Samstag, 25. Januar 2020

Preise klettern im Schnitt um bis zu 9 Prozent - im Quartal Immobilienpreise laufen den Mieten davon

Noch junge Neubauwohnungen in Frankfurt am Main: Immer mehr Geld fließt in Immobilien. Die Immobilienpreise steigen schneller als die Mieten. Das Risiko einer Blase steigt - zumindest in den Städten.
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Noch junge Neubauwohnungen in Frankfurt am Main: Immer mehr Geld fließt in Immobilien. Die Immobilienpreise steigen schneller als die Mieten. Das Risiko einer Blase steigt - zumindest in den Städten.

Wohnungen und Häuser in Deutschland verteuern sich auch nach zehn Jahren Immobilienboom weiter kräftig. Im dritten Quartal 2019 setzte sich der Preisanstieg ungebremst fort, wie eine Auswertung des Hamburger Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung (Gewos) zeigt. Unterdessen erwarten Experten weitere Preisaufschläge im neuen Jahr.

Laut jüngsten Gewos-Daten verteuerten sich Eigentumswohnungen um 8,2 Prozent gemessen am dritten Quartal 2018 auf im Schnitt 2030 Euro je Quadratmeter. Der Anstieg sei im dritten Jahr in Folge unvermindert stark, sagte Geschäftsführerin Carolin Wandzik. In Metropolen wie Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf stiegen die Angebotspreise für Wohnungen gar um 9,0 Prozent. "Auch in den sieben größten deutschen Städten ist kein Abflachen der Dynamik zu sehen."

Mieten steigen langsam - Schere geht weiter auf

Die Daten zeigen, dass sich die Schere zwischen Preisen und Mieten weiter öffnet: Denn die Neuvertragsmieten kletterten im dritten Quartal im Schnitt "nur" um 3,7 Prozent. Seit Jahren schon steigen die Immobilienpreise weitaus kräftiger als die Mieten. Gerade in Städten ist der Ansturm auf Immobilien ungebrochen. In Zeiten niedriger Zinsen stecken Großanleger Milliarden in den Markt.

Auch bei Häusern kletterten die Preise laut Gewos weiter rasant. Eigenheime verteuerten sich im dritten Quartal um 7,4 Prozent auf 2670 Euro je Quadratmeter im Schnitt. In den sieben größten Städten kosteten Eigenheime mit 6100 Euro je Quadratmeter sogar mehr als das doppelte als im deutschen Mittel, in ostdeutschen Landkreisen waren Häuser dagegen schon für 1500 Euro je Quadratmeter zu haben.

Analysiert hatte Gewos Immobilien in mittlerer Lage und Ausstattung im Alter von 30 Jahren, die auf dem Online-Portal Immobilienscout24 angeboten wurden. Es wurden Wohnungen mit drei Zimmern und 80 Quadratmetern sowie Häuser mit 130 Quadratmetern untersucht.

Günstige Kredite und die gute Konjunktur haben die Preise für Wohnungen und Häuser in Deutschland hoch getrieben. Immobilien verteuerten sich von 2008 bis 2018 um fast 50 Prozent, wie jüngste Daten des Statistischen Bundesamts zeigen. Seit 2015 habe sich der Boom noch beschleunigt und erfasst selbst dünn besiedelte Landkreise.

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