Ende des Booms Der chinesische Immobilienmarkt kippt

Jahrelang boomte der Immobilienmarkt Chinas - doch nun ist offenbar Schluss damit. Der größte Baukonzern des Landes tritt auf die Bremse und ändert die Strategie: Künftig gilt es, kleinere Brötchen zu backen.
Blick auf Shanghai: In chinesischen Großstädten floss in den vergangenen Jahren viel Geld in Immobilien - das scheint nun vorbei

Blick auf Shanghai: In chinesischen Großstädten floss in den vergangenen Jahren viel Geld in Immobilien - das scheint nun vorbei

Foto: Corbis

Hamburg - Die Anzeichen dafür, dass der chinesische Immobilienboom seinen Höhepunkt überschritten hat, mehren sich. China Vanke jedenfalls, das größte Immobilienunternehmen der Volksrepublik mit einem Jahresumsatz von rund fünf Milliarden Euro, setzt künftig nicht weiter auf das Geld von Investoren. Stattdessen tritt der Konzern auf die Bremse und nimmt verstärkt Eigennutzer ins Visier, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet .

"Die Zeiten, in denen Jedermann Geld mit Immobilien verdient hat, sind vorbei", zitiert Bloomberg China-Vanke-Präsident Yu Liang. Vanke sehe dem Marktabschwung dennoch "vorsichtig optimistisch" entgegen und konzentriere sich auf jene Käufer, die die Immobilien auch selber nutzen wollten.

Zum Hintergrund: Laut Bloomberg steht China in diesem Jahr das geringste Wirtschaftswachstum seit 1990 bevor. Die Entwicklung auf dem Häusermarkt durchkreuze die Anstrengungen Pekings, die schwächelnde Konjunktur aufzufangen, so die Agentur. Die Ratinggesellschaft Moody's habe den Ausblick für die Baubranche bereits von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Und die Hausverkäufe seien in den ersten vier Monaten des Jahres um 10 Prozent eingebrochen, während sie im vergangenen Jahr noch um 27 Prozent in die Höhe geschossen seien.

Wie stark die Baubranche Chinas bereits unter Druck steht, zeigt die Pleite eines Projektentwicklers in Shanghai im März dieses Jahres. Moody's erwartet einen Rückgang des Marktwachstums auf Jahressicht auf maximal 5 Prozent, so Bloomberg.

Vanke-Präsident Yu allerdings gibt sich zuversichtlich: Der Wohnimmobilienmarkt sei immer noch groß genug, um seinem Unternehmen das Überleben zu sichern, zitiert ihn Bloomberg. Jedenfalls für die kommenden zehn Jahre.

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.