Märkte Dax schließt knapp über 4200-Punkte-Marke

Mit dem wieder anziehenden Ölpreis haben die deutschen Aktienmärkte ihre Vortagesgewinne wieder abgegeben. Gefragt waren die Automobilwerte, die Aktien von Technologieunternehmen schlossen dagegen im Minus.

Frankfurt am Main - Der Dax fiel bis zum Xetra-Schluss um 0,3 Prozent auf 4201 Punkte. Belastend wirkten sich vor allem die Kursverluste beim weltgrößten Chemiekonzern BASF  und bei den Technologiewerten aus.

Börse Unterstützung bekam der Dax von den Autowerten, die angesichts des nachgebenden Euro zu den größten Gewinnern unter den Standardwerten zählten. Händler in Frankfurt sprachen wie schon am Vortag von einem richtungslosen Handel. Mehr oder weniger sei der Dax seit Monatsbeginn in einer engen Spanne um 4200 Punkte gefangen.

"Der Dax tritt wohl auf der Stelle, weil sich zwei Effekte gegenseitig aufheben. Für die Unternehmensgewinne ist der rückläufige Ölpreis und der fallende Euro sicher positiv. Auf der anderen Seite nehmen US-Anleger angesichts des sinkenden Euro jetzt Gewinne mit", fasste Volker Borghoff, Aktienstratege bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, die Marktlage zusammen.

Der Ölpreis drehte im Verlauf ins Plus, nachdem die US-Lagerbestände für Heizöl weniger stark als erwartet gestiegen waren. Ein Barrel Öl der US-Leichtölsorte WTI zur Lieferung im Januar verteuerte sich dadurch wieder auf mehr als 42 Dollar, nachdem er zuvor noch zeitweise mit 40,45 Dollar auf den niedrigsten Stand seit Mitte Juli gefallen war.

Der Euro pendelte um 1,3260 Dollar, nachdem er am Vortag noch ein Rekordhoch bei 1,3470 Dollar markiert hatte.

BASF führen Verliererliste im Dax an

Ungewissheit über eine mögliche EU-Kartellstrafe wegen Preisabsprachen bei bestimmten Vitaminen drückten die BASF-Titel um 2,2 Prozent auf 51,17 Euro. "Allerdings gehe ich davon aus, dass BASF das Strafmaß gut verkraften dürfte", sagte LBBW-Analyst Ulle Wörner.

Zu den größten Verlierern zählten zudem die Technologiewerte. Händler verweisen auf den mit Enttäuschung aufgenommenen Ausblick von Texas Instruments . "Dadurch hat sich das Sentiment für Chiphersteller verschlechtert und das drückt auf Infineon ", sagte ein Händler. Die Aktien des Münchener Halbleiterherstellers fielen um 1,7 Prozent auf 8,32 Euro. Schwächer als der Dax tendierten auch die SAP-Aktien , die ein Prozent auf 134,10 Euro verloren.

Gewinnmitnahmen drückten die Aktien von ThyssenKrupp  um 1,4 Prozent auf 15,73 Euro. Händler verwiesen auf zuletzt etwas rückläufige Stahlpreise. Zudem gab es auch eine Verkaufsempfehlung für den ganzen Sektor vom Brokerhaus Steubing. Die im MDax notierten Titel des Stahlkonzerns Salzgitter fielen um 6,1 Prozent auf 13,62 Euro und führten damit die MDax-Verliererliste an.

Porsche fährt Konkurrenz davon

Mit der Erholung des Dollar konnten die Autowerte im Dax unter Führung der BMW-Aktien wieder deutlich aufholen. BMW profitierten dabei vor allem auch von einem etwas höheren Absatzplus im November und zogen um 2,4 Prozent auf 32,80 Euro an. Die Aktien von DaimlerChrysler  und Volkswagen  verteuerten sich um je rund ein Prozent und gehörten damit ebenfalls zu den besten Dax-Werten.

Außerhalb des Dax waren allerdings die Vorzüge von Porsche , die um vier Prozent auf 501 Euro zulegten. Die Investoren seien von der Präsentation des Jahresergebnisses offenbar überzeugt gewesen, begründeten Händler die Kursgewinne.

Im MDax  zählten mit einem Abschlag von 3,5 Prozent auf 32,50 Euro die Aktien von Vossloh  zu den größten Verlierern. Der Verkehrstechnikkonzern erwartet für 2005 angesichts gestiegener Stahlpreise einen Gewinnrückgang.

Auf der Gewinnerseite standen KarstadtQuelle , die vom möglichen Verkauf von Teilen ihrer Logistiksparte profitierten und gut drei Prozent auf 7,10 Euro stiegen.

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