Wochenausblick SAP, Microsoft und IBM im Fokus

In Deutschland beginnt die Quartalsberichtssaison, in den USA melden zudem einige Schwergewichte ihre Ergebnisse. Der hohe Ölpreis lässt kurz vor den US-Wahlen die Nervosität steigen: Dem Dax steht laut Analysten eine raue Woche bevor.

Frankfurt am Main - "Die Stimmung hat sich verschlechtert, nachdem die ersten Ergebnisse der US-Unternehmen nicht so gut ausgefallen sind wie erhofft", sagt Aktienstratege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Sein Kollege Markus Reinwand von Helaba Trust schätzt die Lage ähnlich ein: "Wir erhalten immer mehr Signale, dass die Konjunktur an Schwung verliert."

Die Chancen einer Herbstrallye, auf die viele Anleger in den vergangenen Wochen noch gehofft hatten, seien gesunken. Der Dax  hatte die vergangene Woche mit Kursverlusten beendet und war wieder deutlich unter die Marke von 4000 Punkten gefallen.

Auch der Dow Jones  notiert knapp drei Wochen vor der US-Präsidentenwahl wieder deutlich unter der Marke von 10.000 Zählern. Marktbeobachter verweisen darauf, dass eine mögliche Abwahl von George W. Bush die Volatilität an der Wall Street erhöht.

SAP und Schering im Blick

HSBC-Stratege Borghoff richtet bei den Quartalsergebnissen der deutschen Unternehmen sein Augenmerk auf den erwarteten Geschäftsausblick. "Vor allem bei den Technologiewerten rechnen wir damit, dass die saisonale Erholung im vierten Quartal weniger stark ausfallen wird als im Vorjahr", sagt er.

Unter den Dax-Unternehmen geben SAP  und Schering  am Donnerstag mit der Vorlage der Quartalsergebnisse den Startschuss.

Für den gleichen Tag haben außerdem aus dem MDax  der Online-Broker Comdirect  und aus dem TecDax  der Internet-Dienstleister Web.de  die Veröffentlichung ihrer Geschäftszahlen angekündigt.

USA: Hoffen auf Microsoft und IBM

Ölpreis auf Rekordhoch

Als Belastungsfaktor für die Aktien sehen Marktteilnehmer vor allem den schier unaufhaltsam steigenden Ölpreis. Der Dax  hat sich trotz des starken Ölpreis-Anstiegs in den vergangenen Wochen vergleichsweise wacker gehalten. Der starke Euro-Wechselkurs mildere die Belastung durch den Ölpreis-Anstieg zwar ab, aber die Entwicklung werde früher oder später auch bei den deutschen Unternehmen durchschlagen.

Die Terminkontrakte auf die führenden Öl-Sorten Brent und Crude Light sind in der abgelaufenen Woche jeweils auf Rekordmarken von 51,50 beziehungsweise 54,88 Dollar je Barrel geklettert.

USA: Hoffen auf Microsoft und IBM

In den USA steuert die Berichtssaison dagegen bereits dem Höhepunkt zu, unter anderem wollen der Computer-Hersteller IBM , das Online-Versandhaus Amazon , der weltgrößte Software-Produzent Microsoft  und der Telekom-Konzern AT&T  ihre Zahlen präsentieren.

Daneben warten Investoren gespannt auf eine Reihe wichtiger US-Konjunkturdaten, von denen sie sich Hinweise auf die Entwicklung der Konjunktur und der Leitzinsen der weltgrößten Volkswirtschaft erhoffen. Die US-Verbraucherpreise (Dienstag) und der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia (Donnerstag) dürften den Indizes die Richtung vorgeben.

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