Märkte Procter-Deal beflügelt Henkel und Beiersdorf

Milliardenschwere Fusionspläne halten die Anleger in Atem. Während die US-Konzerne SBC und AT&T noch verhandeln, ist das Angebot von Procter & Gamble für Gillette über 57 Milliarden Dollar bereits sehr konkret. Gute Zahlen aus der US-Softwarebranche und vom Sportwagenbauer Porsche sorgen zusätzlich für positive Stimmung.

Frankfurt am Main - Die angekündigte Übernahme von Gillette durch den weltgrößten Konsumgüterkonzern Procter & Gamble  sowie überraschend gute Quartalszahlen von Microsoft  haben am Freitag für eine positive Grundtendenz am deutschen Aktienmarkt gesorgt.

Der deutsche Leitindex büßte jedoch nach unerwartet schwachen US-Konjunkturdaten einen Teil seiner Tagesgewinne ein. Der Dax  tendierte zuletzt um 0,1 Prozent über dem Vortagesniveau mit 4222 Punkten. Der MDax  kletterte um 0,3 Prozent auf 5587 Zähler. Der TecDax  legte um 0,1 Prozent auf 524 Punkte zu.

Der Rückgang des Dax nach der Veröffentlichung des US-Bruttoinlandsprodukts für das vierte Quartal habe optisch sehr spektakulär ausgesehen, nachdem sich der Index zuvor stundenlang in einer engen Spanne bewegt habe, sagte ein Aktienhändler in München. Nach den aktuellen Daten hat sich das Wirtschaftswachstum in den USA im vierten Quartal überraschend deutlich abgeschwächt.

Henkel-Aktien  gewannen 0,3 Prozent auf 68,48 Euro, nachdem sie im frühen Handel um 2,15 Prozent zugelegt hatten. Im MDax kletterten zudem Beiersdorf  um 1,1 Prozent auf 86,69 Euro. Bei der milliardenschweren Übernahme des weltgrößten Rasierklingen-Herstellers Gillette durch Procter & Gamble werde ein Aufschlag von 18 Prozent gezahlt, sagte ein Händler in Frankfurt. Das zeige, dass die Konsumgüterbranche unterbewertet sein dürfte, fügte er hinzu. Ein Münchener Händler sagte, die Kurse der beiden Werte seien im Tagesverlauf abgebröckelt, weil es an Anschlusskäufen gefehlt habe.

Die Aktien von Fresenius Medical Care  erholten sich um 1,5 Prozent auf 61,53 Euro von ihren Vortagesverlusten. Lufthansa  verteuerten sich um 1,3 Prozent auf 10,34 Euro. Auf einem Investorentag hatte sich die Fluggesellschaft am Vortag auf dem richtigen Weg gesehen, die im Rahmen eines Aktionsplans vorgesehene Ergebnisverbesserung von rund 400 Millionen Euro in diesem Jahr zu erreichen.

Allianz-Aktien wurden nahezu unverändert mit 90,21 Euro gehandelt. Das Unternehmen hat wegen hoher Nachfrage eine Anleihe um 40 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro vergrößert. Zudem rechnet der zum Konzern gehörende Kreditversicherer Euler & Hermes für 2004 mit einer deutlichen Gewinnsteigerung bei weitgehend stabilen Umsätzen.

Siemens-Papiere  verloren bereinigt um die zum Wochenschluss ausgezahlte Dividende 0,3 Prozent auf 62,10 Euro. Während die Landesbank Baden-Württemberg die Aktie wegen der unsicheren Zukunft der Sparte Communications von "Kaufen" auf "Verkaufen" herunter stufte, rechnete ein IG-Metall-Vertreter damit, dass in dem größten Konzernbereich 1.400 Stellen wegfallen sollen.

Automobilwerte zeigten sich überwiegend in der Verlustzone. Außerhalb der Dax-Familie gaben Porsche  um 2,1 Prozent auf 501,50 Euro ab. Händler sagten, das Ergebnis liege zum Teil leicht unter den Erwartungen. Der Sportwagenhersteller wird im laufenden Geschäftsjahr 2004/2005 zudem voraussichtlich keine zweistelligen prozentualen Zuwachsraten beim Vorsteuergewinn. BMW  büßten nach einer kritischen Studie 0,7 Prozent auf 32,11 Euro ein, während DaimlerChrysler  um 0,3 Prozent auf 34,62 Euro kletterten.