Steigende Preise Inflation frisst Corona-Ersparnisse der Deutschen auf

Die hohe Inflation frisst die Ersparnisse der Deutschen auf. Bei vielen Haushalten sind die Sparpolster aus der Corona-Zeit laut Ifo-Institut geschmolzen. Das dürfte den privaten Konsum und damit die Konjunktur im weiteren Verlauf des Jahres schwächen, zumal die Preise weiter steigen.
Rekord-Inflation: Der Einkauf im Supermarkt macht sich zu Zeiten von Corona und Krieg in der Ukraine im Geldbeutel bemerkbar

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Foto: Martin Wagner / IMAGO

Die Inflation hat die in Corona-Zeiten angesammelten Ersparnisse der Deutschen laut Ifo-Institut inzwischen aufgezehrt. "Die Inflation frisst die zusätzlichen Ersparnisse der Deutschen auf. Die Sparpolster aus der Corona-Zeit sind bei vielen Haushalten nunmehr abgeschmolzen", erklärte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser am Dienstag. Gleichzeitig würden die Verbraucherpreise weiter kräftig steigen. Das Ifo-Institut analysierte die Bankbilanzen der privaten Haushalte.

Die privaten Haushalte hätten von April 2020 bis März 2021 gut 70 Milliarden Euro mehr auf den Bankkonten geparkt als in normalen Jahren, sagte Wollmershäuser. Wie die Bilanzen der Banken zeigen, haben die Verbraucher seit Ende vergangenen Jahres aber verstärkt auf diese Ersparnisse zurückgegriffen. Die Überschusseinlagen wurden demnach "bis zum Ende des ersten Quartals 2022 fast vollständig abgebaut. Und im zweiten Vierteljahr setzte sich diese Entwicklung in beinahe unverändertem Tempo fort".

Weil die Verbraucherpreise aber weiter kräftig steigen, "wird der private Konsum im weiteren Verlauf des Jahres als Konjunkturmotor in Deutschland leider ausfallen", sagte Wollmershäuser am Dienstag in München.

Die hohe Inflation dürfte dieses "Entsparen der Haushalte" maßgeblich getrieben haben. Während der Konsum in den ersten Monaten des Jahres trotz hoher Inflation noch kräftig ausgeweitet wurde, "zeichnet sich seit Jahresmitte anhand vieler Frühindikatoren ein deutlicher Dämpfer ab".

dri/dpa-afxp, afp
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