Montag, 1. Juni 2020

Bislang kaum Preiseinbußen So robust geht der Immobilien-Markt durch die Corona-Krise

Wohnungen in Frankfurt: Bundesweit halten sich die Wohnungspreise und -mieten in der Corona-Krise bislang recht stabil.
Arne Dedert/dpa
Wohnungen in Frankfurt: Bundesweit halten sich die Wohnungspreise und -mieten in der Corona-Krise bislang recht stabil.

Wie wirkt sich die Corona-Krise eigentlich auf die Preise und Mieten deutscher Wohnimmobilien aus? Daten dazu gab es bislang vor allem aus Zeiträumen, in denen die Corona-Krise und der damit verbundene Lockdown ihre volle Wirkung noch nicht entfaltet hatten, also etwa aus dem ersten Quartal 2020 oder dem Monat März. Diese Daten ließen lediglich geringe Auswirkungen der Krise auf die Marktentwicklung erkennen.

In diese Richtung deuten auch Preis- und Mietdaten aus dem April, die jetzt vorliegen - dem ersten Monat also, in dem die Krise durchgehend präsent war. Damit scheint sich zu bestätigen, was Experten bereits seit einiger Zeit prognostizieren: Immobilienmärkte reagieren auf externe Schocks wie den Shutdown deutlich weniger hektisch als beispielsweise die Aktienbörse. Die Auswirkungen zeigen sich vielmehr erst mit einiger Verzögerung und auch - so sieht es derzeit aus - wesentlich weniger heftig.

Der Immobilienfinanzierungs-Plattform Europace zufolge etwa, über die nach eigenen Angaben immerhin 15 Prozent aller Immobilienfinanzierungen für Privatkunden in Deutschland abgewickelt werden, verlangsamte sich der Preisanstieg von Wohnungen sowie Bestands- und Neubauhäusern deutschlandweit zwar im April. Wie bereits in den Monaten zuvor ging es mit den Preisen jedoch weiterhin aufwärts, und zwar sowohl im Vergleich zum entsprechenden Monat des Vorjahres als auch zum Vormonat März.

"Entgegen einiger Prognosen von deutlichen Preisverfällen beobachten wir bisher keinen nennenswerten Rückgang der Wohnimmobilienpreise durch Corona", so Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Europace-Schwester Dr. Klein Privatkunden AG. "Aus dem einfachen Grund: Die Nachfrage übertrifft nach wie vor das Angebot um ein Vielfaches."

Der Markt sei mit dem Lockdown vorübergehend etwas kleiner geworden, so Neumann zu manager magazin. "Das heißt, es wurden temporär weniger Objekte angeboten und einige Käufer haben ihr Vorhaben aufgeschoben. Aber derzeit sehen wir eine schrittweise Rückkehr zum Vorkrisenniveau."

Laut Neumann wird sich an der Marktstabilität auch in den kommenden Wochen und Monaten kaum etwas ändern. "Wir gehen vorübergehend von einer geringeren Aufwärtsdynamik bei der Preisentwicklung aus", sagt er. "Fallende Preise sind auch in den nächsten Wochen unwahrscheinlich."

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