Börse Lähmende Angst

An den Aktienmärkten geht die Angst um: Nach einer Warnung der US-Regierung vor Anschlägen der Terrororganisation El Kaida in Finanzzentren suchen Anleger das Weite. Der Ölpreis ist auf ein 21-Jahres-Hoch gestiegen.

Hamburg/Frankfurt am Main - Für den Dax  hat die neue Handelswoche mit Kursverlusten begonnen. Verhaltene Vorgaben von den US-Börsen und die neuerliche Rekordjagd des Ölpreises drückten die Stimmung. Im frühen Handel fiel der deutsche Leitindex auf 3863 Punkte, ein Minus von 0,8 Prozent. Der MDax  sank um 0,3 Prozent auf 5001 Zähler, der TecDax  notierte 0,4 Prozent schwächer auf 505 Punkten.

"Die Furcht vor weiteren Terroranschlägen und das Thema Öl dürften heute den Markt dominieren", sagte ein Händler am Morgen. Der für den Heimatschutz der USA zuständige Minister Tom Ridge hatte am Sonntag mitgeteilt, den USA lägen neue, konkrete Informationen über mögliche Anschläge von Terroristen auf Finanzzentren in New York, Washington und New Jersey vor.

Die Terminkontrakte für US-Leichtöl haben in der Nacht zum Montag den höchsten Stand seit 21 Jahren erreicht. Händler sagten, bei anhaltend starker Nachfrage und nach der jüngsten Warnung in den USA vor möglichen Anschlägen der El Kaida auf wichtige Finanzinstitutionen in Washington und New York werde eine deutliche Abwärtsbewegung bei den Ölpreisen wohl noch längere Zeit auf sich warten lassen. Ein hoher Ölpreis gilt als Gefahr für die Erholung der Weltwirtschaft, da er die Produktion in vielen Industriebereichen deutlich verteuert.

Die New Yorker Börse will am Montag ungeachtet der Terrordrohung planmäßig eröffnen. "Wir werden weiter wachsam sein", sagte der Chef der New Yorker Stock Exchange (Nyse) John A. Thain am Wochenende laut Pressemitteilung. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg werde am Montag als Zeichen der Unterstützung die Eröffnungsglocke läuten.

Tui wehrt sich gegen eine Übernahme

Die Übernahmespekulationen um den Touristikanbieter Tui  haben am Wochenende eine neue Wendung erhalten. Vorsorglich kündigte Vorstandschef Michael Frenzel an, sich gegen eine Übernahme oder Zerschlagung des Konzerns zu wehren. "Ich werde sicher nicht tatenlos zusehen, wie Aufkäufer bei der Tui einsteigen und das Unternehmen dann zerschlagen", sagte er dem "Spiegel" (Montagausgabe).

Eine rege Kundennachfrage könnte den Autowerten auf die Beine helfen. Für die neue 1er-Modellreihe von BMW  liegen nach Werksangaben bereits vor dem Verkaufsstart mehr als 10.000 Bestellungen vor, sagte Markenchef Torsten Müller-Ötvös der "Automobilwoche". Und auch bei Volkswagen  kommt das Geschäft mit dem neuen Golf auf Touren. Im Juni wurden in Europa 48.000 Golf V an Kunden ausgeliefert, ein Plus von 23 Prozent im Vergleich zum Absatz des alten Golf im Vorjahresmonat. Das waren zudem 4.000 mehr als im Vormonat.

Im Tagesverlauf stehen zudem die Zahlen des Autozulieferers Continental  auf der Tagesordnung. Während am Finanzmarkt einhellig mit Umsatzzuwächsen im zweiten Quartal gerechnet wird, gehen die Stimmen bei der Gewinnentwicklung auseinander.

Die britische RWE-Tochter  Thames Water steht einem Pressebericht kurz vor dem Verkauf ihres internationalen Wassergeschäfts für bis zu einer Milliarde Pfund. Möglicher Käufer sei die japanische Gesellschaft Mitsui & Co Ltd, schrieb die Zeitung "Sunday Express", ohne Quellenangabe.

Der im MDax  notierte Spezialmaschinen und Großanlagenbauer MG Technologies  will mindestens eine Milliarde Euro aus dem Verkauf der Dynamit Nobel-Gruppe in Akquisitionen stecken, sagte MG Technologies-Chef Udo Stark. Anfang Juni hatte er der "FTD" den Umfang der Kriegskasse mit bis zu 1,5 Milliarden Euro beziffert.

Einen verhaltenen Ausblick lieferte Vorstandschef Christoph Achenbach für KarstadtQuelle : "Unser Ergebnis wird in diesem Jahr rot sein. Die dringenden Bereinigungs- und Restrukturierungsnotwendigkeiten müssen und wollen wir bilanziell verarbeiten", sagte er der "Welt am Sonntag". Er plane deshalb den Verkauf der Fitness-Studios der Gruppe. Auch die Zusammenarbeit mit der US- Kaffeehauskette Starbucks  in Deutschland stünde auf dem Prüfstein.

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