Mittwoch, 18. September 2019

Wochenausblick Angststarre vor dem Zahlenregen

Mit dem Höhepunkt der US-Berichtssaison ziehen düstere Wolken am deutschen Aktienmarkt auf. Der Zahlenregen amerikanischer Konzerne, so fürchten Händler, droht vor allem eines an die Börsen zu spülen: Weitere schlechte Nachrichten. Besonders bange Blicke richten sich einmal mehr auf die Automobilbranche.

Frankfurt am Main - Vierzehn der 30 im Dow Jones Börsen-Chart zeigen notierten Unternehmen werden in der kommenden Woche ihre Quartalsbilanzen veröffentlichen. Diese geben auch die Richtung für die Aktienkurse der deutschen Wettbewerber vor.

Regenwetter: Schlechte Nachrichten von US-Konzernen könnten die Hoffnung auf Frühlingswetter an den deutschen Märkten verhageln
Der Dax Börsen-Chart zeigen wird nach Ansicht zahlreicher Marktteilnehmer zunächst weiter fallen und sich dann bestenfalls auf dem erreichten Niveau halten. Aktienhändler Stefan Scholz von der Dresdner Bank geht davon aus, dass der Index bis auf 4280 Punkte fallen und sich dort einpendeln wird. Am Ende der Vorwoche hatte der Leitindex mehr als zwei Prozent auf 4312 Punkte verloren.

"Das Frühlingserwachen muss wohl verschoben werden", sagte Aktienstratege Frank Schallenberger von der LBBW. Ein Händler äußerte sich ähnlich: "Es gibt derzeit einfach zu viele negative Indikatoren."

Die Analysten der Landesbank Rheinland Pfalz sehen jedoch einen Hoffungsschimmer. Sie halten es für möglich, dass die jüngsten Kursrückgänge die erwarteten Quartalsdaten bereits vorweggenommen haben. Fällt außerdem der Ölpreis weiter, wäre dies ein weiteres positives Signal für die Börse. "Auch die laufende Dividendensaison könnte stärkere Kursverluste im Dax verhindern", so die LRP. Die Anleger könnten das frei werdende Geld wieder in Aktienkäufe stecken und damit die Kurse stützen.

Quartalsbilanzen quer durch alle Branchen

Nahezu alle Sektoren des Frankfurter Aktienmarktes dürften in der kommenden Woche durch Impulse aus Übersee bewegt werden: Die Investoren von Banken-, Auto, Pharma- und vor allem Technologie- und Telekomwerten warten auf die Zwischenbilanzen der jeweiligen US-Branchengrößen.

Nervös warten die Investoren auf Neuigkeiten zum Geschäftsverlauf der Automobilhersteller, nachdem in der abgelaufenen Woche sogar über einen Konkurs des weltgrößten Autobauers General Motors Börsen-Chart zeigen spekuliert worden war: GM hatte die Märkte bereits auf ein schlechtes erstes Quartal eingestellt. Der Konzern hatte im abgelaufenen ersten Quartal 2005 bei sinkenden Umsätzen einen deutlichen Verlust eingefahren.

Auch der zweitgrößte amerikanische Autokonzern Ford Börsen-Chart zeigen leidet unter einem schwachen Branchenumfeld und steht vor einem schwierigen Jahr. Ford hatte bereits Anfang April mitgeteilt, der Gewinn im ersten Quartal werde über der Spanne von 25 bis 35 US-Cent je Aktie liegen. Vor allem die Aktien von Daimler Chrysler dürften im Strudel schlechter Analystenkommentare und möglicher Herabstufungen der US-Unternehmen durch Ratingagenturen leiden.

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