Dienstag, 17. September 2019

Immobilienausblick 2019 Die Party geht weiter

Neubaugebiet in Rostock

500.000 Euro für eine 4-Zimmer-Wohnung, Reihenhäuser im Speckgürtel für eine Dreiviertelmillion, frei stehende Häuser - unbezahlbar: Wer in Städten wie Hamburg, Frankfurt, Freiburg oder Mainz Wohnungen sucht, stößt auf Preise, die vor Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte.

Selbst Experten ist der Ansturm auf Immobilien unheimlich. Mit den hohen Zuwächsen 2017 habe der seit Jahren dauernde Boom wohl seinen Höhepunkt überschritten, erklärte der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) im Februar. "Die Party ist noch nicht vorbei, es kehrt aber Stabilität ein", so der Verband. Und das Analysehaus Empirica sagte voraus, in Berlin, München oder Stuttgart könnten die Preise um bis zu 30 Prozent binnen vier Jahren sinken.

Doch von einer Linderung der Wohnungsnot ist nichts zu sehen. Auch im dritten Quartal 2018 setzte sich der Preisanstieg ungebremst fort, wie eine Analyse des Hamburger Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung (GEWOS) für die Deutsche Presse-Agentur zeigt. Demnach kosteten Eigentumswohnungen im Bundesschnitt 8,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und erreichten 1875 Euro je Quadratmeter. Im Herbst 2017 waren die Preise binnen Jahresfrist genauso stark gestiegen.

Bei Eigenheimen beobachtet GEWOS gar eine Beschleunigung. Die Preise kletterten dort um 7,6 Prozent auf 2455 Euro je Quadratmeter. Am stärksten verteuerten sich Wohnungen in den sieben größten deutschen Städten mit einem Plus von gut 11 Prozent auf im Mittel 4110 Euro. "Ein Abflachen der Entwicklung ist nicht festzustellen", sagte Geschäftsführerin Carolin Wandzik. Sie hat Immobilien bei mittlerer Lage und Ausstattung im Baualter von 30 Jahren untersucht, die auf dem Online-Portal Immobilienscout24 angeboten wurden.

Ihre Erkenntnisse decken sich mit Zahlen von Empirica, aus denen ebenfalls keine Atempause am Immobilienmarkt abzulesen ist. Bei neu gebauten Wohnungen gibt es demnach gar eine Beschleunigung. Im dritten Quartal sprangen die Preise dort um 8,0 Prozent hoch.

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