vortag stark gesunkenen Ölpreise gaben am Donnerstag weiter nach. Zum ersten Mal seit Mitte April sank der Ölpreis kurzzeitig unter 50 Dollar pro Barrel. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl zur Lieferung im Juni sank im New Yorker Handel im Tagesverlauf um 1,56 Dollar auf 50,05 Dollar. "Das Öl puffert den Schlag ein wenig ab, den uns die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt verpasst haben", sagte Evan Olsen vom Aktienhandel Stephens.

US-BIP von 3,8 auf 3,1 Prozent abgeschwächt

Nach vorläufigen Berechnungen hat sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft im Auftaktquartal auf eine aufs Jahr hoch gerechnete Rate von 3,1 Prozent abgeschwächt - von 3,8 Prozent im vorangegangenen Quartal. Analysten hatten im Schnitt mit einer Abschwächung auf lediglich 3,6 Prozent gerechnet. Die Rate war die geringste seit dem ersten Quartal 2003, als die Wirtschaft aufs Jahr gerechnet um 1,9 Prozent zulegte. "Was an den BIP-Zahlen so beunruhigt, ist die Zurückhaltung der Konsumenten und der Konzerne, dazu kommen steigende Lagerbestände", erklärte Hugh Johnson von Johnson Illington Advisors.

Zu den Kursverlierern an der Wall Street gehörten die Papiere von Exxon Mobil, dem weltgrößten Öl-Konzern, die um knapp 3,6 Prozent auf 56,29 Dollar nachgaben. Das Unternehmen hatte zwar einen höheren Quartalsgewinn berichtet, blieb aber dennoch hinter den Analystenerwartungen zurück. Anteile von Nextel, des fünftgrößten US-Mobiltelefonherstellers, fielen um knapp 1,7 Prozent auf 28,51 Dollar und zogen die Nasdaq nach unten. Der Konzern hatte für das abgelaufene Quartal kein Gewinnplus vermelden können.

Zu den wenigen Gewinnern zählten Aktien der Kaffeehauskette Starbucks  , die Papiere stiegen um 5,1 Prozent auf 48,78 Dollar - einen Tag nachdem das Unternehmen für das abgelaufene Quartal einen Gewinnanstieg um 27 Prozent vermeldet und seine Gewinnprognose für das Jahr nach oben geschraubt hatte. Auch der Aktienkurs des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble  legte zu, und zwar um 3,7 Prozent auf 55,51 Dollar.

Der Dax  hat bereits zuvor seine Kursverluste ausgeweitet. Der Leitindex fiel bis zum Donnerstagnachmittag um 0,6 Prozent auf 4161 Zähler und notierte damit nur wenige Punkte von seinem Jahrestief entfernt. "Die Zahlen aus den USA kann man nur negativ werten", sagte Postbank-Händler Norbert Pütz. "Der überraschend starke Anstieg des Preisdeflators kann schnell wieder eine Diskussion über die Gefahr einer Stagflation auslösen."