Börse Dax schließt unter der 4000-Punkte-Marke

Mit guten Geschäftszahlen haben die Technologieriesen Intel und Yahoo die Stimmung am Markt aufgehellt. Auch auf dem Ölmarkt zeichnet sich eine Entspannung ab. Der Dax hat dennoch nur leicht im Plus geschlossen.

Franfurt am Main - Der deutsche Leitindex hat einen Großteil seiner Gewinne bis zum Börsenschluss wieder abgegeben. Der Xetra-Dax  ging am Mittwoch auf 3976 Punkten aus dem Handel, am Nachmittag hatte das Börsenbarometer noch deutlich über der 4000-Puntke-Linie notiert.

In den USA präsentierten sich die Märkte uneinheitlich. Während der Dow Jones  etwas schwächer notierte, legte der Nasdaq Composite  im frühen Handel zu. Metall- und Minenwerte würden von der jüngsten Kursschwäche bei Metallen belaste, während sich Rohöl nach dem jüngsten Rückschlag wieder etwas stabilisiere, sagten Händler. Techwerte stützten unterdessen den Markt.

"Der Dax-Anstieg hängt zum einen mit dem nachlassenden Ölpreis zusammen. Zudem sind die Geschäftszahlen von Intel  und Yahoo  recht ordentlich ausgefallen", erklärte Stephan Linz, Händler bei der BW Bank, die freundliche Tendenz am deutschen Markt. An den Ölmärkten gaben die Preise für US-Leichtölsorte WTI auf unter 52 Dollar nach, nachdem am Vortag noch deutlich mehr als 54 Dollar für den Barrel (159 Liter) bezahlt worden war.

Von dem Zwischenbericht von Intel profitierten insbesondere die Infineon-Titel. "Der Markt war richtig erleichtert, dass es keine negative Überraschung bei Intel gab", fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Positiv seien auch die Geschäftszahlen des niederländischen Ausrüsters für die Chipherstellung ASML  aufgenommen. Die Aktien von Infineon gewannen etwa 2,6 Prozent. Im Technologieindex TecDax  zogen die Halbleiterwerte von Elmos Semiconductor  und von Süss Microtec  überdurchschnittlich an.

Adidas-Aktien auf der Verliererseite

Von der Entspannung an den Ölmärkten profitierten vor allem die Lufthansa-Aktien , die seit Monaten entsprechend dem Auf und Ab beim Ölpreis schwanken. So zogen die Lufthansa-Titel zeitweise um etwa 2,2 Prozent an. Der hohe Ölpreis kann die Kerosin-Kosten der Fluggesellschaften in die Höhe treiben.

Zu den größten Gewinnern zählten zudem die VW-Aktien, die zeitweise gut 3 Prozent dazu gewannen, nachdem die EU-Kommission eine Klage gegen die Bundesrepublik vor dem Europäischen Gerichtshof einreichte. Das VW-Gesetz schreckt aus Sicht der Kommission Anleger ab, die sich an der Kontrolle des Unternehmens beteiligen wollen. Vor allem die Kombination aus einer Stimmrechtsbegrenzung und einer Sperrminorität bei Volkswagen von jeweils 20 Prozent ist der Kommission ein Dorn im Auge. Nach ihrer Auffassung bedeutet dies, dass Niedersachsen als größter Einzelaktionär von VW mit seinen 20 Prozent Anteilen besondere Rechte gegenüber anderen Aktionären hat. "Wenn das VW-Gesetz gekippt wird, löst das natürlich Übernahmen-Spekulationen aus", sagte ein Händler.

Im Dax gerieten dagegen die Aktien des Sportartikelherstellers Adidas-Salomon  unter Druck. Händler verwiesen auf einen vom Unternehmen allerdings dementierten Magazinbericht, wonach das Fußballgeschäft in Deutschland im ersten Halbjahr eingebrochen sein soll. Andere Händler verwiesen auf charttechnische Faktoren. Die Adidas-Aktien gehören mit einem Gewinn von rund 30 Prozent in diesem Jahr im Dax zu den größten Gewinnern. Der Dax hat im gleichen Zeitraum nur etwa ein Prozent zugelegt.

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