Donnerstag, 12. Dezember 2019

Transaktionsrekord in der Hauptstadt Investoren lieben Immobilien in Berlin

Schöner Anblick, auch für Geldanleger: Berliner Immobilien sind bei Investoren beliebt.
Paul Zinken/dpa
Schöner Anblick, auch für Geldanleger: Berliner Immobilien sind bei Investoren beliebt.

Zwischenbilanz am deutschen Immobilienmarkt: Auch in den ersten drei Quartalen 2019 bleiben hiesige Objekte bei Investoren äußerst beliebt. Anleger aus dem In- und Ausland steckten noch einmal mehr Geld als im Vorjahreszeitraum in Gewerbe- und auch Wohnobjekte. Besonders gefragt dabei: Immobilieninvestitionen in der Hauptstadt Berlin.

Wie die internationale Immobilienberatung JLL berichtet, wurden von Januar bis September insgesamt 57,1 Milliarden Euro in deutsche Immobilien investiert. Damit wurde das bereits ansehnliche Volumen des Vorjahres noch einmal um 1 Prozent gesteigert. Besonders sticht dabei das dritte Quartal heraus, in dem das Geschäft noch einmal stark zulegte. "Fünf der zehn größten Transaktionen des Jahres 2019 fanden im dritten Quartal statt", sagt Timo Tschammler, JLL-Chef in Deutschland. Allein von Juli bis September flossen 25 Milliarden Euro in deutsche Immobilien. Laut JLL ist es damit das zweitstärkste Quartal der Geschichte, getoppt lediglich vom Dreimonatszeitraum Ende 2016, als 26,5 Milliarden Euro zu Buche standen.

Der Löwenanteil der Investments entfiel mit 31,7 Milliarden Euro einmal mehr auf die größten sieben Städte in Deutschland - ein Plus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Und bemerkenswert: Der mit Abstand größte Teil dieser Gelder floss in Immobilien in Berlin.

Laut JLL kam die Hauptstadt allein auf ein Investitionsvolumen von 11,8 Milliarden Euro. Das sind etwa 37 Prozent der gesamten Mittel, die in die deutschen Top-7-Standorte investiert wurden - und das, während zugleich in vier der sieben Hochburgen - nämlich in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und Köln - sogar ein Rückgang der Investments zu verzeichnen war.

"Angesichts der politischen Debatten in der Bundeshauptstadt um Mietpreisregulierungen mag dieses außerordentliche Ergebnis mit einem Plus von 71 Prozent gegenüber 2018 überraschen", so JLL-Deutschland-Chef Tschammler. "Es deutet aber darauf hin, dass Investoren weiterhin an die Marktkräfte in Berlin glauben und sie nicht davon ausgehen, dass die teilweise drastischen regulativen Vorschläge auch so umgesetzt werden."

Zum Vergleich: Auf Platz zwei der Transaktionsstatistik führt JLL Frankfurt am Main mit einem Volumen von 5,6 Milliarden Euro.

Auch BNP Paribas Real Estate hebt in einer Marktbetrachtung die besondere Rolle Berlins hervor. Allein in die Gewerbeimmobilien der Hauptstadt haben Investoren demnach in den ersten drei Quartalen dieses Jahres neun Milliarden Euro gesteckt. Berlin spiele damit in einer eigenen Liga, so BNP. Noch nie habe eine deutsche Stadt innerhalb von neun Monaten ein nur annähernd vergleichbares Transaktionsvolumen erreicht.

"Besonders zugute kommen der Hauptstadt die vielen Deals im dreistelligen Millionenbereich, die sich auf stolze 25 summieren", sagt Jan Dohrwardt, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Berliner Niederlassungsleiter. Als Beispiele nennt er das Pressehaus am Alexanderplatz, die Büro- und Geschäftsimmobilie Zoom und das Carré Seestraße.

Geht es nach den Experten, wird sich an der Marktlage auch in der nächsten Zeit kaum etwas ändern. "Der Berliner Markt steht in den Startlöchern für ein lebhaftes Schlussquartal", sagt etwa Dohrwardt. "Die im Vorjahr erstmals in Frankfurt durchbrochene Zehn-Milliarden-Euro-Marke dürfte kein großes Hindernis darstellen."

Sprich: Berlin dürfte auch auf das Gesamtjahr 2019 gerechnet einen neuen Rekord beim Investitionsvolumen aufstellen. Die Frage ist nur noch, wie hoch es exakt ausfallen wird.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung