Steigende Häuserpreise in der Pandemie Wie die Corona-Krise den Immobilienmarkt auf Sylt anheizt

Sylt gehört seit geraumer Zeit zu den teuersten Immobilienstandorten in Deutschland. Auch die Pandemie mit den Reisebeschränkungen konnte daran nichts ändern - im Gegenteil.
Reetdachhäuser auf Sylt: Die Preise für Immobilien auf der Promi-Insel steigen seit Langem

Reetdachhäuser auf Sylt: Die Preise für Immobilien auf der Promi-Insel steigen seit Langem

Foto: Carsten Rehder / dpa

Seit geraumer Zeit steigen auf der Nordseeinsel Sylt, ohnehin einer der teuersten Märkte Deutschlands, die Immobilienpreise, und auch die Corona-Krise hat daran nichts geändert. Im Gegenteil: Durch die Pandemie wurde der Trend sogar noch einmal verstärkt, wie Marktkenner berichten. Auch künftig dürfte sich die Entwicklung demnach weiter fortsetzen: Mit den Preisen für Häuser und Wohnungen auf der Promi-Insel geht es weiter aufwärts.

Der Trend habe schon vor dem Frühjahr 2020 begonnen, sagt etwa Peter-Georg Wagner, Geschäftsführer des Immobilienverbands IVD Nord. Durch die Pandemie sei die Preisbewegung dann zusätzlich intensiviert worden, und zwar stärker als im Rest Deutschlands. "Durchschnittlich sind die Preise im Corona-Jahr im selbst genutzten Wohneigentum um fünf bis zehn Prozent gestiegen", so Wagner. Auf Sylt sei der Anstieg jedoch höher. Ähnlich sieht es Peter Peters, der auf Sylt als Immobilienmakler arbeitet. "Die Preise auf der Insel steigen um 10 bis 20 Prozent und werden vermutlich noch weiter steigen", sagt er.

Ein Haus in begehrter Wattlage in Kampen kostet inzwischen mindestens 30 Millionen Euro, so Peters. In Keitum müssen solvente Käufer für ein fertiges Haus mit Blick auf das Wattenmeer in der Regel zwischen 12 und 18 Millionen Euro zahlen. "Der Kreis Nordfriesland erstellt regelmäßig eine Bodenrichtwert-Tabelle, aus der diese amtlichen Zahlen für Sylt hervorgehen", erläutert der Makler.

Als Grund für diese Entwicklung im Luxussegment sieht der Makler unter anderem die eingeschränkten Reisemöglichkeiten. Während Hotels im Lockdown geschlossen sind und Ferienwohnungen nicht vermietet werden dürfen, erlaubt die schleswig-holsteinische Landesverordnung den Zweithausbesitzern, ihre Immobilien auf der Insel weiterzunutzen.

Menschen aus Hamburg, Nordrhein-Westfalen oder Berlin "erkaufen sich mit einem Haus oder einer Wohnung auf Sylt eine größere Freiheit", sagt Peters. Menschen, die es sich leisten können, sollte man wohl hinzufügen. Das sei ein willkommener Tapetenwechsel, wenn Auslandsreisen coronabedingt nicht oder nur stark eingeschränkt möglich sind.

Hintergrund: Seit Mitte der 1960er-Jahre steigen die Grundstückspreise auf Sylt kontinuierlich. Allein in den vergangenen zehn Jahren haben sich die Preise nahezu verdoppelt.

Wie sich die Preise für Eigenheime auf der Insel entwickeln, hänge auch davon ab, wie sich die Verbreitung des Coronavirus entwickelt und wie die Impfungen voranschreiten, so IVD Nord-Geschäftsführer Wagner. Die Lage sei hier ausschlaggebend: "Eine attraktive Insel wie Sylt verliert ihre Anziehung nicht."

Auf der Insel sowie auf dem ostfriesischen Norderney und in der Region Tegernsee sei Baugrund in Deutschland am teuersten.

cr/dpa
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