Märkte Kaum Impulse für die Rekordjagd

Mit dem Ende der Berichtssaison nimmt die Zahl der Unternehmensnachrichten rapide ab. Die deutschen Märkte eröffneten deshalb bei ruhigem Handel freundlich. Den Ton angeben dürften im Tagesverlauf der fallende Ölpreis und Meldungen aus der Telekommunikationsbranche.

Frankfurt - Gestützt von positiven US-Vorgaben und einem weiter nachgebenden Ölpreis haben die deutschen Standardwerte am Dienstag überwiegend in der Gewinnzone eröffnet. Der Deutsche Leitindex Dax  zog in den ersten Handelsminuten um 0,1 Prozent auf 4.137 Punkte an. Hoffnungen auf einen erneuten Anlauf auf den Jahreshöchststand von 4175 Punkten sehen Händler jedoch mit Skepsis. Am Montag hatten die deutschen Märkte trotz des weiter sinkenden Ölpreises ihre Aufwärtsbewegung aus der Vorwoche nicht fortgesetzt.

An der Wall Street dagegen sorgte der anhaltende Rückgang des Mineralölpreises für steigende Aktienkurse. Energiewerte gaben jedoch nach. Der Dow Jones Index  für 30 Standardwerte stieg um 11 Zähler auf 10.550 Punkte. Der technologieorientierte Nasdaq Composite  legte 9 Zähler auf 2094 Punkte zu.

An der New York Mercantile Exchange fiel der Preis für Dezember-Öl um ein Prozent auf 46,85 Dollar je Barrel (159 Liter). Zuvor hatte die iranische Regierung bekannt gegeben, sie werde die umstrittene Uran-Anreicherung aussetzen. Iran ist einer der größten Ölproduzenten. Im frühen Handel gab der Preis für leichtes amerikanisches Rohöl noch weiter nach. Ein Barrel der Sorte WTI kostete im asiatischen Handel 46,76 Dollar und damit 11 Cent weniger als bei Handelsschluss am Montag an der New Yorker Warenterminbörse Nymex.

Öl-Aktien geben nach

Unter der Ölpreisschwäche litten die Aktien der Mineralölkonzerne ExxonMobil  und ChevronTexaco . Prominenter Einzelverlierer war der Pharmariese Merck . Die Aktie hat bereits die Hälfte ihres Wertes verloren, seit der Konzern sein Schmerzmittel Vioxx aus dem Verkehr ziehen musste. General Electric  wurden verkauft, nachdem der Mischkonzern die Übernahme des Feuerschutz- und Sicherheitsbereichs von SPX für 1,4 Milliarden Dollar angekündigt hatte.

Der Kaugummihersteller Wrigley  kauft für etwa 1,5 Milliarden Dollar die Süßigkeitensparte des Lebensmittelkonzerns Kraft . Wrigley stiegen um mehr als ein Prozent. Kraft schlossen etwas schwächer.

Die japanischen Börsen haben am Dienstag leicht im Minus geschlossen. Der Nikkei-Index  fiel auf Grund von Gewinnmitnahmen um 66 Punkte oder 0,6 Prozent auf 11.162 Punkte. Der breiter gefasste Topix gab um 3 Punkte oder 0,3 Prozent auf 1120 Zähler nach. Der Kurs des Euro fiel im Devisenhandel auf 1,2944 (1,2974) Dollar.

Telekommunikationswerte im Fokus

Den Ton an den Märkten dürften heute vor allem Telekommunikationswerte angeben. So veröffentlicht der Mobilfunkkonzern Vodafone  sein Halbjahresergebnis.

Die Deutsche Telekom  sorgte bereits vor Börseneröffnung für Schlagzeilen. Eine Woche vor Beginn des spektakulären Prozesses um die Immobilienbewertung der Telekom hat der Konzern Rückendeckung von renommierten Bilanzexperten erhalten. "Wir kommen zu dem Ergebnis, dass den Anteilseignern der Deutschen Telekom allein aus den außerplanmäßigen Abschreibungen auf das Grundstücksvermögen keine vermögenswerten Nachteile entstanden sind", zitiert die "Financial Times Deutschland" aus einem Gutachten des Frankfurter Wirtschaftsprofessors Hans-Joachim Böcking.

Hauptversammlung des BVB

Erneut für Wirbel dürfte auch der krisengeschüttelte Fußballclub Borussia Dortmund  sorgen. Nach dem Mitgliedertreffen am Vergangenen Sonntag empfängt Deutschlands einziger börsennotierter Fußballverein heute seine Aktionäre zur Hauptversammlung in der Dortmunder Westfalenhalle. Die Anteilseigner dürften mit Kritik am zuletzt glücklosen Führungsduo der Aktiengesellschaft, Gerd Niebaum und Michael Mayer nicht sparen. Ob sie den Vorstand der Gesellschaft entlasten, steht in den Sternen. Zuletzt notierte die BVB-Aktie bei rund 2,50 Euro.

In den USA veröffentlichen die Einzelhandelskonzerne Home Depot  und Wal-Mart Ihre Quartalsergebnisse. Nach Börsenschluss legt Computerspezialist Hewlett-Packard  seine Zahlen für das vierte Quartal nach.

Weitere Impulse dürften aktuelle Konjunkturdaten liefern. So gibt das Statistische Bundesamt die jüngste Entwicklung der deutschen Erbraucherpreise bekannt. Das Münchener Ifo-Institut veröffentlicht am Mittag seinen Bericht zum Weltkonjunkturklima. Außerdem erwarten die Märkte aktuelle Zahlen zu den US-Erzeugerpreisen.

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