Dienstag, 25. Februar 2020

Nach Rekordkauf in London Reichster Ukrainer kauft Mittelmeer-Villa für 200 Millionen Euro

Neues Strandhaus: Rinat Akhmetov (kleines Bild) hat für die "Villa Les Cèdres" 200 Millionen Euro bezahlt.

Eigentlich sollten es 350 Millionen Euro sein, aber Rinat Akhmetov konnte den Preis offenbar noch ein wenig herunterhandeln: Für 200 Millionen Euro hat der Milliardär aus der Ukraine der italienischen Campari-Gruppe, bekannt für die gleichnamige Spirituose, die Luxusimmobilie "Villa Les Cèdres" an der französischen Mittelmeerküste abgekauft. Das geht aus einem Bericht der "Financial Times" hervor, der sich auf eine Mitteilung von Akhmetovs Firma System Capital Management (SCM) stützt.

"One Hyde Park": In dieser Luxusanlage hat Rinat Akhmetov ebenfalls Wohneigentum erworben.

Mit der "Villa Les Cèdres" erweitert Akhmetov ein bereits ansehnliches Immobilienportfolio: 2011 hatte der Unternehmer für zwei Apartments in der Nobelanlage "One Hyde Park" in Londons feinem Stadtteil Knightsbridge zusammen die Rekordsumme von rund 137 Millionen britischen Pfund hingelegt, damals also etwa 155 Millionen Euro. Weitere 60 Millionen Pfund wollte der Käufer für den Ausbau sowie vermutlich die Zusammenlegung beider Objekte ausgeben, so die damalige Schätzung laut "Guardian".

Das nötige Kleingeld dafür hat Akhmetov allemal: Über SCM besitzt der 53-Jährige Anteile an der Minengesellschaft Metinvest Group sowie weiteren Firmen etwa im Energie-, Finanz- sowie Immobiliensektor. Mit einem Vermögen von laut "Forbes" rund 6,5 Milliarden Dollar gilt Akhmetov als reichster Mann der Ukraine. Ihm gehört auch der Fußballclub Schachtjor Donezk.

Die "Villa Les Cèdres" hatte die Campari-Gruppe bereits seit geraumer Zeit zum Verkauf angeboten. Schon 2017 war das Objekt Berichten zufolge für 350 Millionen Euro zu haben. Im August vergangenen Jahres meldete das Unternehmen dann den Verkauf für 200 Millionen, ohne allerdings zunächst den Käufer zu nennen. Der ist erst jetzt bekannt geworden.

Erbaut wurde das 1700-Quadratmeter-Luxusgebäude im Jahr 1830. Es liegt auf einem 14 Hektar großen Anwesen an der Küste der französischen Nobelregion Saint-Jean-Cap-Ferrat. Neben einem der exklusivsten botanischen Gärten weltweit sowie einer Bibliothek mit 3000 Fachbüchern zum Thema verfügt die "Villa Les Cèdres" über weitere Attraktionen: einen Privatstrand, einen Swimmingpool mit olympischen Maßen, einen Ballsaal, eine Kapelle, einen Wintergarten und eigene Stallungen.

Zudem hat das Anwesen eine bewegte Geschichte. Zunächst diente es dem Bürgermeister von Villefranche-sur-Mer als Olivenfarm, wie "Bloomberg" berichtete. Der Mann verkaufte die Immobilie 1904 an den belgischen König Leopold II.

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20 Jahre später erwarb die Industriellenfamilie Marnier-Lapostolle das Anwesen. Im Garten sollen laut Chefgärtner Marc Teissier die Bitterorangen angebaut worden sein, die dem Grand Marnier seinen Geschmack geben. 2016 kaufte Campari SPML auf, die Muttergesellschaft von Grand Marnier.

Laut "Bloomberg" war Campari schnell klar, dass sich ein Verkauf des Anwesens äußerst positiv auf die Bilanz auswirken könnte. Diesen Erfolg können die Italiener nun wohl verbuchen.

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