Märkte Dax trotzt hohem Eurokurs

Kursgewinne der Indexschwergewichte Deutsche Bank und Eon halten den Dax im Plus. Während der jüngste Preisrutsch beim Öl den Aktienmarkt stützt, begrenzt der anhaltende Höhenflug des Euro den Kursanstieg.

Frankfurt am Main - Der Dax  notierte am Nachmittag 0,25 Prozent im Plus bei 4246 Punkten. In diesem Jahr hat der Dax damit über sieben Prozent an Wert gewonnen. Allerdings lag der Umsatz auf Xetra gehandelter Dax-Werte am Nachmittag mit rund 15 Millionen Stück deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Wochen.

Börsianer sprachen von einem äußerst dünnen Geschäft, in dem bereits mit relativ wenigen Aufträgen die Kurse bewegt werden könnten. "Unterstützt wird der Markt vom fallenden Ölpreis, Sorgen macht der steigende Euro. Nachrichten zu Einzelwerten sind rar", fasste ein Händler zusammen.

Der Euro hatte am Montagabend erstmals die Marke von 1,36 Dollar überwunden und stieg am Dienstag bis auf 1,3643 Dollar. Der Ölpreis war an den vergangenen fünf Handelstagen angesichts steigender Lagerbestände in den USA um zehn Prozent gefallen. Zuletzt hatten Befürchtungen am Markt dominiert, der stark gestiegene Preis für den wichtigen Rohstoff könnte eine weitere Erholung der Weltwirtschaft verhindern.

Deutsche Bank baut Vermögensberatung aus

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten mit einem Plus von 0,7 Prozent die Aktien der Deutschen Bank . Der deutsche Branchenprimus folgte am Dienstag dem Beispiel anderer Großbanken und verstärkte das als zukunftsträchtig geltende Vermögensberatungsgeschäft durch dem Zukauf des Vermögensverwalters Wilhelm von Finck.

Ebenfalls zulegen konnten die Papiere der Versorger Eon  und RWE , die sich jeweils um rund 0,6 Prozent verteuerten.

Die Liste der Kursgewinner führte Altana  mit einem Plus von 1,2 Prozent an. Die Aktien des Pharma- und Spezialchemiekonzerns setzten damit ihren seit über einer Woche anhaltenden Aufwärtstrend fort.

Tui-Aktie weiter unter Druck

Belastet von den Folgen der Flutkatastrophe in Südasien rutschten die Papiere des Reisekonzerns Tui  um 1,4 Prozent ab. "Die Geschichte bleibt die gleiche wie gestern. Furcht vor weniger Buchungen in der Zukunft und die Kosten für den Rücktransport der betroffenen Touristen drücken den Kurs", sagte ein Händler.

Mit Enttäuschung reagierten die Anleger auf Äußerungen von HypoVereinsbank-Chef Dieter Rampl  zur Geschäftslage im vierten Quartal. "Dieses Interview ist eine kalte Dusche für die Spekulationen, dass die HVB eine schnelle Turn-around Story ist", schrieb Kepler-Analyst Dirk Becker in einer Studie. Rampl hatte in einem Zeitungsinterview von einem weiterhin schwierigen Umfeld im vierten Quartal gesprochen. Die Aktie von Deutschlands zweitgrößtem Kreditinstitut büßte 0,8 Prozent an Wert ein.

Süss Microtec stark gefragt

Bei den Technologiewerten im TecDax ragten die Papiere von Süss Microtec  mit einem Kursgewinn von 6,6 Prozent heraus. Händler sprachen von drei größeren Käufern am Markt. Fundamentale Gründe für den Kursanstieg des Halbleiterausrüsters konnten sie aber nicht nennen. Die Süss-Aktie hatte nach dem überraschenden Rücktritt von Vorstandschef Franz Richter am 9. Dezember deutlich an Wert verloren.

Die in keinem Index notierten Aktien des Zahncreme- und Kosmetikkonzerns Dr. Scheller  reagierten mit einem Kurssprung von über zehn Prozent auf 4,10 Euro auf ein Übernahmeangebot des russischen Konkurrenten Kalina. Kalina will den Scheller-Aktionären 4,20 Euro je Anteilsschein bieten.

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