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Hamburg vor Bochum: Details zur Erschwinglichkeit von Häusern

Foto: Kay Nietfeld/ picture-alliance/ dpa

Erschwinglichkeit Hauskauf in Hamburg einfacher als in Bochum

In Hamburg sind Häuser und Wohnungen teuer? Stimmt, aber in der Hansestadt wird auch gut verdient. Folge: Wer sich ein Eigenheim kaufen will, ist dort einer Studie zufolge besser aufgehoben, als in mancher Stadt mit niedrigeren Immobilienpreisen.

Hamburg - Hamburg gilt gemeinhin als eine der deutschen Großstädte mit den höchsten Preisen für Wohnimmobilien. Insofern kann der neue IVD-Erschwinglichkeitsindex überraschen. Demnach können sich Einwohner der Hansestadt eher ein Einfamilienhaus leisten, als etwa die Menschen in Dortmund, Bochum oder Augsburg.

Um das herauszufinden, hat der Maklerverband IVD für zahlreiche deutsche Städte eine Kennziffer berechnet, die angibt, wie erschwinglich dort ein Hauskauf für einen Durchschnittshaushalt ist. Eingeflossen in die Berechnung ist neben den Immobilienpreisen und dem verfügbaren Einkommen eines Durchschnitthaushalts am jeweiligen Ort auch das Zinsniveau für Hypothekenkredite. Als Ergebnis nennt der IVD für jede Stadt eine Kennzahl - je höher diese ausfällt, desto leichter fällt der Immobilienkauf. Die Berechnung ähnelt entfernt einer Untersuchung, die die Österreichische Nationalbank kürzlich für die Alpenrepublik veröffentlicht hatte.

In der aktuellen Ausgabe kommt Hamburg auf einen Indexwert von 113,65 Punkten, nach 120,74 im Vorjahr. Zum Vergleich: Der Wert von Dortmund liegt aktuell bei 94,6, der von Bochum bei 90,25 und der von Augsburg bei 90,33. Zwar werden diese Immobilienmärkte gemeinhin als moderat eingeschätzt. Auch der IVD setzt in allen drei Fällen bei der Kalkulation Hauspreise an, die unter jenen von Hamburg liegen. Unter Berücksichtigung des Einkommens- und Zinsniveaus ergibt sich jedoch offensichtlich ein weniger entspanntes Bild.

Auf der anderen Seite sind Immobilien in Hamburg laut IVD auch deutlich bezahlbarer als beispielsweise in München. Die bayerische Hauptstadt erzielt mit 53,42 den niedrigsten Wert aller Großstädte im Erschwinglichkeitsindex - im Schnitt belastet ein Hauskauf ein durchschnittliches Haushaltseinkommen dort mit 47 Prozent, so der Verband.

Deutschlandweit ist der Immobilienkauf so erschwinglich wie nie

Deutschlandweit ist der Immobilienkauf so erschwinglich wie nie

In Hamburg dagegen spielt offenbar das Einkommensniveau eine Rolle. "Der günstige Wert für Hamburg erklärt sich durch das gute Verhältnis des verfügbaren Einkommens zum Immobilienpreis", erklärt der Vizepräsident des IVD, Jürgen Michael Schick. Der Münchener Immobilienmarkt dagegen sei seit Jahren der teuerste in Deutschland. "Auch im vergangenen Jahr sind die Immobilienpreise noch einmal gestiegen", so Schick. So habe die Erschwinglichkeit weiter abgenommen.

Insgesamt bleibt die Erschwinglichkeit von selbstgenutztem Wohneigentum laut IVD-Index bundesweit auf historisch hohem Niveau. Sprich: So einfach wie zurzeit war es seit Beginn der Berechnung noch nie, eine Immobilie zu kaufen. Ursache dafür ist vor allem das niedrige Zinsniveau, das die Finanzierung erleichtert.

Zwar haben die Zinsen zuletzt leicht angezogen. Mit einem aktuellen Indexwert von 127,2 liegt die Erschwinglichkeit von Einfamilienhäusern laut IVD jedoch nach wie vor nur knapp unter dem Allzeithoch von Ende 2012 (134,6 Punkte).

"Zuletzt sind die Zinsen für Immobilienkredite leicht von 2,65 Prozent auf 2,91 Prozent gestiegen", erklärt Schick. "Im Zusammenspiel mit moderat steigenden Immobilienpreisen ist die Erschwinglichkeit somit leicht zurückgegangen."

Eine ähnliche Entwicklung erwartet der IVD auch für die nächste Zeit. "Das Zinsniveau wird in den nächsten Monaten voraussichtlich auf einem niedrigen Niveau leicht ansteigen", sagt Schick. "Unter der Annahme ,normaler' Marktbedingungen mit einem leicht steigenden Nettoeinkommen sowie Wohnungspreisniveau sollte sich die Belastung der Haushalte durch die Rückzahlung eines Immobilienkredites somit nur wenig verändern."

Index-Ranking - Hamburg unter den Top Ten

Die zehn Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, in denen der Immobilienkauf laut IVD am leichtesten fällt, sind:

  • Braunschweig (Indexwert 148,57)
  • Bielefeld (146,38)
  • Potsdam (130,90)
  • Kiel (124,17)
  • Dresden (123,13)
  • Berlin-Ost (123,09)
  • Leipzig (120,78)
  • Hannover (118,58)
  • Rostock (118,49)
  • Hamburg (113,65)

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