Donnerstag, 2. April 2020

Waldorf Astoria wird chinesisch Das wohl teuerste Hotel der Welt

Paris Hilton, SAP, Titanic: Acht überraschende Fakten über das Waldorf Astoria
REUTERS

Der Zwei-Milliarden-Dollar-Verkauf des New Yorker Luxushotels Waldorf Astoria markiert gleich mehrere Rekorde: Es ist das teuerste bislang in den USA verkaufte Hotel - und der höchste Preis, den Chinesen in Amerika bisher für eine Immobilie bezahlt haben.

Hamburg - Der am gestrigen Montag bekannt gewordene Verkauf des New Yorker Luxushotels Waldorf Astoria markiert gleich mehrere Superlative auf einmal: Der Preis von 1,95 Milliarden Dollar (1,56 Milliarden Euro), für den die US-Hotelgruppe Hilton das Haus an den chinesischen Versicherer Anbang veräußert, ist der höchste, der jemals innerhalb der USA für ein Hotel gezahlt wurde. Das geht aus übereinstimmenden US-Medienberichten hervor.

Demnach hielt diesen Rekord zuvor das The Cosmopolitan in Las Vegas, das für 1,7 Milliarden Dollar an Blackstone verkauft worden war. Bei jenem Deal war allerdings das Casino des Hauses inklusive.

Der US-Sender CNBC zitiert zudem einen Experten mit der Einschätzung, die knapp zwei Milliarden Dollar für das Waldorf Astoria in New York seien vielleicht sogar der höchste Preis, der bislang weltweit für eine einzelnes Hotel gezahlt wurde. Umgerechnet beträgt der Wert jedes einzelnen Zimmers im Waldorf damit etwa 1,4 Millionen Dollar.

Zudem stellt die Transaktion auch aus chinesischer Sicht einen Rekord dar. Seit längerem schon ist zu beobachten, dass Investoren aus China auf der Suche nach stabilen Geldanlagen vor allem auf westlichen Immobilienmärkten Ausschau halten. Berichten zufolge haben die Käufer aus Fernost dabei jedoch zuvor niemals eine solche Summe für eine einzige Immobilie in den USA ausgegeben. Das sagte etwa Kevin Mallory, Chef der Hotelsparte beim globalen Immobiliendienstleister CBRE, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Chinesen investieren Milliarden in New York

"Wir sehen eine Diversifikations-Strategie bei Versicherungsunternehmen ebenso wie bei wohlhabenden chinesischen Privatleuten", so Mallory. In der Volksrepublik sei in den vergangenen Jahren erheblicher Wohlstand entstanden. Nun versuchten die vermögenden Chinesen ihre Portfolios weltweit zu streuen.

Laut Bloomberg haben chinesische Investoren allein in New York inklusive des Waldorf-Deals in diesem Jahr bereits 2,7 Milliarden Dollar investiert. Damit wurde das Transaktionsvolumen des vergangenen Jahres bereits getoppt.

Zum Hintergrund: Wie am gestrigen Montag bekannt wurde, wechselt das weltberühmte Luxushotel Waldorf Astoria in New York City den Besitzer. Die Hotelgruppe Hilton verkauft das Hotel im Herzen Manhattans an den chinesischen Versicherer Anbang Insurance Group. Das Unternehmen mit Sitz in Peking, das 2004 gegründet wurde und über mehr als 20 Millionen Kunden verfügt, zahlt für das Traditionshaus 1,95 Milliarden Dollar.

Das Hotel werde gründlich renoviert und auf Grundlage eine 100-Jahres-Vertrages auch künftig von der Hilton-Gruppe gemanagt, die das Haus 1972 gekauft hatte, teilte Hilton mit. Das Hotelunternehmen hatte schon im Februar wissen lassen, es denke über einen kompletten oder teilweisen Verkauf nach.

Beim Waldorf Astoria in New York handelt es sich um eines von weltweit insgesamt 26 Häusern gleichen Namens, die von der Hilton-Gruppe betrieben werden. 14 Hotels der Kette stehen in den Vereinigten Staaten. Seit Anfang 2013 gibt es zudem auch ein Waldorf Astoria in Berlin.

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