US-Banken mit Gewinnrückgang JP Morgan und Morgan Stanley verdienen deutlich weniger

Die beiden US-Großbanken JP Morgan und Morgan Stanley haben im abgelaufenen Quartal deutlich weniger verdient als vor Jahresfrist. Die Abkühlung der Konjunktur in den USA bremst das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen sowie das Kreditgeschäft.
Blaue Stunde: Die Stimmung im einst boomenden US-Bankgewerbe ist derzeit getrübt, die Gewinne sinken

Blaue Stunde: Die Stimmung im einst boomenden US-Bankgewerbe ist derzeit getrübt, die Gewinne sinken

Foto: Lucas Jackson / REUTERS

Schwächere Geschäfte mit Fusionen und Übernahmen haben den Gewinn der US-Investmentbank Morgan Stanley im zweiten Quartal schrumpfen lassen. Der Überschuss sei auf 2,4 Milliarden Dollar gesunken nach 3,4 Milliarden Dollar vor Jahresfrist, teilte die Bank am Donnerstag mit. "Insgesamt lieferte das Unternehmen ein solides Quartal in einem so volatilen Marktumfeld wie lange nicht mehr", erklärte Bankchef James Gorman zum Zahlenwerk für den Zeitraum April bis Juni.

Pro Aktie stand ein Gewinn von 1,39 Dollar in den Büchern, nach 1,85 Dollar ein Jahr zuvor. Analysten hatten allerdings 1,53 Dollar erwartet. Die Aktie gab am Donnerstag nach.

Die Nettoerträge der Bank gingen auf 13,13 (Vorjahr: 14,76) Milliarden Dollar im zweiten Jahresviertel zurück. Die Erträge im Investmentbanking fielen um 55 Prozent. Hierbei bekam Morgan Stanley unter anderem zu spüren, dass das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen nicht mehr so rund lief wie noch vor einem Jahr. Die hochschießende Inflation und steigende Kreditkosten bremsten die Bereitschaft der Unternehmen zu Fusionen und Übernahmen.

Kredit-Rückstellungen drücken Gewinn von JP Morgan

Auch der Branchenprimus JP Morgan meldete für das zweite Quartal einen Gewinnrückgang. Beim Rivalen drückten insbesondere Rückstellungen für drohende Kreditausfälle die Ergebnisse. Die Konkurrenten Citigroup und Wells Fargo wollen am Freitag ihre Quartalszahlen veröffentlichen, die Ergebnisse von Goldman Sachs sowie der Bank of America werden am Montag erwartet.

Mit 8,6 Milliarden US-Dollar verdiente die größte US-Bank JP Morgan Chase zwar etwas mehr als im ersten Jahresviertel, aber 28 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie es am Donnerstag in New York mitteilte. Das lag vor allem an der Risikovorsorge für drohende Kreditausfälle, die infolge der Krise rund um den Ukraine-Krieg und die stark gestiegene Inflation wieder häufiger zu werden drohen. Analysten hatten mit einem weniger starken Gewinnrückgang gerechnet. Nun setzt JPMorgan den im April angekündigten milliardenschweren Rückkauf eigener Aktien vorerst aus, um höhere Kapitalanforderungen zu erfüllen. Die Aktie fiel vorbörslich zunächst um bis zu mehr als 5 Prozent, dämmte die Verluste danach aber etwas ein.

Auf der Einnahmeseite verzeichnete JPMorgan im Jahresvergleich einen leichten Zuwachs der verwalteten Erträge um ein Prozent auf 31,6 Milliarden Dollar. Allerdings lief die Entwicklung in den unterschiedlichen Bereichen deutlich auseinander: Während der Zinsüberschuss um fast ein Fünftel zulegte, gingen die übrigen Erträge um zwölf Prozent zurück. Dies lag unter anderem an rückläufigen Gebühreneinnahmen im Investmentbanking.

la/reuters
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