Tagesausblick Warten auf den Krieg

Das US-Ultimatum an Saddan Hussein läuft ab, ein Krieg scheint unausweichlich. An den Aktienmärkten haben sich die Händler bislang noch keine einheitliche Meinung bilden können. Hohe Kursschwankungen werden erwartet.

Hamburg/Frankfurt am Main – Der drohende Irakkrieg hat den internationalen Aktienmärkten in den vergangenen Tagen deutlich Auftrieb verliehen. Da die Unsicherheit aus dem Markt genommen wurde, hätten etliche Investoren wieder zugegriffen, erklärten Händler die Rallye. Nachdem aber allein der Dax  in den vergangenen fünf Tagen über 17 Prozent zugelegt hat, macht sich auch schon wieder Ernüchterung breit.

Da sich an den konjunkturellen Aussichten vorerst nichts geändert habe, könnten die jüngsten Kursaufschläge verfrüht sein, sagten Marktexperten im Gespräch mit mm.de. Zudem sei immer noch nicht absehbar, ob es für die USA ein schneller und erfolgreicher Krieg werde.

Marktbeobachter gehen deshalb von einem richtungslosen Handel am Mittwoch aus. Einen ersten Vorgeschmack lieferte die Börse in Tokio: Der Nikkei ist heute im frühen Handel erst auf ein 20-Jahrestief gefallen und schloss danach rund 1,2 Prozent fester deutlich über der 8000-Punkte-Marke.

Bayer-Kurs hebt nach Freispruch ab

Auch der Dax hat gestern bereits eine Berg- und Talfahrt vollführt, ging zum Schluss mit einem Plus von 3,9 Prozent auf 2584 Zählern aus dem Handel. Maßgeblich beteiligt an dem satten Aufschlag war Bayer . Der Chemie- und Pharmakonzern ist im ersten Schadenersatzprozess um das zurückgerufene Medikament Lipobay in den USA freigesprochen worden. Nach kräftigen Kursverlusten in den vergangenen Wochen schoss der Aktienkurs von Bayer nach dem Urteil am Dienstagabend um fast 40 Prozent nach oben. Bayer sei nicht verantwortlich für die Gesundheitsprobleme des Klägers, entschied die Jury in dem Prozess im texanischen Corpus Christi am Dienstag. Die Entscheidung war mit Spannung erwartet worden, da sie als mögliche Richtlinie für weitere Verfahren gilt.

Im Blickpunkt der Investoren wird heute auch die Allianz  stehen. Bernd Fahrholz wird nach Angaben aus Finanzkreisen als Chef der Allianz-Tochter Dresdner Bank zurücktreten. Sein Nachfolger an der Spitze des Verluste schreibenden Kreditinstituts soll der bisherige Privatkundenchef der Deutschen Bank , Herbert Walter, werden.

Der Autobauer BMW  will heute bei der Bilanz-Pressekonferenz in München einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr geben. Beim Absatz der Marken BMW und Mini erwartet das Unternehmen einen neuen Rekordwert. Eine Prognose für Umsatz und Gewinn gab BMW-Chef Helmut Panke bisher nicht ab. 2002 war das beste Jahr der Konzerngeschichte. Der Absatz stieg auf erstmals mehr als eine Million verkaufte Autos der Marken BMW und Mini. Der Vorsteuergewinn legte leicht auf 3,3 Milliarden Euro zu.

US-Börsen setzen Aufschwung vorsichtig fort

In den USA kletterten die Börsen am Dienstag nur zögerlich, rutschten im Handelsverlauf sogar kurzfristig ins Minus. Bis zum Schlussgong festigte sich der Dow Jones um 0,6 Prozent auf 8194 Punkte. Die Nasdaq legte um 0,6 Prozent auf 1400 Punkte zu. Die Irak-Kriegsdrohung des amerikanischen Präsidenten George W. Bush und die unveränderten Leitzinsen der US-Notenbank hielten die Marktteilnehmer in nervöser und abwartender Haltung. Die US-Tagesgeldzinsen blieben mit 1,25 Prozent auf dem niedrigsten seit vier Jahrzehnten. Die amerikanischen Währungshüter wollten angesichts der ungewöhnlichen geopolitischen Unsicherheit auch keine Risikoprognose für die US-Wirtschaft machen.

Einige Marktbeobachter glaubten, dass sich die Notenbank damit weitere geldpolitischen Handlungsspielraum für den Fall unerwarteter Probleme im Irak oder möglicher Terrorattacken offen gehalten hat. Neue US-Sicherheitsvorkehrungen gegen mögliche Terroranschläge stimmten die Wall Street ebenfalls nervös.

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