"Der Immobilienmarkt steht Kopf" Investments in Immobilien gehen stark zurück

Nach den goldenen Jahren auf dem Immobilien-Investmentmarkt geht es seit 2022 deutlich bergab. Laut der Unternehmensberatung EY wurden im vergangenen Jahr rund 40 Milliarden Euro weniger investiert. Die Aussichten für 2023 bleiben düster.
Eine Häuserreihe in Leipzig: Der Immobilienmarkt schwächelt wegen steigender Zinsen und massiv gestiegener Baukosten

Eine Häuserreihe in Leipzig: Der Immobilienmarkt schwächelt wegen steigender Zinsen und massiv gestiegener Baukosten

Foto: Gaby Wojciech / Westend61 / IMAGO

Der jahrelang durch Wachstum verwöhnte Immobilien-Investmentmarkt in Deutschland steht einer Studie der Beratungsfirma EY zufolge nach einem Einbruch 2022 in diesem Jahr vor weiteren Rückgängen. "Der Immobilienmarkt steht Kopf", sagte Florian Schwalm, Managing Partner bei EY Real Estate, am Donnerstag. Der Immobilien-Investmentmarkt sei im vergangenen Jahr um mehr als 40 Prozent auf ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 67 Milliarden Euro geschrumpft und habe damit ungefähr das Niveau des Jahres 2016 erreicht. Fast 80 Prozent der im Rahmen einer EY-Studie befragten Investoren erwarte nun auch für dieses Jahr ein noch weiter sinkendes Transaktionsvolumen.

Die Branche leidet unter den massiv gestiegenen Baukosten, der hohen Inflation und vor allem den anziehenden Zinsen. "Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine und der darauf folgenden Energiekrise, der Inflation sowie dann notwendigen Zinsanhebungen erleben wir auch am Immobilienmarkt eine Zeitenwende", unterstrich Schwalm. EY beobachte nun "nicht nur teils eingefrorene Transaktionsmärkte, sondern auch sinkende Preise über die meisten Nutzungsarten und Lagen hinweg".

Während sämtliche Immobilienaktien bereits abgerutscht sind, halten sich offene  Immobilienfonds derzeit noch stabil. Aber auch für die dürften den Abschwung demnächst zu spüren bekommen.

Der in der Vergangenheit bei Investoren beliebte deutsche Immobilien-Markt habe dabei an Attraktivität verloren. Der Anteil der Befragten, die den deutschen Immobilienmarkt als unattraktiver als zuvor einstufen, habe im Vergleich zum Vorjahr deutlich von vier auf nun 36 Prozent zugenommen. Bei allen Nutzugsarten abseits von Logistik-Immobilien erwarteten die Marktteilnehmer sinkende Preise. EY rechne aber nicht mit einem drastischen Einbruch.

dri/Reuters
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