Samstag, 30. Mai 2020

Schlussquartal Siemens meldet Auftragsschub und steigenden Gewinn

Siemens-Chef Joe Kaeser: Trotz eines Auftragsschubs im Weihnachtsquartal rechnet Kaeser für das laufende Geschäftsjahr mit stagnierenden Einnahmen

Siemens -Chef Joe Kaeser kann am Tag der Hauptversammlung einen gestiegenen Gewinn und steigende Aufträge melden. Dabei profitiert Kaeser auch von dem laufenden Sparprogramm. Allerdings gibt es auch Baustellen.

München - Trotz stagnierender Einnahmen schraubte der Konzernchef den Gewinn des fortgeführten Geschäfts im Weihnachtsquartal binnen Jahresfrist um ein Fünftel nach oben, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die operative Marge der Münchner lag den Angaben zufolge über zehn Prozent. Die Einnahmen stagnierten in etwa 17,3 Milliarden Euro.

Trotz eines Auftragsschubs im Weihnachtsquartal rechnet Kaeser für das laufende Geschäftsjahr unverändert mit stagnierenden Einnahmen. "Wir sind mit einem soliden Quartal in das neue Geschäftsjahr gestartet. Wie erwartet hat uns dabei das wirtschaftliche Umfeld nicht geholfen", erklärte Kaeser. Insbesondere im kurzzyklischen Geschäft mit Fabrikausrüstung sei kein rechter Aufschwung in Sicht.

Allerdings läuft die Energietechnik weiterhin gut, zwei Großaufträge für Windparks polsterten den Auftragsbestand von Siemens Börsen-Chart zeigen auf. Die Konkurrenten ABB und Alstom hatten zuletzt in ihren Energiesparten mit Problemen zu kämpfen.

Freuen konnte sich Kaeser auch über die Entwicklung im lange ertragsschwachen Sektor Infrastruktur & Städte. Der Gewinn mit Zügen, Stromnetzen und Gebäudetechnik hat sich den Angaben zufolge zuletzt mehr als verdoppelt. Dort verbuchte Siemens auch zuletzt einen milliardenschweren Einzelauftrag. Saudi-Arabien bestellte zwei U-Bahnlinien in München für 1,6 Milliarden Euro.

Kaeser will weiter an der Renditeschraube drehen. "Wir konzentrieren uns weiterhin auf unserer Produktivitätsprogramm für dieses Jahr und auf die Schritte, die wir mit Blick über 2014 hinaus ergreifen", erklärte er vor der Hauptversammlung. Bei stagnierendem Umsatz soll der Gewinn je Aktie im laufenden Geschäftsjahr 2013/14 (zum Ende September) um mindestens 15 Prozent zulegen.

Um Kosten zu sparen, will sich der Konzern von der US-Börse zurückziehen. Dabei soll die Finanzberichterstattung vereinfacht werden. Das Handelsvolumen der Siemens-Aktien in den USA sei inzwischen vergleichsweise niedrig und habe 2013 im Durchschnitt deutlich unter fünf Prozent des weltweiten Handelsvolumens betragen.

la/reuters

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