Immobilien Krieg im Corestate-Vorstand

Die Immobilienfirma Corestate steckt seit Wochen in Verhandlungen um ihre eigene Rettung. Das zerreißt nun offenbar auch den Vorstand: Der CFO hat eine Klage gegen das Unternehmen eingereicht.
Tower 185 in Frankfurt: Hier sitzt die Immobilienfirma Corestate

Tower 185 in Frankfurt: Hier sitzt die Immobilienfirma Corestate

Foto: Alfons Hauke / IMAGO / imagebroker

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Bisher konnte die Immobilienfirma Corestate das Brodeln hinter den eigenen Kulissen noch einigermaßen verdeckt halten, doch damit ist jetzt Schluss: Finanzchef Udo Giegerich hat Klage am Landgericht Frankfurt gegen Corestate eingereicht. Das bestätigte das Gericht auf Nachfrage von manager magazin. Anscheinend wehrt sich der CFO gegen eine Abmahnung, die ihm vor zwei Monaten zugestellt worden sein soll. Giegerich selbst wollte sich dazu nicht äußern und auch Corestate erklärt, sich nicht zu "Personalangelegenheiten und damit verbundenen Spekulationen" äußern zu wollen.

Die Klage vor Gericht offenbart dabei nur die Spitze des Chaos bei Corestate. Schon seit Wochen soll der angeschlagene Konzern in Verhandlungen um eine im November sowie eine im April auslaufende Anleihe stecken. Bisher sei noch kein Cent zurückgezahlt worden, heißt es. Dabei läuft die erste Anleihe in Höhe von 200 Millionen Euro bereits am 28. dieses Monats aus. Die zweite Anleihe endet am 15. April und beläuft sich auf 300 Millionen Euro.

Wie das Handelsblatt berichtete, scheiterte am Donnerstag bereits der Versuch, bei den Aktionären die Erlaubnis für die Ausgabe neuer Aktien zu holen. "Entweder die Firma geht nun insolvent oder die Bondholder lassen sich noch auf einen schlechten Deal ein", fast ein Insider zusammen. Die Anleihebesitzer, zu denen unter anderem Pimco gehört, seien bereit, auf einen erheblichen Teil der Forderungen zu verzichten, wenn im Vorstand der Immobilienfirma ein Restrukturierungsexperte installiert würde. Dagegen soll sich jedoch niemand anderes als Firmen-Chef Stavros Efremidis sträuben, der seine Macht gefährdet sieht.

Corestate erklärt dazu, dass "das Management und die Gremien von Corestate ihren gesamten Fokus darauf richten, für das Unternehmen, seine rund 500 Mitarbeiter und die anderen Stakeholder eine tragfähige, langfristige Perspektive zu schaffen". Das würde leider nicht allein in der Hand der Immobilienfirma liegen.

CEO Efremidis unter Druck

Die Verhandlungen würden aktuell still stehen, "da es da nichts mehr zu verhandeln gibt", heißt es. Efremidis steht deshalb unter Druck und soll dabei keine gute Figur machen. "Er brüllt nur herum, schreit die Vorstandmitglieder und seine Mitarbeitenden an, droht mit Klagen", erzählt eine Quelle. "Auch werden die Verhandlungen nicht einfacher dadurch, dass der CEO mehrere Hüte aufhat", fügt ein anderer Insider hinzu. "Den Hut des Großaktionärs und den des Vorstandes." Efremidis ist mit knapp 9 Prozent an Corestate beteiligt.

Auch die Bondholder sollen unzufrieden sein und den Stillstand der Verhandlungen als Abbruch werten. "Sie sind der Meinung, dass der Deal geplatzt und damit eine Meldung an die Kapitalmärkte erforderlich ist", heißt es. Von Corestate ist bisher allerdings noch nichts vermeldet worden, auch weil die eigenen Anwälte die Meinung der Anleiheinvestoren nicht teilen und eine Meldung für nicht notwendig halten sollen.

Die Bondholder äußerten sich bisher nicht. Corestate selbst erklärt, dass man "selbstverständlich in engen Gesprächen mit den Anleihegläubigern und anderen Investoren ist und selbstverständlich in diesen Gesprächen maximale Transparenz bietet sowie eine tragfähige Lösung für alle Beteiligte sucht".

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