Milliardendeal Vonovia und Deutsche Wohnen verkaufen Wohnungen an Berlin

Immobilienkonzerne wie Vonovia und Deutsche Wohnen stehen in Berlin in der Kritik, ihre geplante Fusion ebenfalls. Um die Gemüter zu beruhigen, wollen die Unternehmen dem Land Tausende Wohnungen verkaufen - für viele der Objekte gibt es nun offenbar eine Einigung.
Deutsche-Wohnen-Schild in Berlin: Die Hauptstadt kauft dem Konzern Wohnungen ab

Deutsche-Wohnen-Schild in Berlin: Die Hauptstadt kauft dem Konzern Wohnungen ab

Foto: Christoph Soeder / dpa

Die vor einer Fusion stehenden Wohnungsriesen Vonovia und Deutsche Wohnen veräußern Immobilien in Berlin an die öffentliche Hand. Die Verhandlungen zum Wohnungsankauf des Landes Berlin aus Beständen der beiden Konzerne seien abgeschlossen, teilte die Senatsverwaltung für Finanzen Berlin am Mittwoch mit. Details zum Ankauf der Immobilien durch die drei Landesgesellschaften Howoge, Degewo und Berlinovo würden nach der notariellen Beurkundung am Freitag vorgestellt. Insidern zufolge soll das Paket für rund 2,4 Milliarden Euro die Besitzer wechseln. Vonovia-Chef Rolf Buch hatte Anfang der Woche gesagt, für einen Verkauf von 14.000 Wohnungen an die öffentliche Hand in der Hauptstadt gebe es eine Einigung.

Der Branchenprimus Vonovia steht vor einer Übernahme des kleineren Konkurrenten und bietet dessen Aktionären 53 Euro je Anteilsschein. Den beiden Immobilienriesen gehören zusammen rund 550.000 Wohnungen im Wert von mehr als 80 Milliarden Euro, der größte Teil davon in Deutschland. Der Schwerpunkt der Deutschen Wohnen liegt dabei in Berlin, dort bekam der Konzern aber auch heftigen politischen Gegenwind zu spüren. In einem Volksentscheid soll in der Hauptstadt über eine mögliche Vergesellschaftung der Wohnungsbestände großer Immobilienkonzerne abgestimmt werden.

Hintergrund sind kräftig gestiegene Mieten in den vergangenen Jahren. Buch und Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn wollen gegensteuern - sie bieten der öffentlichen Hand etwa 20.000 der rund 150.000 Einheiten in Berlin zum Kauf an. Für rund 14.000 Wohnungen davon gibt es eine Übereinkunft, hatte Buch gesagt. Mieterhöhungen in Berlin sollen in den nächsten fünf Jahren zudem durch die Konzerne gedeckelt werden.

cr/Reuters