Montag, 24. Februar 2020

Immobilien Die Lieblingsorte der Superreichen

Immobilien sind auch bei Milliardären ein beliebtes Anlagegut. 5,3 Billionen Dollar stecken die Superreichen der Welt ins Betongold, so eine Analyse. Und das Geld wird natürlich nicht irgendwo investiert.

Hamburg - Im weltweiten Immobilienboom befinden sich die Superreichen auf dem Vormarsch. Milliardäre rund um den Globus erhöhen seit Jahren den Anteil der Immobilien in ihrer Vermögensallokation. Und sie steigern ihre Bedeutung im globalen Immobiliengeschäft. Institutionelle Investoren dagegen fallen zusehends zurück.

Das ist das Ergebnis einer Analyse, die der international tätige Immobilienberater Savills gemeinsam mit dem auf die Analyse von Ultra High Net Worth Individuals (UHNWIs, vulgo: Steinreiche) spezialisierten Dienstleister Wealth-X durchgeführt hat. Demnach haben die Superreichen weltweit inzwischen insgesamt 5,3 Billionen Dollar und damit ein Fünftel ihres Vermögens in Wohnungen und Häuser investiert.

Selbstverständlich kaufen Milliardäre dabei nur selten eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Hamburg-Bramfeld. Die Orte, die diese Klientel für ihre Investments und in den meisten Fällen auch zur Eigennutzung wählen, können vielmehr neidisch machen, hier einige Highlights.

Insgesamt schätzt Savills den Wert aller Immobilien weltweit auf etwa 180 Billionen Dollar (132 Billionen Euro). 72 Prozent davon seien eigengenutzte Wohnimmobilien, so die Experten. Den investierbaren Teil, jenen also, der regelmäßig gehandelt wird, beziffert Savills auf 70 Billionen US-Dollar, davon 20 Billionen an Gewerbeimmobilien.

Bedeutung der Superreichen wird weiter zunehmen

Nach Angaben des Immobiliendienstleisters wird rund um den Globus bereits über die Hälfte dieses handelbaren Bestandes von Privatleuten sowie privaten Unternehmen und Organisationen erworben. Institutionelle Investoren, Immobilien-AGs und Unternehmen der öffentlichen Hand dagegen verlieren zunehmend an Bedeutung, schreiben die Experten in ihrem Report "Around The World in Dollars and Cents".

Dazu gibt es weitere Zahlen für den Smalltalk: Die 5,3 Billionen Dollar, die die UHNWIs in Immobilien gesteckt haben, entsprechen beispielsweise etwa 3 Prozent des weltweiten Immobilienvermögens von 180 Billionen Dollar. Gleichzeitig stellt dieses elitäre Grüppchen aber nur 0,003 Prozent der Weltbevölkerung. Im Schnitt hält ein Superreicher laut Savills und Wealth-X ein Immobilienvermögen von 26,5 Millionen Dollar.

Yolande Barnes, Head of Savills World Research, ordnet die Zahlen ein. "In den führenden Weltmetropolen macht die Bereitschaft von Privatvermögen, Fremdkapital zu ersetzen beziehungsweise ein Projektentwicklungsrisiko zu tragen, mittlerweile den Unterschied zwischen durchgeführten Transaktionen und nicht realisierten Projekten aus", sagt sie. Etwa 35 Prozent oder 6200 der weltweiten "big-ticket"-Deals mit einem Volumen von jeweils mehr als zehn Millionen US-Dollar waren 2012 laut Barnes nur dank privater Mittel möglich.

Und damit ist die Entwicklung wohl noch längst nicht beendet. Die Zahl der UHNWIs steigt weltweit weiter an - und ihr Interesse an Immobilien dürfte vorläufig kaum nachlassen. "Laut unserer Prognose wird die Zahl der UHNWIs bis 2018 um 22 Prozent steigen", sagt Mykolas D. Rambus, CEO von Wealth-X. "Wir gehen davon aus, dass deren Gesamtvermögen von aktuell 27,8 Billionen Dollar bis dahin auf 36 Billionen Dollar anwächst." Laut Rambus bieten sich dadurch "großartige Chancen für die Akteure des globalen Immobilienmarktes, das richtige Produkt an den richtigen Standorten zu realisieren".

Fotostrecke: Die Lieblingsorte der Superreichen

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