Grund zur Freude bei Großvermietern Wer am meisten vom Aus des Berliner Mietendeckels profitiert

Das Aus des Berliner Mietendeckels vor dem Bundesverfassungsgericht lässt Vermieter in der Hauptstadt frohlocken. Hier sind die größten Profiteure der Entscheidung im Überblick.
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Eine wirkliche Überraschung ist die Entscheidung aus Karlsruhe nicht, aber sie sorgt trotzdem für Aufsehen: Laut Bundesverfassungsgericht ist der Mietendeckel, der in Berlin Anfang 2020 eingeführt wurde, verfassungswidrig. Die obersten Richter stimmten damit der Klage von 284 Bundestagsabgeordneten der Union und der FDP zu. Auch zwei Berliner Zivilgerichte hatten Karlsruhe um Klärung gebeten. Das heißt: Wohnungsvermieter in Berlin dürfen nun wieder die Miete erhöhen, sogar rückwirkend. Doch wer profitiert davon am meisten, sprich: Wer besitzt eigentlich die meisten Wohnungen in der Hauptstadt? Der Überblick:

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Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (56, SPD) ist als Kopf der rot-rot-grünen Koalition in der Hauptstadt zwar maßgeblich verantwortlich dafür, dass im Februar 2020 die Mieten von 1,5 Millionen Wohnungen in der Stadt eingefroren wurden. Vom heutigen Aus für diesen Mietendeckel kann aber - Ironie des Schicksals - Müller und die Stadt Berlin mit am meisten profitieren. Grund: Über verschiedene landeseigene Wohnungsgesellschaften gehören der Stadt mehr als 300.000 Wohnungen in Berlin. Sie ist damit der größte Vermieter in der Hauptstadt.

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Zweitgrößter Vermieter in Berlin ist der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen. Von den gut 155.000 Wohnungen im Bestand des Unternehmens befinden sich rund 116.000 in der Bundeshauptstadt. Kein Wunder also, dass die Aktie der Deutschen Wohnen mit einem Plus von rund 3 Prozent am Donnerstag Topperformer im Leitindex Dax ist. Für Konzernchef Michael Zahn (47) hat das Urteil aus Karlsruhe damit noch einen Vorteil: Im seit Monaten schwelenden Übernahmeringen mit dem Konkurrenten Vonovia verbessert sich durch den Kursanstieg seine Position.

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Auch Vonovia selbst, mit insgesamt 355.000 Wohnungen größter privatwirtschaftlicher Vermieter Deutschlands, gehört allerdings zu den Profiteuren des Karlsruher Richterspruchs. Schließlich besitzt der Konzern auch in der Hauptstadt etwa 42.000 Wohnungen. Vonovia-Chef Rolf Buch (56) bezifferte die Mietausfälle seines Unternehmens durch den Berliner Mietendeckel auf bis zu zehn Millionen Euro - auf Mietnachforderungen will das Unternehmen nun aber verzichten, wie es heute mitteilte.

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Daneben gibt es verschiedene weitere Großvermieter in Berlin. Immobilienunternehmen, die in der Hauptstadt stark präsent sind, sind zum Beispiel: die Adler Group, ein Zusammenschluss aus Ado Properties, Adler Real Estate und Consus Real Estate (rund 20.000 Wohnungen in Berlin, im Bild: Adler-Co-Chef Maximilian Rienecker), Covivio (Medienberichten zufolge etwa 16.000 Wohnungen) sowie Grand City (Medienberichten zufolge rund 7500 Wohnungen).

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Hinzu kommen Investoren, von denen öffentlich nicht unbedingt bekannt ist, dass sie eine maßgebliche Rolle am Berliner Wohnungsmarkt spielen. Einem Bericht des Berliner "Tagesspiegels" zufolge beispielsweise , der sich auf eine Studie der linksorientierten Rosa-Luxemburg-Stiftung beruft, besitzt der US-Finanzinvestor Blackstone (im Bild: Gründer und CEO Stephen Schwarzman, 74) rund 3500 Wohnungen in der Hauptstadt.

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Der "TAZ"  zufolge listet die gleiche Studie zahlreiche weitere weithin unbekannte Großinvestoren in den Berliner Wohnungsmarkt auf, wie beispielsweise den Investmentfonds Phoenix Spree mit Sitz auf Jersey sowie die deutsche Familienstiftung Becker & Kries. Beide besitzen demnach jeweils mehr als 2500 Wohnungen in Berlin.

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Schließlich: Auch viele deutsche Kleinanleger können sich über den Karlsruher Richterspruch zum Aus des Mietendeckels in Berlin freuen. Mit mehreren Tausend Wohneinheiten in Berlin befindet sich auch der offene Immobilienfonds UniImmo Wohnen ZBI von der Investmentgesellschaft Union Investment unter den Großvermietern in der Hauptstadt. Bei Union Investment handelt es sich um die Fondsgesellschaft der DZ Bank sowie der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Vertrieben wird der Fonds zum großen Teil über Volks- und Raiffeisenbanken.

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cr