Premiere Villa mit Bitcoins bezahlt

Premiere - eine Villa auf Bali wurde mit Bitcoins bezahlt. Über den Kaufpreis wird geschwiegen. Der beteiligte Immobilienentwickler hat nur einen Teil in Dollar umgetauscht. Nun pokert er auf ein Wiedererstarken der Kunstwährung.
Von Arne Gottschalck
Traumhaus auf Bali: Eine Immobilie auf der Tropeninsel wurde teils in Dollar und teils in Bitcoin bezahlt

Traumhaus auf Bali: Eine Immobilie auf der Tropeninsel wurde teils in Dollar und teils in Bitcoin bezahlt

Foto: deLMango Villa Estate

Hamburg - Bitcoins galten bislang als Zahlungsmittel für Nerds, für Technikverliebte. In einigen Spielcasinos in Amerika konnten Zocker Schulden damit begleichen, auf einigen Online-Marktplätzen - und bei einem Zahnarzt aus Orlando in Florida, Dr. Murad Thakur.  Doch in der echten Welt? No way.

Nun wurde bekannt, dass bereits im Februar eine Immobilie auf der Tropeninsel Bali mit Bitcoins bezahlt wurde. Ein Bitcoin-Bewunderer hat 800 Einheiten dafür hingelegt, berichtet das "Wall Street Journal". 

Angebahnt wurde der Kauf über eine Website, auf der Anbieter unter anderem Immobilien präsentieren und deren Preis in herkömmlichen Währungen und auch in Bitcoin nennen. Wird die Immobilie verkauft, erhält die Website BitPremier eine Kommission von 5 Prozent des Kaufpreises - in Bitcoin gezahlt.

Die Website, nach eigenen Angaben auf Luxus spezialisiert, bietet nicht nur Immobilien an - auch Gemälde wie "Satoshi" von Juan Manuel Delgado, eine Immobilie auf Tonga oder ein Dodge Viper aus dem Jahr 2004 finden sich derzeit. Und eben jene Immobilie auf der indonesischen Insel Bali.

Der Käufer der Villa wolle anonym bleiben, erklärte BitPremier-Gründer Alan Silbert. Auch den genauen Preis der Villa wollte niemand nennen. Es heißt lediglich, die Immobilie sei für das Äquivalent von mehr als 500.000 Dollar verkauft worden. Eine Menge Geld - und auch die erste Großtransaktion der Website.

Die Immobilie mit zwei Schlafzimmern wurde im vergangenen Herbst von dem auf Bali lebenden deutschen Immonilienentwickler Ronny Tome bei BitPremier eingestellt. Immerhin, soviel wird doch verraten - den Käufer nennt Tome einen "frühen Vogel", quasi einen Bitcoin-Pionier.

Schmallippig ist man indes mit Blick auf einen anderen Faktor. Denn die Kunstwährung Bitcoin hat zuletzt erheblich an Wert verloren. Notierte sie zu Hochzeiten noch bei über 1100 Dollar, war ein Bitcoin zuletzt nur noch knapp die Hälfte wert wert.

Tome zumindest hat entsprechend vorgesorgt - und gleich nach der Transaktion einen Teil der Bitcoins in Dollar getauscht. Mit dem Rest will er warten, bis der Wert der Währung wieder bei 750 Dollar liegt. Wann das der Fall ist, ist offen - immerhin ist Mt. Gox, die Nummer eins unter den Bitcoin-Marktplätzen, Anfang des Jahres pleite gegangen. Die Zukunft wird zeigen, ob seine Rechnung aufgeht.

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