Leipzig vor Berlin, Köln vor München Die zehn besten Städte für Immobilien-Investments - und die drei gefährlichsten

Der Immobilienboom hat die Hauspreise und die Risiken in die Höhe getrieben. In Deutschlands besten B-Lagen lohnt sich der Kauf eines Mietshauses dennoch - manager magazin zeigt die zehn besten Standorte und drei riskante Lagen.
Von Eva Müller
Hat immer noch Potential: die Bundeshauptstadt

Hat immer noch Potential: die Bundeshauptstadt

Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Hamburg - In eiten historischer Niedrigzinsen haben sich vermietete Wohngebäude zu einer begehrten Geldanlage entwickelt. Mehr als 20 Milliarden Euro investierten die Bundesbürger im vergangenen Jahr in solche Zinshäuser. Entsprechend knapp ist das Angebot in den begehrten A-Lagen der deutschen Metropolen geworden. Extrem gestiegene Preise drücken die Bruttoanfangsrenditen dort auf weniger als 5 Prozent.

Zieht man Kaufnebenkosten, laufende Kosten sowie die notwendigen Rücklagen für Sanierung und Instandhaltung ab, bleibt oft nur eine Nettoverzinsung von 3 Prozent. Wird dann auch noch finanziert, sinkt die Rendite schnell auf das Niveau einer Staatsanleihe. Dafür aber scheint der mit der Verwaltung eines Mehrfamilienhauses verbundene Aufwand und das Risiko am Immobilienmarkt unangemessen hoch.

Hannover vor Hamburg, Köln vor München

Doch trotz des Booms kann sich auch heute der Kauf eines Mietshauses noch rentieren: Zwar nicht mehr in den nahezu ausverkauften Spitzenlagen von Hamburg, Düsseldorf oder Frankfurt, aber immerhin noch in vielen mittleren Städten. In den Metropolen Berlin, Köln und München sind in den B-Lagen noch gute Objekte zu finden.

Die Immobilienvermittlung Engel&Völkers hat in einem detaillierten Städte-Ranking exklusiv für manager magazin errechnet, in welcher der 50 größten deutschen Städte ein Investment attraktiv ist - und wo Investoren lieber Vorsicht walten lassen.

Das Ranking beurteilt dabei nicht nur die durchschnittliche Bruttorendite sowie die Entwicklung von Mieten und Quadratmeterpreisen. Die Experten haben auch die für die langfristige Wertentwicklung entscheidenden Trends bei der ökonomischen Dynamik und der Bevölkerungsentwicklung an einem Standort einkalkuliert.

Platz 10: Potsdam

Potsdam - wo Günther Jauch investiert

Potsdam - wo Günther Jauch investiert

Foto: DPA

In der Landeshauptstadt von Brandenburg kaufen sich mit Vorliebe Promis ein. So gilt etwa Günther Jauch als prima Vermieter unter den Bewohnern der Straßenzüge, die der Medienstar erworben und saniert hat. Mittlerweile allerdings hat die 160.000 Einwohner-Stadt preislich schon fast mit dem benachbarten Berlin gleich gezogen. Durchschnittlich 1920 Euro kostet der Quadratmeter Zinshaus - mit weiter steigendem Trend.

Dennoch lohnt sich ein Investment, denn die Wirtschaft entwickelt sich in der Wissenschaftsstadt mit ihren vielen Forschungsinstituten dynamisch. Die Zahl der Einwohner wird bis 2025 um fast 10 Prozent zunehmen.

Der Platz in der grünen Stadt mit ihren vielen Seen wird schon langsam knapp. Ein paar aussichtsreiche Lagen für Mehrfamilienhäuser gibt es aber immer noch: Etwa die Speicherstadt in der Nähe des Bahnhofs, die neue Mitte gegenüber des Landtages oder das neu errichtete Humboldt-Quartier. Viel gebaut wird derzeit im Norden, etwa bei den ehemaligen Krampnitz-Kasernen.

Platz 9: Hannover

Hannover - so viel Grün wie in keiner anderen deutschen Großstadt (Foto: Rathaus mit Maschteich)

Hannover - so viel Grün wie in keiner anderen deutschen Großstadt (Foto: Rathaus mit Maschteich)

Foto: DPA

So viele Grünflächen hat keine andere deutsche Großstadt zu bieten. Obwohl die Landeshauptstadt von Niedersachsen eigentlich wie ein großer Park mit eingestreuten Wohngebieten wirkt, erreicht sie bei den ökonomischen Faktoren einen ordentlichen Mittelwert. In 10 Jahren werden hier immerhin fast 4 Prozent mehr Bürger leben.

Der Zuzug lässt die Mieten zwar kaum steigen. Aber dafür stehen Kaufpreise und Einnahmen in einem sehr vorteilhaften Verhältnis zueinander: 7,1 Prozent Bruttoanfangsrendite lassen sich bei Kaufpreisen von 1230 Euro pro Quadratmeter im Schnitt realisieren.

Anleger sollten sich in der Messe-Metropole auf die klassischen A-Lagen konzentrieren. Sehr gediegen, dafür aber auch etwas konservativ bis altbacken ist die Südstadt direkt am Maschsee. Hipper ist die Oststadt am Stadtwald mit schnuckeligen Kaffees und kleinen Läden. Zum In-Viertel entwickelt sich seit einigen Jahren Linden-Mitte.

Platz 8: Braunschweig

Braunschweig: : Die TU und die Nähe zu Volkswagen sorgen für Jobs und eine gute wirtschaftliche Entwicklung

Braunschweig: : Die TU und die Nähe zu Volkswagen sorgen für Jobs und eine gute wirtschaftliche Entwicklung

Foto: DPA

Einer breiteren Öffentlichkeit lernte die Universitätsstadt erst dadurch kennen, das etwas dort nicht stattfand: Der nördlichste Karnevalsumzug Deutschlands wurde dieses Jahr wegen einer akuten Terrorwarnung abgesagt. Jetzt aber weiß jeder Bundesbürger, dass der 35 Kilometer von der Autometropole Wolfsburg mit seinen 70.000 Einpendlern entfernte Ort über ein reges Kulturleben verfügt.

Dazu kommt die älteste Technische Hochschule der Republik, deren Absolventen heute leicht einen Job bei Volkswagen finden. Deshalb erzielt der Pendlerwohnort gute Werte bei der wirtschaftlichen Entwicklung. Bevölkerungsstatistiker sagen ihm in der kommenden Dekade einen Zuwachs von knapp 2 Prozent mehr Bürgern voraus.

Dass viele Studenten mittlerweile nach dem Examen nicht mehr wegziehen sondern vor Ort Lohn und Brot finden hat schon in den vergangenen zwei Jahren die Mieten kräftig steigen lassen. Um 9,2 legten die Einnahmen der Hausbesitzer zu und es geht weiter bergauf. Weil die Quadratmeterpreise für Zinshäuser mit 975 Euro noch sehr niedrig sind liegt die Bruttoanfangsrendite bei stattlichen 8 Prozent.

Bevorzugte Lagen in denen Investitionen Werterhalt versprechen sind die Viertel rund um die Innenstadt. Weil das Zentrum noch zum Teil von den mittelalterlichen Umflutgräben umgeben ist, findet sich sogar noch tolle Häuser an den Wällen in unmittelbarer Wassernähe. Besonders in der West- und Nordstadt sind diese sehr attraktiven Objekte noch zu erwerben. Auch das östliche Ringgebiet gilt als A-Lage.

Platz 7: Bonn

Bonn: Telekom, Post und Ministerien bieten Jobs - und wer kräftig feiern will, muss nur ein paar Kilometer rheinaufwärts gen Köln fahren

Bonn: Telekom, Post und Ministerien bieten Jobs - und wer kräftig feiern will, muss nur ein paar Kilometer rheinaufwärts gen Köln fahren

Foto: DPA

Von wegen tote Hose in der ehemaligen Bundeshauptstadt. Die Telekom, die Post und die noch vor Ort verbliebenen Ministerien bieten gut bezahlte Jobs mit geringer Entlassungsgefahr. Dank perfekter Autobahnanbindung - in 20 Minuten düst der Pendler zum Kölner Verteilerkreisel - hat sich Bonn auch als interessanter Wohnstandort etabliert. Um mehr als 6 Prozent wird die Bevölkerung bis 2025 wachsen. Die ökonomischen Perspektiven sind gut, die Lebensqualität überdurchschnittlich.

Süd- und Weststadt bieten stilvoll renovierte Altbausubstanz, von der aus das Zentrum mit seinem überbordenden Marktplatz zu Fuß zu erreichen ist. Leerstand haben Vermieter in diesen begehrten A-Lagen nicht zu befürchten. Werterhalt und Sicherheit können Käufer hier erwarten. Große Preissteigerungen allerdings nicht mehr. Der Quadratmeterpreis liegt im Schnitt bereits bei 1980 Euro. Dafür fällt die Bruttorendite mit 6,7 Prozent immer noch sehr respektabel aus. Und die Mieten, die bereits zwischen 2012 und 2014 um gut 5 Prozent zulegten, gehen weiter nach oben.

Platz 6: München

München: Der Werterhalt eines Wohnhauses ist nahezu garantiert - doch kaufen sollte man nur noch in B-Lagen

München: Der Werterhalt eines Wohnhauses ist nahezu garantiert - doch kaufen sollte man nur noch in B-Lagen

Foto: DPA

Als absoluter Sonderfall jenseits von gut und böse gilt die bayerische Landeshauptstadt in der Immobilienbranche. Nirgendwo sind die Preise so absurd hochgeschnellt wie an der Isar. Mittlerweile kosten Zinshäuser im Schnitt 4950 Euro pro Quadratmeter. In den Toplagen realisieren die Verkäufer durchschnittlich sogar 6300 Euro. Nach oben scheint es keine Grenze mehr zu geben: Unlängst erst kolportierte die Boulevardpresse ein luxuriöses Mehrfamilienhaus im begehrten Glockenbach-Viertel, dem Kiez von Fußballstar Sebastian Schweinsteiger, mit Quadratmeterpreisen von 14.500 Euro.

Genauso abartig stiegen auch die Mieten - im Schnitt um 9 Prozent über die vergangenen beiden Jahre. Experten scheint damit das obere Ende der Belastbarkeit erreicht. Trotz des enormen Zuzugs von 7 Prozent bis 2025 an den Standort von 6 Dax-Konzernen erwarten die Experten von Engel&Völkers eine Stagnation auf hohem Niveau.

Auch bei den Kaufpreisengeht es ihrer Einschätzung nach nicht mehr weiter nach oben. Die Bruttoanfangsrenditen liegen jetzt schon bei nur noch 3,8 Prozent - im Durchschnitt. An der absoluten Toplagen dürften die Einnahmen kaum mehr die laufenden Kosten und die Rücklagen für Sanierung und Instandhaltung erwirtschaften. Da scheinen sogar deutsche Staatsanleihen im Vergleich als Schnäppchen.

Dennoch hält sich München unter den Top-Ten der Immobilienstandorte. Hauptgrund: Die Stabilität des Marktes. Hier ist der Werterhalt eines Wohnhauses nahezu garantiert.

Wer also nicht finanzieren sondern ohnehin vorhandene Mittel sicher deponieren will, kann auch in der Weltstadt mit Herz kaufen. Aber bitte nur in B-Lagen, wo zumindest eine kleine Nettoverzinsung zu erwarten ist. Und selbst in bescheidenen Gegenden wie dem ehemaligen Glasscherbenviertel Giesing gibt es kaum noch Objekte. A bisserl was geht fast nur noch in C-Lagen wie Berg am Laim, Ramersdorf, Hadern oder Pasing.

Platz 5: Köln

Karneval in Köln: 80.000 Menschen werden zuziehen - nicht nur aus der Eifel

Karneval in Köln: 80.000 Menschen werden zuziehen - nicht nur aus der Eifel

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Kölle Alaaf! Unter den Maklern herrschte im vergangenen Jahr permanente Karnevalsstimmung. 592 Zinshäuser konnten sie 2014 verkaufen. Und das bei heftig gestiegenen Preisen. In den Toplagen legten die Taxen um rund 50 Prozent zu. Mittlerweile liegen sie bei durchschnittlich 2620 Euro pro Quadratmeter. Die Mieten hielten allerdings nicht mit. Sie legten über die vergangenen zwei Jahre nur um 2 Prozent zu - und damit weniger als im Bundesschnitt. Entsprechend rutschten die Anfangsrenditen auf 5 Prozent ab.

Dennoch rangiert die Domstadt nach den Berechnungen von Engel&Völkers unter den Spitzenstandorten für Investoren. Hauptgrund: 80.000 Menschen werden bis 2025 zuziehen - Köln hat dann gut 1,1 Millionen Einwohner.

Ein Großteil der 100.000 Studenten in der Stadt können in der lebensfrohen Rheinmetropole bleiben, weil die dynamische Wirtschaft ihnen Jobs bietet. Außerdem kommen immer mehr Bewohner der aussterbenden Örtchen in Eifel und Bergischem Land in die Stadt. Das Leben auf dem Land wird immer unattraktiver und teurer, weil die dörfliche Infrastruktur verkümmert.

Die Neu-Kölner suchen vor allem in den urbanen Gebieten nach Wohnungen. Durch diesen Trend sind die B-Lagen Ehrenfeld, Sülz und die Gebiete um das Zentrum schon fast zu Spitzenstandorten für Mietshäuser aufgestiegen.

Platz 4: Berlin

Berlin: Potenzial in Wedding und Neukölln

Berlin: Potenzial in Wedding und Neukölln

Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Deutschlands einzige Metropole von Weltrang boomt und boomt und boomt. Mehr als ein Drittel aller Zinshäuser in Deutschland wurde 2014 an der Spree gekauft, insgesamt 1516 Objekte. Unter den Käufern waren auch viele ausländische Investoren. Die finden Berlin nämlich immer noch arm aber sexy. Schließlich sind die Quadratmeterpreise dort mit durchschnittlich 2150 Euro im Vergleich zu London, Paris oder New York immer noch lächerlich niedrig. Sie stört es offenbar auch nicht, dass die Mieten nur moderat ansteigen und deshalb die durchschnittlichen Bruttoanfangsrenditen deutliche unter 5 Prozent liegen.

Vor allem Objekte in den Strassen um den Ku'damm sind bei den Investoren extrem begehrt. Hier geht es ebenso hipp und weltstädtisch zu wie in anderen europäischen Hauptstädten. Entsprechend hohe Mieten können die Hausherren in ihren herrschaftlichen Häusern realisieren.

Den berühmten Berliner Flair, leicht abgewrackt aber sehr, sehr cool, finden Investoren eher in den B-Lagen. Der Teil von Wedding, der an Mitte grenzt und im Fachjargon Medding heißt, bietet viel Potenzial. Ebenso aussichtsreich ist ein Kauf im Stephan-Kiez von Tiergarten oder im Neuköllner Schiller-Kiez direkt am ehemaligen Flugfeld Tempelhof. Hier entstehen in ehemaligen Spielhöllen immer mehr Kaffees und Kitas.

Insgesamt ist der Markt in Berlin sehr liquide. Immer wieder kommen Wohnhäuser auf den Markt, da viele Eigentümer Nicht-Berliner sind und sich deshalb nicht emotional an ihre Immobilie gebunden fühlen.

Platz 3: Erfurt

Zalandos Europa-Zentrale in Erfurt: Logistikfirmen befeuern die Wirtschaft - und westdeutsche Steuerparer wollen sanierte Altbauten verkaufen

Zalandos Europa-Zentrale in Erfurt: Logistikfirmen befeuern die Wirtschaft - und westdeutsche Steuerparer wollen sanierte Altbauten verkaufen

Foto: DPA

Zalando schreit vor Glück. Der Online-Händler hat seine Europazentrale in der Mitte Deutschlands angesiedelt. Von Erfurt aus gelangen die Päckchen mit Schuhen und Mode dank bester Autobahnanbindung schnell an jeden Ort der Republik. Weshalb immer mehr Logistikfirmen die Wirtschaft boomen lassen. Und weshalb sogar die Bundeswehr ihren Standort in der Landeshauptstadt von Thüringen ausbaut, obwohl sie überall sonst in Deutschland reduziert. Ab 2017 donnern von dem ICE-Schnittpunkt aus Züge in 2,5 Stunden nach München und in 1,5 Stunden nach Berlin.

Die gut 200.000 Erfurter wollen allerdings gar nicht so schnell weg aus ihrer Stadt, die auf der Kandidatenliste für das UNESCO-Weltkulturerbe steht. Schließlich leben sie häufig in wunderbaren Altbauten, die bereits bald nach der Wende von westdeutschen Investoren saniert wurden. 80 Prozent dieser schönen Gründerzeitgebäude sind in der Hand solcher Anleger, die jetzt, da die Steuervorteile längst ausgelaufen sind, verkaufen wollen.

Der Markt ist deshalb sehr liquide. Bei Preisen von durchschnittlich 1150 Euro pro Quadratmeter liegen die Anfangsrenditen bei fast 7 Prozent. Und die Mieten, die bereits über die vergangenen beiden Jahre um fast 18 Prozent in die Höhe schnellten, steigen weiter.

Investments lohnen sich vor allem in den besten Lagen. Etwa in der Altstadt oder in der Löber-Vorstadt. Schwer im Kommen sind die Gründerzeitstadtteile Krämpfervorstadt und Johannesvorstadt.

Platz 2: Dresden

Dresden: Forschungsstandort mit Elbblick

Dresden: Forschungsstandort mit Elbblick

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Okay, mit den Pegida-Demonstrationen hat die sächsische Landeshauptstadt ein wenig von ihrem Image als Kulturmetropole verloren. Aber die xenophoben Abendspaziergänge sind ja mittlerweile wieder eingeschlafen. Der Immobilienmarkt indes zeigt sich weiter putzmunter. Die Kaufpreise für Zinshäuser liegen derzeit um 1600 Euro pro Quadratmeter und steigen weiter. Die Mieten aber legen schneller zu: Um mehr als 16 Prozent schossen sie von 2012 bis 2014 in die Höhe, Tendenz weiter steigend. Der Zuzug in die mit 540.000 Einwohnern zwölfgrößte Stadt Deutschland ist mit gut 1,5 Prozent bis 2025 zwar nicht gerade berauschend, dafür aber hochkarätig.

Dresden gilt als erstklassiger Forschungsstandort und glänzt mit vielen Hightech-Gründungen in Biotech und Nanotech. Hier entstehen viele gut dotierte Arbeitsplätze. Auch viele der Studenten der Technischen Universität finden vor Ort prima Jobs und wollen dann die Studentenbude gegen eine schöne Wohnung tauschen. Die suchen sie bevorzugt dort, wo schöne Altbauten edel renoviert wurden - etwa auf dem Weißen Hirsch, in Loschwitz, der Neustadt oder in Striesen-West. Sehr viel Zukunftspotenzial hat zudem Löbtau.

Platz 1. Leipzig

Leipzig: In keiner anderen deutschen Großstadt wächst die Wirtschaft so dynamisch. Die Gentrifizierung ist in vollem Gange. BMW, Porsche und DHL ziehen junge Mitarbeiter an, und die sanierten Altbauwohnungen finden reißenden Absatz

Leipzig: In keiner anderen deutschen Großstadt wächst die Wirtschaft so dynamisch. Die Gentrifizierung ist in vollem Gange. BMW, Porsche und DHL ziehen junge Mitarbeiter an, und die sanierten Altbauwohnungen finden reißenden Absatz

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Fast schon Berlin - so sehen Investoren das Wirtschaftszentrum Sachsens. Schließlich dauert es sowohl mit dem Auto als auch mit dem ICE nur eine gute Stunde von der Bundeshauptstadt nach Leipzig. Die Preise sind dort allerdings noch deutlich niedriger als an der Spree: 1150 kostet ein Mietshaus dort im Schnitt - deutlich weniger als die Hälfte. Wohl deshalb verzeichneten die Experten von Engel&Völkers dort 2014 die zweitmeisten Transaktionen mit 794 Verkäufen.

Und im Gegensatz zu Berlin sind in der Faust-Stadt noch richtig schöne Altbauten käuflich zu erwerben. Hier finden Anleger noch geschlossene Viertel mit attraktiver Gründerzeit-Substanz. In den A-Quartieren wie dem Waldstraßen-Viertel oder dem Musiker Viertel ist die Gentrifizierung in vollem Gange.

Und die renovierten und aufgewerteten Wohnungen finden reißend Abnehmer. In keiner anderen deutschen Großstadt entwickelt sich die Wirtschaft so dynamisch wie in Leipzig. BMW, Porsche, DHL oder Amazon ziehen junge Mitarbeiter an. Die Studenten der renommierten alten Universität können in der Stadt bleiben und Familien gründen. Deshalb lohnt sich vor allem ein Investment in Mietshäuser mit größeren Wohnungen ab 80 Quadratmetern Wohnfläche. Dann können die Anfangsrenditen auch über den durchschnittlichen 6,3 Prozent liegen. Vor allem, wenn sich Anleger auf die kommenden Viertel wie Plagwitz, Lindenau oder Gohlis-Mitte kaprizieren.

Platz 48 - Heidelberg - Kaufpreise gestiegen, doch Mieten stagnieren

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Wie? Das Touristenmekka am Neckar soll ein mieser Immobilienstandort sein? Das auf den ersten Blick befremdliche Ergebnis des Ranking von Engel&Völkers erklärt sich schnell durch eine nähere Analyse der Zahlen. In der Universitätsstadt liegen die Preise für Zinshäuser mit durchschnittlich 2100 Euro pro Quadratmeter fast schon auf dem Niveau der boomenden Metropolen.

Die Mieten aber stagnieren seit Jahren und ein positiver Trend ist nicht abzusehen. Denn in Heidelberg mangelt es im Gegensatz zu Frankfurt oder Berlin an wirtschaftlicher Dynamik. Wissenschaft und Forschung alleine bringen kaum Wachstum.

Das nun auch die Amerikaner aus ihrer größten deutschen Garnison abgezogen sind, zeigt sich auch in der Bevölkerungsentwicklung. In den nächsten zehn Jahren ist kaum Zuzug zu erwarten. Stattdessen verlassen die Offiziere, die oft in sehr teuren Wohnungen lebten, ihr "Beautiful Heidelbörg" . Gleichzeitig entsteht in den ehemaligen Kasernen neuer, attraktiver Wohnraum - was für die dauerhafte Wertentwicklung nicht gerade brillante Aussichten bedeutet.

Platz 49 Lüdenscheid - niedrige Preise, doch viel Leerstand

Lüdenscheid: Als Stadt des Lichts versucht sich der Ort im Nordwesten des Sauerlandes zu vermarkten

Lüdenscheid: Als Stadt des Lichts versucht sich der Ort im Nordwesten des Sauerlandes zu vermarkten

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Als Stadt des Lichts versucht sich der 72.000-Einwohner-Ort im Nordwesten des Sauerlandes zu vermarkten. Dem Immobilieninvestor indes fallen eher die Schattenseiten des weit abgelegenen Standortes auf: Nur Duisburg verliert noch schneller seine Bürger. Bis 2025 wird die Bevölkerung Lüdenscheids um fast 6 Prozent schrumpfen. Auch die ökonomische Entwicklung, der Arbeitsmarkt und die Lebensqualität können nicht überzeugen.

Zwar wirken die Bruttoanfangsrenditen mit 9,1 Prozent auf den ersten Blick sehr viel versprechend. Doch die erklären sich in erster Linie aus den sehr niedrigen Preisen von durchschnittlich 900 Euro pro Quadratmeter. Nur wer vor Ort lebt und aus seiner persönlichen Marktkenntnis heraus das große Risiko von potenziellem Leerstand und Mietstagnation kontrollieren kann, sollte sich hier an ein Investment wagen.

Platz 50 Mülheim - die City wirkt wie ausgestorben

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Zentraler im strukturgeschädigten Ruhrgebiet kann eine Stadt nicht liegen. Und damit ist die Crux von Mülheim auch schon beschrieben. Seit Jahren bemühen sich die Ratsherren ihrem Mittelzentrum irgendwie Leben einzuhauchen. Ohne Erfolg: Die City wirkt wie ausgestorben. Viele Geschäfte stehen leer. Zum Einkaufen fahren die Mülheimer ins nahe gelegene Düsseldorf. Auch die benachbarten Oberzentren Duisburg und Essen scheinen ihnen deutlich attraktiver als ihre eigene Heimat.

Nur Duisburg hat noch schlechtere Wirtschaftsperspektiven als Mülheim. Die Bevölkerung sinkt langsam aber sicher. Die Mieten stagnieren. Für diese Verhältnisse sind die Preise für Zinshäuser mit 1200 Euro pro Quadratmeter deutlich zu hoch. Chancen bieten sich allerhöchstens in den grünen Lagen Richtung Düsseldorf, wo sich der eine oder andere Pendler niederlassen könnte. Aber an solch risikoreiche Investments sollten sich nur absolute Kenner der örtlichen Verhältnisse wagen, die sich von der Bruttoanfangrendite von 8 Prozent locken lassen.

Lesen Sie hier die ausführliche Analyse über Deutschlands Triple-B-Lagen im aktuellen manager magazin.

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