Milliardendeal Adler Group will 14.000 weitere Wohnungen verkaufen

Die Adler Group macht ernst mit dem Schuldenabbau - und will ein zweites großes Wohnungspaket verkaufen. Damit erhöht sich das Volumen der zu veräußernden Wohnungen auf knapp 30.000.
Projekt Wasserstadt in Berlin: Die Adler Group betreibt verschiedene Bauprojekte, hat hohe Schulden und war zuletzt ins Visier eines Leerverkäufers geraten

Projekt Wasserstadt in Berlin: Die Adler Group betreibt verschiedene Bauprojekte, hat hohe Schulden und war zuletzt ins Visier eines Leerverkäufers geraten

Foto: Stefan Boness / IPON / imago images

Die jüngst in schwieriges Fahrwasser geratene Adler Group will weitere Tausende Wohnungen verkaufen. Das Unternehmen habe eine Grundsatzvereinbarung mit einem führenden Investmentfonds über eine Transaktion in Bezug auf insgesamt 14.368 Einheiten unterzeichnet, teilte Adler am Dienstag mit. Diese Einheiten würden hauptsächlich in Ostdeutschland liegen.

Der vereinbarte Immobilienwert für das Portfolio betrage mehr als eine Milliarde Euro und liege damit deutlich über dem vom Immobiliendienstleister CBRE zum Halbjahr ermittelten Buchwert. Die Transaktion soll vorbehaltlich der üblichen Prüfung des Bestandes, des Abschlusses endgültiger Vereinbarungen sowie behördlicher Zustimmungen bis zum ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein.

Erst jüngst teilte Adler mit, dass das Unternehmen mehr als 15.000 Wohneinheiten an LEG Immobilien veräußern will. Die Transaktion basiert laut Adler auf einer Immobilienbewertung in Höhe von knapp 1,5 Milliarden Euro, was ebenfalls über dem zum Halbjahr ausgewiesenen Buchwert liege. Adler soll zudem mit gut 10 Prozent an dem Immobilienportfolio beteiligt bleiben.

Hohe Schulden: Beleihungsquote von knapp 55 Prozent

Mit dem angestrebten Verkauf der Wohnungen will die Adler Gruppe, die rund 70.000 Wohnungen hält, laut Aussagen von Anfang Oktober zumindest einen Teil ihres milliardenschweren Schuldenberges abtragen. Das Unternehmen erwartet nach der Rückzahlung von besicherten Darlehen einen Netto-Mittelzufluss aus der Transaktion von rund 800 Millionen Euro. Damit will das Management den Abbau der Verschuldung bei einem Ziel für den Beleihungsgrad (Loan-to-Value) von unter 50 Prozent beschleunigen. Die für den Schuldenstand von Immobilienkonzernen wichtige Beleihungsquote LTV lag im Halbjahr bei 54,7 Prozent. Zum Vergleich: Beim größeren Konkurrenten Vonovia lag sie zum gleichen Zeitpunkt bei 40,5 Prozent.

Die Adler Group war jüngst unter Beschuss des Leerverkäufers und Börsenspekulanten Fraser Perring mit seiner Investmentfirma Viceroy geraten. Dabei geht es um Vorwürfe hinsichtlich der Bilanz, die Adler "auf das Schärfste" zurückweist. Adler lässt die Vorwürfe des Leerverkäufers von unabhängigen, externen Prüfern überprüfen. Der Aktienkurse erholte zuletzt auf rund zwölf Euro, nachdem der Immobilienriese Vonovia angekündigt hat, einen Einstieg beim Branchenrivalen zu prüfen.

rei/Reuters, DPA
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