Märkte Dax beendet Handel im Minus

Angeführt von Kursverlusten der HVB hat der Deutsche Aktienindex am Mittwoch tiefer geschlossen. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem der Leitindex zu Handelsbeginn ein neues Jahreshoch bei 4272 Punkten markiert hatte.

Frankfurt - "Der seit Tagen anhaltende Höhenflug des Euro bereitet doch zunehmend Sorge. Daher haben einige Investoren ihre Gewinne eingestrichen", sagte Postbank-Händler Ascan Iredi.

Der Dax  beendete den elektronischen Handel auf Xetra mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 4247,75 Punkten. Seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex rund sieben Prozent an Wert gewonnen.

Der Umsatz war mit 35,5 (Vortag: 32,3) Millionen gehandelter Dax-Titel erneut sehr dünn, weshalb bereits kleinere Aufträge zu starken Kursschwankungen führen konnten. Der Euro setzte auch am Mittwoch seine Rekordjagd fort und markierte mit 1,3646 Dollar den fünften Handelstag in Folge ein Rekordhoch. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,3570 Dollar. Ein steigender Euro-Kurs verteuert die Ausfuhren in den Export-Markt USA.

"Ein echter Nackenschlag"

Während der Pharma- und Spezialchemiehersteller Altana seinen Aufwärtstrend fortsetzen konnte und mit einem Kursplus von 0,5 Prozent größter Dax-Gewinner war, gerieten die Aktien der HypoVereinsbank  erneut unter Druck. Börsianer machten für die Kursverluste von 1,8 Prozent die jüngsten Äußerungen von Bank-Chef Dieter Rampl verantwortlich. "Gemessen an der Erholung des HVB-Geschäftes, die zuletzt in den HVB-Kurs eingepreist wurde, war dies ein echter Nackenschlag", sagte ein Händler.

Rampl hatte in einem Zeitungsinterview von einem weiterhin schwierigen Umfeld im vierten Quartal gesprochen. Die Äußerungen nahmen Anleger bereits am Dienstag zum Anlass, um sich von HVB-Aktien zu trennen. Auch die Papiere des Reiseveranstalters Tui  zählten nach der Flutkatastrophe in Südasien mit einem Abschlag von einem Prozent erneut zu den Verlierern.

Ebenfalls auf der Verliererliste standen mit einem Minus von einem Prozent die Aktien von Continental . Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Titel des Autozulieferers seit Jahresbeginn über 55 Prozent an Wert gewonnen haben. Damit erzielten die Papiere von Conti den größten Wertzuwachs in diesem Jahr bei den Dax-Werten.

Autobauer und Infineon hinten, Solarworld vorn

Größter Wertvernichter 2004 war mit einem Kursabschlag von 27 Prozent der Chiphersteller Infineon . Aber auch die Titel der Autobauer, die unter dem Höhenflug des Euro sowie dem Anstieg der Ölpreise litten, zählten in diesem Jahr zu den größten Dax-Verlierern. Die Aktien von Volkswagen  verbilligten sich um 24 Prozent, die Titel von BMW  gaben über neun Prozent, die Anteilsscheine von DaimlerChrysler über 3,5 Prozent nach.

Bei den Nebenwerten im MDax ging die rote Laterne an den angeschlagenen Handelskonzern KarstadtQuelle , dessen Aktien seit Anfang 2004 über 50 Prozent an Wert einbüßten. Am Mittwoch sorgten Spekulationen über eine Verzögerung des Verkaufs der Karstadt-Logistiksparte für einen Kursabschlag von rund 1,6 Prozent.

Die erst im Dezember in den TecDax aufgestiegenen Aktien des Solarenergiespezialisten Solarworld  waren in diesem Jahr mit einem Plus von fast 500 Prozent die größten Kursgewinner unter den Titeln aus Dax , MDax , SDax  und TecDax .

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